30/09/2026
Zum Verkauf des Brosig-Grundstücks
Es gibt Entscheidungen, die einem nicht leichtfallen. Der Verkauf des Brosig-Grundstücks gehört für uns ganz klar dazu.
Wir verstehen sehr gut, wie emotional dieses Thema für viele Menschen in Pressbaum ist. Und wir können den Wunsch nach einer offenen Grünfläche, einem Park und einem Ort für alle Bürgerinnen und Bürger gut nachvollziehen. Auch wir hätten uns das unter anderen finanziellen Voraussetzungen sehr gut vorstellen können.
Gerade deshalb war diese Entscheidung für uns keine einfache.
Gleichzeitig tragen wir Verantwortung für unsere Stadt als Ganzes. In den kommenden Jahren stehen große und notwendige Investitionen an – unter anderem in unserer Volksschule und in unserer Mittelschule. Dort geht es um unsere Kinder, um gute Rahmenbedingungen für Bildung und darum, Gebäude zu erhalten und zukunftsfit zu machen. Dafür braucht es erhebliche finanzielle Mittel.
Die finanzielle Situation unserer Stadt hat sich über Jahre entwickelt und lässt uns heute leider nicht bei jeder Entscheidung so frei handeln, wie wir es uns wünschen würden. Manchmal bedeutet Verantwortung auch, Entscheidungen zu treffen, die einem persönlich wehtun.
Und ja – auch uns hat diese Entscheidung wehgetan. Nicht nur politisch, sondern ganz einfach menschlich und von Herzen.
Nun soll auf der Liegenschaft Wohnraum entstehen. Nach dem derzeit vorgesehenen Konzept geht es um rund 32 bis 34 Wohnungen. Darunter sowohl Wohnungen, die Platz für Familien bieten, als auch kleinere Einheiten. Damit entsteht zumindest auch etwas, das in einer wachsenden Stadt gebraucht wird: unterschiedlicher Wohnraum für unterschiedliche Lebenssituationen.
Wir hätten lieber eine Situation, in der wir alles gleichzeitig ermöglichen könnten: einen offenen Park für alle, ausreichend Geld für unsere Schulen und zusätzlichen Wohnraum. Aber genau diese Wahlfreiheit haben wir derzeit nicht in dem Ausmaß, wie wir sie gerne hätten.
Deshalb haben wir nach langer Abwägung für den Verkauf gestimmt.
Uns ist wichtig, das offen zu sagen und auch anzuerkennen, dass Menschen diese Entscheidung anders sehen können. Gerade bei so emotionalen Themen sollten unterschiedliche Sichtweisen Platz haben.
Wir möchten aber auch erklären, warum wir zu unserer Entscheidung gekommen sind: weil wir Verantwortung dafür tragen, dass Pressbaum auch in Zukunft handlungsfähig bleibt – und weil Investitionen in unsere Kinder, unsere Schulen und eine langfristig funktionierende Stadt für uns Aufgaben sind, die wir nicht einfach auf später verschieben können.