28/08/2026
Stellungnahme der GLP Gaiserwald zum Verkauf der Elektra
Ja zu einer zukunftsfähigen Lösung, aber mit dem richtigen Partner
Die GLP Gaiserwald hat sich im Rahmen der Mitwirkung intensiv mit dem Projektbericht zum Verkauf des Verteilnetzes der Elektra Gaiserwald auseinandergesetzt. Dabei anerkennt sie ausdrücklich die umfangreiche Arbeit des Gemeinderates und des Projektteams. Der Bericht zeigt die Herausforderungen, vor denen die Elektra als kleines Verteilnetzunternehmen steht, nachvollziehbar auf.
Die GLP ist deshalb nicht grundsätzlich gegen einen Verkauf des Verteilnetzes. Die zunehmende Regulierung, der steigende Investitionsbedarf, die Anforderungen an Digitalisierung und Netzbetrieb sowie die Veränderungen durch die dezentrale Energieproduktion sprechen aus unserer Sicht dafür, die langfristige Zukunft der Elektra sorgfältig zu prüfen. Ein Verkauf kann unter den richtigen Voraussetzungen eine sinnvolle und wirtschaftlich verantwortbare Lösung sein.
Entscheidend ist für die GLP jedoch nicht nur, ob verkauft wird, sondern vor allem an wen.
Die SAK wäre für die GLP die bevorzugte Lösung
Aus Sicht der GLP Gaiserwald wäre ein Verkauf an die St.Gallisch-Appenzellische Kraftwerke AG (SAK) gegenüber der nun vorgeschlagenen Lösung zu bevorzugen.
Die SAK ist regional verankert, kennt die Strukturen und Besonderheiten im Kanton St. Gallen und verfügt über langjährige Erfahrung im Betrieb von Stromnetzen. Für die GLP ist diese regionale Einbettung ein wesentlicher Vorteil. Das Verteilnetz der Elektra ist ein zentraler Bestandteil der lokalen Infrastruktur und damit mehr als ein reines Finanzinvestment.
Bei einer solchen strategischen Infrastruktur müssen deshalb neben dem Verkaufserlös auch langfristige Aspekte berücksichtigt werden: Versorgungssicherheit, Netzentwicklung, Stromtarife, regionale Wertschöpfung, Nähe zur Bevölkerung und die Möglichkeit einer langfristigen strategischen Partnerschaft.
Gerade bei den Stromtarifen hätte die GLP erwartet, dass diesem Punkt bei der Auswahl der Käuferin ein deutlich höheres Gewicht beigemessen wird. Für Haushalte und Gewerbebetriebe sind die langfristigen Kosten der Stromversorgung von grosser Bedeutung.
Die GLP bedauert deshalb, dass die SAK letztlich nicht als bevorzugte Käuferin zum Zug gekommen ist. Aus heutiger Sicht wäre ein Verkauf an einen regional verankerten Partner wie die SAK für Gaiserwald die überzeugendere Lösung gewesen.
Urnenabstimmung statt Entscheid an der Bürgerversammlung
Unabhängig von der Frage der Käuferin ist für die GLP auch das politische Verfahren von grosser Bedeutung.
Der Verkauf des Elektra-Verteilnetzes ist ein Entscheid von erheblicher langfristiger Tragweite. Mit dem Verkauf gibt die Gemeinde die direkte Kontrolle über eine strategisch wichtige Infrastruktur aus der Hand. Gleichzeitig fliesst ein erheblicher einmaliger Betrag in die Gemeindekasse.
Die GLP ist deshalb der Auffassung, dass die Stimmberechtigten von Gaiserwald über dieses Geschäft an der Urne entscheiden sollen.
An der ausserordentlichen Bürgerversammlung wird die GLP deshalb einen entsprechenden Antrag auf Urnenabstimmung einbringen bzw. einen solchen Antrag unterstützen.
Eine Urnenabstimmung ermöglicht es allen Stimmberechtigten, sich in Ruhe mit den verschiedenen Argumenten, der Käuferfrage und den langfristigen Auswirkungen auseinanderzusetzen. Ein Entscheid dieser Bedeutung verdient aus Sicht der GLP eine möglichst breite demokratische Legitimation.
Verkauf ja, aber nur mit dem richtigen Partner
Die GLP Gaiserwald möchte den Verkauf nicht grundsätzlich verhindern. Sie anerkennt, dass die Elektra vor Herausforderungen steht und dass ein Verkauf unter den richtigen Rahmenbedingungen sinnvoll sein kann.
Für die GLP ist deshalb entscheidend, dass die Möglichkeit eines Verkaufs an die SAK nochmals ernsthaft geprüft und berücksichtigt wird.
Unsere politische Haltung lässt sich deshalb klar zusammenfassen:
Die Elektra ist Teil der öffentlichen Infrastruktur von Gaiserwald und der Grossregion St. Gallen / Appenzell. Ihre Zukunft soll deshalb nicht allein unter dem Gesichtspunkt des kurzfristig erzielbaren Verkaufspreises entschieden werden.
Für die GLP zählen auch regionale Verankerung, langfristige Versorgungssicherheit, faire Stromtarife und die Interessen der Bevölkerung.