Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost

Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost

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Eine jüdische Organisation, die sich für Frieden und Gerechtigkeit in Nahost einsetzt Alle Menschen sind gleich an Rechten geboren. V.

Selbstverständnis

Wir, Frauen und Männer jüdischer Herkunft in Deutschland, haben uns vereinigt, um sichtbar zu machen, dass wir aus den historischen Erfahrungen unserer Vorfahren um die Entwürdigung und den Schmerz wissen, die Menschen zugefügt werden, wenn sie systematisch ausgegrenzt und entrechtet werden. Es darf sich kein Volk über ein anderes Volk und kein Mensch über einen anderen Men

Photos from Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost's post 08/06/2026

Wie kann man die Zeit des Genozids und die Zeit danach überleben?

In solchen existenziellen Situationen überleben nicht wenige Menschen dadurch, dass sie - wie Scheherazade - erzählen. Es ist kein Zufall, dass viele Menschen, die Mord, Vertreibung, Gefangenschaft oder schwere Folter erlebt haben, geschrieben haben. Wenn sie das Glück und die Möglichkeit dazu hatten, während des Geschehens – und wenn nicht, danach: Primo Levi, Mahmoud Darwish, Ruth Klüger, Viktor Frankl, Imre Kertész, Jorge Semprún, Victor Klemperer, Refaat Alareer, bis er von Israel ermordet wurde – dies sind nur einige wenige Namen.

Und wir, die wir in einer Zeit leben, in der wir den Genozid vor unseren Augen sehen und auf Bildschirme starren, auf denen die Körperteile von Kindern erscheinen? Wie kann man weiterleben, schaffen, essen, wenn Schuldgefühle und Gewissensbisse manchmal jeden einzelnen Bissen begleiten?

Die letzten zweieinhalb Jahre haben uns endgültig die Antwort auf die Frage gegeben, wie so etwas geschehen konnte, als es um unsere Eltern und Großeltern ging. Wir leben heute in Deutschland und sehen die Begeisterung vieler Menschen für Israel, für den Genozid, für die Gewalt und die Zerstörung; wir sehen die Beteiligung an Denunziation und Zensur sowie das Schweigen. Wir erleben eine Live-Übertragung eines entfernten Genozids – und eine sehr nahe Zusammenarbeit damit.

Nicht alle können Deutschland verlassen. Im Laufe der Jahre sind hier familiäre Bindungen, Arbeit und Lebensgrundlagen entstanden. Wie lebt man mit diesem Gefühl des Erstickens?

Die Künstlerin Candice Breitz beschäftigt sich mit genau dieser Frage. Und wie die oben Genannten schreibt sie und versucht, für das Grauen einen künstlerischen Ausdruck zu finden. Wie kann man die unerträglichen Verhältnisse in Deutschland als Jüdin ertragen, wenn die Enkel von N***s einer des Antisemitismus bezichtigen?

Sie beginnt, Briefe an Esther Bejarano zu schreiben. Bejerano, die sagte: „Ich habe nicht das Vernichtungslager Auschwitz, das KZ Ravensbrück und den Todesmarsch überlebt, um jetzt von sogenannten ‚Antideutschen‘ und Konsorten als Antisemitin beschimpft zu werden.“

Anders als in Spanien, Italien oder Griechenland gab es in Deutschland kaum Widerstand gegen die N***s, und wir verfügen über nur wenige antifaschistische Vorbilder. In Deutschland gibt es kaum Menschen, die sagen können: „Meine Oma war Partisanin, und selbstverständlich werde ich dasselbe tun.“ Und eine der wenigen antifaschistischen Figuren ist Esther Bejarano.

Deutschland hat seine Macht auch daraus bezogen der ultimative Aggressor gewesen zu sein und die Erinnerungskultur ist Täter-orientiert. Und Deutschland liebt "seine Juden" vorzugsweise in einer konformistischen und vergebenden Variante. So wie weiße Liberale die Geschichte von Nelson Mandela umgeschrieben haben – heute wird er sogar als Beispiel für einen „gewaltfreien Widerstand“ angeführt, als hätte es den ANC nicht gegeben und als wäre er nicht jahrzehntelang im Gefängnis gesessen –, so wurde auch die Geschichte von Esther Bejarano umgeschrieben.

Candice Breitz wird ihr gerecht und erzählt ihr Leben: von ihrer Kindheit in Saarbrücken über die Jahre in Auschwitz und Ravensbrück, die Befreiung aus dem Lager, ihre Auswanderung nach Israel und ihre spätere Abkehr von Israel aus politischen Gründen, weil sie Antizionistin war. Sie erzählt von den schwierigen Jahren in Hamburg und von Bejaranos Unterstützung für die Palästinenser. Bejerano unterstützte die BDS-Bewegung. Nur der Tod rettete sie davor, wieder auf der Beobachtungsliste des Geheimdienstes zu landen.

Der Abend ist aus Briefen aufgebaut, in denen ihre Biografie erscheint, begleitet von ihren „Updates“ zur Lage in Deutschland: über die Zensur von Personen wie Nancy Fraser, Basma al Sharif, Masha Gessen, Achille Mbembe, Francesca Albanese, Eyal Weizman, Greta Thunberg und Nan Goldin sowie über die Aktivierung der Geheimdienste. Früher nannte man so etwas „entartete Kunst“, heute trägt es andere Namen. Früher waren die Zensoren N***s, heute sind es Liberale und Anti-Deutsche. So jedenfalls wird es im Stück – in den Worten Bejaranos – dargestellt.

Breitz ist es gelungen, für eine Produktion mit geringem Budget bedeutende Künstlerinnen und Künstler zu gewinnen und in einem einzigen Stück gegen sämtliche Gebote des deutschen Erinnerungskatechismus zu verstoßen: Der deutsche Genozid des Zweiten Weltkriegs ist nicht der einzige, über den gesprochen wird; Juden sind nicht die einzigen Opfer; die Botschaft ist universell und bezieht sich nicht nur auf die Vergangenheit, sondern auch auf den Völkermord, den Israel begehe und an dem Deutschland in diesem Moment beteiligt sei. Es gibt Platz für Schwarze Menschen, die von den N***s und anderswo verfolgt und ermordet wurden (Bejarano trat gemeinsam mit Harry Belafonte und Miriam Makeba auf), für Roma und Sinti, für queere Menschen, für Juden, für Palästinenser, die den syrischen Bürgerkrieg überlebt haben, und für Palästinenser, die heute von Vernichtung bedroht seien.

Für jemanden, der es nicht gesehen hat, ist es schwer vorstellbar – aber es handelt sich um ein Musical. Es wurde in Kampnagel in Hamburg sowie an zwei Abenden in Berlin vor ausverkauften Sälen aufgeführt. Ein beinahe belangloses, kitschiges Lied, das Bejarano für SS-Offiziere singen und spielen musste, erfährt durch bedeutende Künstlerinnen und Künstler beeindruckende Neuinterpretationen. In den Worten von Breitz: „Du kannst dir nicht aussuchen, auf welchem Instrument du spielst, und du kannst dir nicht immer aussuchen, welches Lied du singst.“

Neben den Intellektuelen und Künstler:innen, die Deutschland einlädt und später wieder auslädt, gibt es auch jüdische Migrantinnen und Migranten, die nach Deutschland kamen, als es noch ein offener Ort war. Gestern bekamen wir einen kurzen Blick auf eine solche Möglichkeit, nachdem das HAU Hebbel am Ufer seine Türen für zwei Abende geöffnet hatte.

Das verschaffte Luft – damit man in der Enge Deutschlands überhaupt noch atmen kann.
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Auf dem Bild: Esther Bejarano, wie sie zu Beginn und am Ende der Aufführung auf der Leinwand erscheint. Im Schlussstück spielt ihr Sohn, Joram das letzte Lied gemeinsam mit dem Rapper Kutlu Yurtseven und der Sängerin von Die Anstalt Band, die ebenfalls in dem Musical auftreten.

Photos from Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost's post 08/06/2026

Abdallah A. wurde im Dezember 2025 die frisch erworbene deutsche Staatsbürgerschaft entzogen.
Behörden berufen sich auf zwei Bilder in den sozialen Netzwerken und den abstrusen Vorwurf der Terrorverherrlichung. Der „Verfassungsschutz“ steckt dahinter.
Nun droht Abdallah die Staatenlosigkeit.
Majd H. wurde die Aufenthaltserlaubnis wegen eines angeblich „besonders schweren Ausweisungsinteresses“ entzogen. Die Behörden begründen dies mit seinem Palästina-Aktivismus und ebenfalls mit seinen Aktivitäten in den sozialen Medien. Ihm droht die Duldung.

Die Kriminalisierung hat viele Facetten: entwürdigende Sprache in der Presse und im Netz, Ausbürgerung, Entzug des Asylrechts, Inhaftierung, Abschiebung, ungebändigte Polizeigewalt.

Während Menschen für von der Meinungsfreiheit gedeckte Posts bestraft werden, werden rassistische Straftaten behördlich nicht nur gedeckt sondern ermutigt. Ihre Straflosigkeit führt zu immer enthemmteren Äußerungen.

Als Nachfahren von Staatenlosen solidarisieren wir uns bedingungslos mit Abdallah und Majd.

08/06/2026

Wie zu erwarten, hat Israel Beirut angegriffen (denn das ist es, was Israel in seiner Lage tun muss: Israel kann die Angriffe nicht stoppen, es befindet sich in einer Sackgasse, da es die diplomatische Option längst aufgegeben hat und die Vollendung der Vision von Groß-Israel anstrebt. Gleichzeitig berichten die Medien aus Israel von einem massiven Rückgang des Tourismus bei gleichzeitigem starken Anstieg der Rüstungsexporte). Und wie zu erwarten, hat der Iran darauf reagiert. Das war zu erwarten, denn man konnte es bei Professor Mohammad Marnadi lesen.

Es gibt einen israelischen WhatsApp-Kanal eines 20-jährigen namens „Aharon Yediot“ (Hebr. Aharon Nachrichten), der mehr Follower hat als offizielle Journalisten. Er verbreitet die Nachrichten, und die meisten seiner Follower sind Bewohner Nordisraels, die auf diese Weise zuverlässigere Berichte darüber erhalten, was mit ihrem Leben geschehen wird. Er berichtete darüber und zitierte Marandi.

Der Kommentator Trita Parsi schreibt:
„Das Ausmaß des gerade Geschehenen wird vielleicht einige Zeit brauchen, um richtig zu begreifen.
Dies ist das erste Mal, dass der Iran Israel angegriffen hat, nachdem Israel das Territorium eines anderen Landes (also nicht des Irans) angegriffen hat.
Das bedeutet, dass die Frontlinien verschoben wurden.
Die Abschreckungskraft des Iran war bereits in dem Sinne wiederhergestellt, dass Israel wusste, dass jeder Angriff auf ihn beantwortet würde.
Aber jetzt hat der Iran bewiesen, dass er auch auf israelische Angriffe auf den Libanon reagieren wird.
Dies ist das erste Mal seit Jahrzehnten, dass eine Regionalmacht die Mittel, die Kapazität und die Bereitschaft besitzt, militärische Härte gegen israelische Militäroperationen oder Aggressionen gegen einen Dritten zu stellen.“

In einem Paralleluniversum in Deutschland:

Israel ist wie immer das Opfer (auch als Israel und die USA den Iran zum zweiten Mal in diesem Jahr auf Initiative Israels angegriffen haben, verurteilte die deutsche Regierung den iranischen Angriff). Die Antwort des deutschen Regierungssprechers auf Tilo Jung sagt alles (sie fand vor dem letzten Angriff statt, als Israel den Südlibanon nur „systematisch zerstörte“ und sich vorübergehend eines Angriffs auf Beirut enthielt). Es ist wirklich unklar, warum die deutsche Regierung jedes Mal Vertreter schickt, um „Äh...“ und „Hmm...“, „Völkerrecht“ und „Hmm...“ zu sagen. Nach Jungs Frage niest jemand im Publikum, und das ist eine Aussage mit ähnlicher Bedeutung wie das, was aus dem Mund der deutschen Regierungsvertreter kommt.

In der Zwischenzeit:
Die Huthis haben angekündigt, dass sie israelische Schiffe nicht passieren lassen werden. In Israel findet heute kein Unterricht statt, die Krankenhäuser kehren in die Keller zurück. Der Iran hat militärische Ziele in Israel angegriffen (den Luftwaffenstützpunkt Nevatim im Süden und Tel Nof in der Mitte) und auch Raketen in den Norden und in eine Siedlung im Westjordanland abgefeuert. Israel hat eine petrochemische Anlage im Iran und Radaranlagen angegriffen. Trump sagt wie immer Dinge, aber was er sagt, spielt keine Rolle (er ist nicht der Mensch für „Äh...“ und „Hmm...“ und „wir prüfen das bezüglich des Völkerrechts... äh...“).

Wir haben uns nicht die Mühe gemacht, die Reaktion der deutschen Regierung auf die Ereignisse von gestern zu suchen, da wir kaum glauben können, dass die klare Ohrfeige, die Deutschland bei den Vereinten Nationen erhalten hat, irgendetwas ändern wird. Deutschland befindet sich in einem narzisstischen Zustand: Das bedeutet, dass dieser große Narzisst, der glaubt, der Größte, Beste und Reichste der Welt zu sein, eine Ohrfeige bekommt – das verursacht eine narzisstische Kränkung. Und dann aktiviert er seine Abwehrmechanismen: Er wird allen anderen die Schuld daran geben (die Union gibt bereits Baerbock die Schuld, als ob die Christdemokraten nichts damit zu tun hätten, zum Beispiel), er wird eine Regression durchmachen (Deutschland erwägt, den Vereinten Nationen nicht mehr so viel Geld zu geben wie bisher), er wird außerhalb seiner selbst nach Ausreden für das Scheitern suchen („wir haben uns zu spät beworben“).

Aber wir würden uns freuen, wenn wir uns irren, und wenn Deutschland etwas gesagt hat, das über „Äh...“ und „Israel hat das Recht, sich zu verteidigen“ hinausgeht, würden wir uns freuen, einen Link dazu zu erhalten und uns entschuldigen.

Der Genozid in Palästina und Libanon muss gestoppt werden.

07/06/2026

"Der Journalist Hüseyin Doğru schildert diese Woche bei , warum er sanktioniert und ins Visier der Behörden geraten ist.

Ein Zitat: „Wir müssen ja nicht beweisen, dass Herr Doğru Verbindungen zum russischen Staat hat. Es reicht uns, dass er nicht beweisen kann, dass er sie nicht hat.“

Wenn das tatsächlich der Maßstab ist, dann reden wir nicht mehr über Rechtsstaatlichkeit, sondern über die Umkehr der Beweislast." (Link im 1. Kommentar)Auch Tilo Jung ist für einen Moment verwirrt. Sein Wesi-Blick zeigt: er versteht nicht, wie der Journalist denken kann, dass es Bereiche gab, in denen es in der DDR mehr Demokratie gab als im Westen.

Der Journalist sagt ein paar einfache Worte dazu, zum Beispiel zum Wohnen. Wie kann man denken, dass die Hunderttausenden Obdachlosen in Deutschland, die Tausenden, die mit der Wohnungssuche beschäftigt sind und genug Geld verdienen müssen, um die Miete zu bezahlen, die Fähigkeit haben, am demokratischen Leben teilzunehmen?
Nicht jeder kann überhaupt ein unabhängiger Journalist wie Jung sein, und wenn man z.B. Hussein oder Ahmad heißt, wird das auch nicht passieren. Man wird die gesamte Europäische Union aufbieten, um dich zum Schweigen zu bringen und Solidarität mit dir zu verhindern
Partizipation is ein Grundelement einer lebendigen Demokratie.
Aus der "Beweislage" gegen Hüseyin Doğru lernen wir, dass es dem sehr ähnlich ist, was der deutsche Staat mit uns macht.

Wir haben natürlich überlegt, ob wir Deutschland verklagen sollen. Es ist unangenehm zu klagen und sich im Dreck herumzutreiben und Zeit mit perversen Aussagen verbringen, und es bringt den Kläger in eine Situation, in der er/sie beweisen muss, dass „er/sie kein Agent/Terrorist/Antisemit ist“, denn das ist, was das Gericht in seiner Funktion sucht: Beweise dafür, dass der Staat recht hat. Wir wurden befragt, um das herauszufinden.

Einer der Gründe für unsere Entscheidung zu klagen war, dass man durch eine Klage Informationen erhält. Es stellt sich heraus, dass die Verteidigungsschrift des Staates, die wir erhalten haben, in ihrem dürftigen Niveau nicht sehr von dem unterscheidet, was dem Journalisten geschrieben wurde (vielleicht ist es dieselbe Anwaltskanzlei, der der Staat etwa 500-600 Euro pro Stunde für dieses Geschwätz aus unseren Steuergeldern zahlt – um die für die Waffenproduktion und deren Einsatz nötige industrielle Ruhe zu bewahren).

In dieser Verteidigungsschrift wird behauptet, dass wir Israel "delegitimieren", weil wir sagen, dass es ein Apartheidstaat ist, der ein kolonialistisches Regime unterhält, und dass Palästinensern dort seit 1948 entrechtet werden. Das heißt: Fakten. Palästinenser haben kein Recht, in Israel-Palästina Häuser zu bauen, wie die Juden (das sagt Israel selbst, der die "Judaisierung der Galiläa" anstrebt), geschweige denn, an den Ort einzuwandern, aus dem sie vertrieben wurden, im Gegensatz zu jedem Juden oder Christen mit einer jüdischen Großmutter, der das kann. Und das ist so seit 1948. Das heißt: Fakten werden zu einer (delegitimierende) „Meinung“, und eine „Meinung“ (Interpretation, dass es sich um ein Regime des Siedlerkolonialismus handelt, basierend auf wissenschaftlich-empirischen Befunden zum Beispiel) wird zu einer (unveränderbare) „Tatsache“.

Wenn man klagt, bekommt man diese Informationen z.B:

1. im Fall Varoufakis war die Akte leer. Wenn wir Widerspruch gegen unsere Festnahmen bei Demonstrationen und die Beschlagnahmung von Schildern einlegen: Die Akte ist auch leer.

2. Fälle, in denen der Staat keine andere Wahl hat, als den totalitären Schritt zu begründen, und dann kann man das brüchige Konstrukt sehen, auf dem er beruht (was natürlich nicht bedeutet, dass man vor Gericht siegen wird). In unserem Fall, die Verwendung des Antisemitismus-Vorwurf gegen uns, basierend auf die vereinfachte 3D-Definition eines israelischen rassistischen Politikers (ohne das Wort "Antisemitismus" zu verwenden, oder die Definition explizit zu nennen).

3. Wem der Staat Geld zahlt, um für ihn die Drecksarbeit zu erledigen, und wer es auf sich nimmt, bei der politischen Verfolgung von Regimegegnern zu helfen.

4. Wie und ob die Gerichte noch funktionieren.

Das hilft, zu verschiedenen Schlussfolgerungen zu gelangen und die Realität viel besser einzuschätzen.

Eine realistische Lagebeurteilung hilft, Kräfte nicht zu verschwenden für Feierlichkeiten zur sicheren Wahl für den Sitz im UN-Sicherheitsrat / für die Einladung von Coetzee zu einem Poesiefestival in Israel / für den Bau von SUVs, weil „die Chinesen ja nichts davon verstehen“ / für ein Wettrüsten gegen Russland, statt Diplomatie – in der Zwischenzeit ist die Atomkraft oder der Wunsch, Teil der weißen deutschen Gesellschaft zu sein, so, als gäbe es keine Eintrittsbedingungen und der Türsteher vor dem Club sei nicht ein Sarrazin.

Kündigungsgrund Kufija 06/06/2026

Um 1900 liegt die junge Philomena Bejer nach einer Abtreibung im Wiener Spital „Elisabethinum“ im kritischen Zustand. Der jüdische Klinikleiter Professor Bernhardi verbietet einem katholischen Priester, ihr das Sterbesakrament zu spenden, um die Patientin vor Todesangst zu bewahren, da sie nicht weiß, dass sie sterben wird. Während eines Streits zwischen Bernhardi und dem Priester erfährt die Frau durch eine Krankenschwester von der Anwesenheit des Geistlichen und stirbt.

Bernhardi wird daraufhin von seinen nichtjüdischen Kollegen ausgegrenzt. Ein Parlament nutzt den Vorfall für eine klerikal motivierte Anfrage an den Unterrichtsminister. Zudem lehnt Bernhardi einen „Handel“ mit seinem Stellvertreter Ebenwald ab, der einen schlechter qualifizierten Kandidaten für eine Institutsstelle durchsetzen will.

Der neue Unterrichtsminister, früher Kollege und Freund Bernhardis, sagt ihm zwar Unterstützung zu, stellt sich in der parlamentarischen Antwort aber gegen ihn. Ein Verfahren wegen Religionsstörung wird angekündigt. Bernhardi kündigt vor Prozessbeginn seine Direktorenstelle.

Im Prozess sagt die Krankenschwester falsch aus, Bernhardi habe den Priester körperlich angegriffen. Die Aussagen seiner Kollegen werden ignoriert. Bernhardi wird Berufsverbot als Arzt sowie zwei Monate Haft zugesprochen, verliert Professoren- und Doktortitel. So geht es los...

Arthur Schnitzler, selbst ein jüdischer Arzt, der im Wien der späten österreichisch-ungarischen Monarchie lebte, schrieb das Theaterstück über Professor Bernhardi mit langen Dialogen über ethische Dilemmata und die Machthaber. Die Tatsache, dass er Jude in Österreich war, wo Juden nicht frei aufsteigen konnten (er war Zeitgenosse und Freund Freuds, der wegen seiner "Konfession" kein Oberarzt im Krankenhaus sein konnte und um seine Familie zu ernähren, privat arbeitete und aus dieser Not heraus die Psychoanalyse entwickelte).

Der Arzt Lerner ist wie Schnitzler, Freud und Bernhardi ebenfalls Jude und wurde aus seiner Stelle als Arzt in der Kinder- und Jugendpsychiatrie Klin- DRK Westend Berlin entlassen. Sein Chefarzt war mit seiner Arbeit zufrieden: vorbildliche Entlassungsbriefe, die Patienten waren zufrieden und beschwerten sich nicht, die Kollegen auch.

Der Pförtner denunzierte ihn, ein deutscher Kollege schnüffelte herum, als Lerner krank war, das gelangte zum Chefarzt, der Lerner entließ. Er gab ihm gegenüber zu, ein „feige“ zu sein und dem Druck der Denunzianten nicht standhalten zu können; die Sekretärin des Chefarztes sagte ihm die Wahrheit. Der Chefarzt sagte nicht einmal am letzten Arbeitstag Lerners den anderen, dass dies sein letzter Tag sei. Die Kollegen kamen, um sich von ihm zu verabschieden, und jeder brachte ein Geschenk mit.

Niemand von ihnen organisierte einen Protest gegen die diskriminierende, antisemitisch-rassistische Handlung. Lerners Vergehen: Er trägt eine Kufiye. Der Chefarzt versuchte zunächst über unzufriedene Kollegen zu stammeln und dann über Neutralität. Nur die Dekretärin sagte es schließlich klar.

Dies geschah nicht in Österreich im Jahr 1912 und nicht in Deutschland im Jahr 1936, sondern in Deutschland 2026. In den üblichen Rollen: der Blockwart-Pförtner, der streitsüchtige Kollege/Nachbar, die feigen Vorgesetzten, die schweigenden Kollegen, die den Juden hinausbegleiten – sie alle sind da, aber besetzt mit anderen Deutschen, wie üblich: Der Chefarzt und alle Oberärzte sind Weiße Deutsche, die Sekretärinnen am Empfang haben weniger weiße Namen.

Kurz gesagt: die übliche deutsche "diversity". Die Weißen führen, soche mit migrationsvordergrund dienen. Und wenn sie nicht so dienen, wie die Weißen Deutschen ihre Juden haben wollen, fliegen sie raus. Der klassische deutsche Antisemitismus.

Sie verstecken sich natürlich hinter „Neutralität“. Therapeutische Neutralität ist ein vielschichtiges und unklares Konzept. Im Rahmen einer psychotherapeutischen Behandlung ist der oder dieTherapeut.in selbst das therapeutische Werkzeug (im Gegensatz zur Behandlung organischer Erkrankungen – wo die Persönlichkeit der Behandelnden natürlich auch enorm wichtig ist, aber nicht das therapeutische Werkzeug selbst darstellt).

Und unsere Persönlichkeit ist natürlich nicht neutral. Aus diesem Grund ist es wichtig, zum Beispiel Männer als psychologische oder psychiatrische Therapeuten zu haben, weil sie Identifikationsfiguren für Jungen z.B. sind. Und es ist wichtig, Homosexuelle, Schwarze und Türken zu haben – denn für schwarze Kinder hat die Biografie und die Erfahrung des Therapeuten eine Bedeutung. Das gilt auch für Muslime, Migranten und Juden, für die es wichtig ist, Therapeuten zu haben, mit denen man über einzigartige Erfahrungen sprechen kann, die auch diese Aspekte betreffen.

Aber in Deutschland – so wie es eine Instrumentalisierung der „deutschen Geschichte“ oder der „deutschen Vergangenheit“ gibt, um autoritäre Methoden wieder in das Repertoire des Staates aufzunehmen – gibt es auch eine Instrumentalisierung dieses Konzepts, um Rassismus zu fördern. Es gibt nichts „Neutrales“ an einem Menschen, der ohne Kippa geht, mit Kippa, Kufiya, mit einer Kette mit Kreuz, mit einem Ehering, mit Kleid oder Hose. Für Weiße Deutsche mag es neutral und „normal“ erscheinen, keine Kopfbedeckung zu tragen, „weil wir ein säkularer Staat sind“ (wirklich? Die Schulferien sind nicht an Weihnachten und Ostern? Und an Pfingsten? Und an Christi Himmelfahrt?), so wie es für weiße Menschen normal erscheint, weiß zu sein, und wenn jemand schwarz ist, ist das eine Ausnahme. Es wird von vielen Weißen Deutschen als völlig normal empfunden, Salami zu essen und Bier zu trinken, aber wenn der Nachbar unten kocht (und nicht nur Pellkartoffeln), klopfen sie an seine Tür und sagen ihm, dass „es riecht“.

Und so erscheint es den Menschen im heutigen Deutschland völlig normal und „neutral“, einen Völkermord zu unterstützen, und wer sich dem widersetzt, ist „unnormal“ und „antisemitisch“. Und wenn man ein jüdischer Arzt ist, der eine Kufiye trägt, wird einem auch gesagt, dass man Antisemit sei. Und das ist natürlich völlig neutral.

Wie André Lerner in diesem Interview sagt - und in unserer Organisation gibt es genug Psychotherapeuten, die das bestätigen können: Das sind die Menschen, die unsere Kinder und die Erwachsenen unter uns behandeln. Tausende deutsche Therapeuten, die, wenn du aus Indien kommst und Tamil bist und ihnen sagst, dass Israel einen Völkermord begeht und du wegen dieser Bilder nicht schlafen kannst, anfangen werden zu sagen, dass es „zwei Seiten gibt“ und „Hamas“ und sich keinen Moment für deine Geschichte interessieren – du, der du gegen den Völkermord in Sri Lanka aktiv warst, für den Israel zum Beispiel die Waffen geliefert hat. Sie sind mit ihrem Selbstbild beschäftigt und verlassen die Neutralität im Handumdrehen und die wissenschaftlichen Standards.

Wir kennen Dutzende Geschichten von Menschen, die ihre Therapeuten verlassen haben, weil sie auf einen Psychiater oder eine Psychoanalytikerin trafen, die mit „Meiner Meinung nach ist das kein Völkermord“ anfingen, als ob das überhaupt ihr Wissensgebiet wäre.

Und wenn sie ein wenig verlegen sind, werden sie dir sagen: „Aber wir haben jüdische Studenten/Patienten/Nachbarn, auf die wir Rücksicht nehmen müssen“, als ob der Mensch vor ihnen nicht jüdisch wäre. Und später werden sie mit der Zunge schnalzen, wenn sie das Stück über Professor Bernhardi sehen oder „Andorra“ von Max Frisch, und werden sehr zufrieden nach Hause gehen, „weil es heute nicht mehr so ist und wir gut sind“.

Nun denn:
Wenn so etwas heute in Deutschland - in einer Demokratie und einer Gesetzlage, die alle Chef- und Oberärzte-zur Seite steht - passiert, dann hat Deutschland verloren.

Wir werden keinen Brief an den Chef- und Oberärzte schreiben und nicht verlangen, dass sie André Lerner wieder einstellen, auch wenn das das ist, was ein anständiger Mensch tun sollte.

Vielleicht ist es, bei allem Schmerz, besser für ihn, die Realität in Deutschland zu erkennen. Wenn sie sich nicht selbst organisiert haben und unter diesen Bedingungen Angst haben, ungehorsam zu sein, dann ist es vielleicht besser, dass er geht. Er hat einen gefragten Beruf, mit dem er überall auf der Welt arbeiten kann, und es ist besser, nicht sein Leben wie diejenigen zu beenden, die nicht rechtzeitig gegangen sind.

Deutschland hat ihn nicht verdient:

Kündigungsgrund Kufija Weil er eine Kufija getragen hat, wurde seine therapeutische Neutralität bezweifelt und er nach der Probezeit nicht von der DRK-Klinik Berlin Westend übernommen, berichtet André Lerner im Videointerview. • Foto: jW

06/06/2026

Deborah Feldman, wie immer mit einer ausgezeichneten und umfassenden Analyse, die gut die Funktion des Staatsräson-Regime beschreibt, von der wir sehen, wie sie sich vor unseren Augen erfüllt (für diejenigen, die die Augen nicht verschließen):

Wie Feldman schrieb, gibt es viele Akteure im Theaterstück der „deutschen Reue“. Im Bild einer der weniger talentierten Schauspieler. Das Bühnenbild: die Synagoge in München. Statisten: betroffene Juden und Jüdinnen. Auf der Bühne: Friedrich Merz, der den „Juden“ für die Drecksarbeit dankt, die sie - damals wie heute - für Deutschland erledigen (Regieanweisung: über die Vergangenheit sprechen, kein Wort über die Gegenwart, noch einmal mit Gefühl, ein paar Tränen und stockender Stimme).

Links im 1. Kommentar

Photos from Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost's post 05/06/2026

Nach der Ablehnung unseres Antrags im Eilverfahren haben wir uns jetzt entschieden,ein Hauptsacheverfahren gegen den Inlandsgeheimdienst zu eröffnen.
Dabei geht es nicht nur um unsere eigenen Erfolgsaussichten, sondern auch um die Diskreditierung der diffamierenden und verzerrten Argumentation, durch die der deutsche Staat jeden Widerstand gegen Apartheid, Besatzung und Genozid bekämpfen, kriminalisieren und letztendlich ersticken will.

Jüdische Stimme geht in Köln ins Hauptsacheverfahren gegen den Inlandsgeheimdienst 05/06/2026

"Nach der Ablehnung unseres Antrags gegen das Bundesamt für Verfassungsschutz im Eilverfahren durch das Verwaltungsgericht Köln haben wir uns jetzt entschieden, ein Hauptsacheverfahren gegen den Inlandsgeheimdienst zu eröffnen. Im Gegensatz zu einer bloßen Anfechtung des Beschlusses im Eilverfahren bietet ein Hauptsacheverfahren die Möglichkeit, die Sachlage umfassender bewerten zu lassen und eine mündliche Verhandlung durchzuführen. "

Jüdische Stimme geht in Köln ins Hauptsacheverfahren gegen den Inlandsgeheimdienst Nach der Ablehnung unseres Antrags gegen das Bundesamt für Verfassungsschutz im Eilverfahren durch das Verwaltungsgericht Köln haben wir uns jetzt entschieden, ein Hauptsacheverfahren gegen den Inlandsgeheimdienst zu eröffnen. Im Gegensatz zu einer bloßen Anfechtung des Beschlusses im Eilverfahr...

05/06/2026

Die neueste Umfrage des Pew Research Center zeigt, wie sehr Israel an Sympathie in der Welt verliert, auch in Europa, wo Israel Lobbyorganisationen und die Unterstützung einer Gehirnwäsche durch die Mainstream-Presse hat. Die Reaktion wird natürlich sein, dass es sich um einen „Anstieg des Antisemitismus“ handelt (Haben Sie Kapitalismus kritisiert? Sie sind Antisemit, denn das ist ein Code für „Juden, die das Geld der Welt kontrollieren“. Haben Sie gesagt, Israel ermorde Kinder? Sie spielen auf die Blood-Label an. Haben Sie einen Link zur historischen Forschung gepostet, dass Israels Brunnen von Palästinensern in Gaza vergiftet hat? Ha! Wir haben Sie wieder erwischt. Gibt Forensic Architecture eine Analyse heraus, dass Israel Felder im Gazastreifen vergiftet, und gibt es Bilder davon aus dem Libanon? Das ist ein sekundär/tertiär oder sonstwas Antisemitismus. Vielleicht diesmal Täter-Opfer-Umkehr, denn der Täter war nur damals und nur einer und es gibt keinen anderen, außer Russland/Iran/Palästinensern/arabischen Staaten, die nicht Teil der Abraham-Abkommen sind).

Jedenfalls hatte Israel vor mehr als 10 Jahren viel mehr Sympathie.

Diese Meinungen haben im Falle Israels keinen großen Einfluss auf seine Politik. Es ist kein Land, das vom Tourismus lebt, es braucht keine wirkliche Einwanderung mehr, und es hat eine unerschöpfliche natürliche Ressource, zumindest vorerst: die Unterstützung des Westens für die Entwicklung von Waffen und "Produkte der Sicherheitsindustrie", Kanonenfutter und wachsende Sicherheitsexporte. Davon lebt Israel, während es tötet und stirbt.

Für ein Land wie Deutschland, das sich mit Israel identifiziert, ist das eine andere Geschichte. Aus unserer eigenen Erfahrung (wir haben mit schockierten Reportern und Menschen gesprochen, die neugierig waren und ihre Berichte auf Koreanisch, Norwegisch, Serbokroatisch, Italienisch, Spanisch usw. veröffentlicht haben) lesen wir viele Kommentatoren auf der Welt, ehemalige Diplomaten, Experten und die Nachrichten dort.

Es ist klar, dass eine Aussage wie die von Merz über das Leben in Belem nach dem dortigen Besuch rassistisch und kolonialistisch ist, und die Menschen auf der Welt hören diese Dinge. Jeder, der sieht, wie Deutschland eine Israelisierung durchläuft, ist über das Ergebnis der UN-Wahlen nicht überrascht. Und das bedeutet, dass es Deutschland auch mit seinem Geld nicht gelingt, die öffentliche Meinung zu kaufen. Die Wahl war geheim, aber wir wissen:

1. Länder mit geringem bis gar keinem wirtschaftlichem Einfluss wie Portugal oder Österreich erhielten die Stimmen.

2. Österreich hat eine nicht minder braune Vergangenheit und wurde gewählt: Das liegt nicht an der Vergangenheit (und seine "aufarbeitung"), sondern an der Gegenwart.

3. Das Video, in dem Annalena Baerbock die deutsche Niederlage gegen zwei kleine, in der EU nicht besonders einflussreiche Länder verkündet, wurde von Zehntausenden Menschen auf der Welt geteilt. Diese haben sich darauf und darüber gefreut das Gesicht dieser deutschen Frau so zu erleben. Eine Deutsche Genozid-Unterstützerin, die systematisch lügt und über viele Leichen gegangen ist, um zu diesem Moment zu gelangen, darunter auch über eine deutsche Kollegin, eine erfahrene Diplomatin.

4. Wenn Deutschland diesen Sitz bekommen hätte – so wie Baerbock gefragt wurde, wie sie das UN-Plenum leiten könne, während sie selbst Verstöße gegen das Völkerrecht begeht und propagiert – dann wäre der deutsche Vertreter gefragt worden, wie Deutschland an einem Ort sitzen könne, der für den Frieden sorgen soll, während es selbst auf der Anklagebank in Den Haag sitzt wegen Waffenlieferungen an einen israelischen Völkermord.

Dieselbe deutsche Arroganz und die Überraschung über die schmerzliche Niederlage liegen der deutschen Migrationspolitik zugrunde. In der Realität: Deutschland ist ein Land ohne natürliche Ressourcen, mit einem nicht immer einladenden Wetter, und über das Essen, die Esskultur und die Lebensfreude sollten wir besser keine Worte verlieren. Man kann sagen, dass Deutschland für jemanden, der ein Hauch von dolce vita sucht, nicht das erste Ziel ist. Deutschland ist ein alternder Industriestaat, abhängig von Arbeitskräften und mit einer niedrigen Geburtenrate. Vielleicht denkt Björn Höcke, dass Deutschland Hand anlegen und viele Kinder zeugen kann, aber selbst wenn er jede Nacht seine Spendierhose an hätte, es würde nicht reichen. Für Wahlen, wie für Kinder, braucht man zumindest auch jemanden, der teilnimmt und die Sache unterstützt.

Wenn wir hier über die deutsche Migrationspolitik schreiben, über die Aktivierung nazistischen Methoden der Ausbürgerung, der Kontrolle der öffentlichen Meinung durch Propaganda, Unterdrückung, Schläge, Kündigungen usw., erhalten wir gelegentlich Kommentare wie „Richtig, er hat es nicht verdient deutscher Staatsbürger zu sein.“ Und das ist der Fehler. Diejenigen, die die Migranten verdienen müssen, ist die einheimische deutsche Bevölkerung. Als sich Deutschland wie ein Ort verhielt, an dem man gerne lebt, kamen Menschen – auch die „guten und erwünschten Migranten“.

Das Statistische Bundesamt zeigt negative Migrationssalden (Deutsche verlassen das Land, hauptsächlich nach Österreich, in die Schweiz und nach Spanien). Es ist wahrscheinlich, dass die meisten Migranten nach Spanien Rentner sind, die mit ihrer deutschen Rente auf Mallorca besser leben. Aber es sind auch junge Leute darunter, und wir kennen einige von ihnen, die schon verlassen haben, oder in Deutschland studieren und auf das Ende ihres Studiums warten, um anderswo zu arbeiten und zu leben (Deutschland ist ein guter Ort für die berufliche Ausbildung in bestimmten Bereichen, das Studium ist kostenlos usw.).

Um diese junge Generation zu gewinnen, muss Deutschland arbeiten, nicht die jungen Leute und Migranten müssen sich dem deutschen Wahnsinn anpassen. Die öffentliche Meinung ist etwas, das sich mit der Zeit ändert. Nach Berlin kommen immer noch junge Leute aus Italien und Spanien, die hier mehr verdienen als in Italien oder besser als Homosexuelle leben können als in Griechenland. Irgendwann wird auch das enden, und diese Zahlen gehen zurück.

Wenn man eine solche Umfrage über die öffentliche Meinung über Deutschland durchführen würde (vielleicht gibt es sie ja, und wir kennen sie nicht), sähe der Trend nicht anders aus. Agenturen zur Anwerbung philippinischer Pflegekräfte für Deutschland schließen, ein Projekt mit Kenia zur Anwerbung qualifizierter Migranten ist gescheitert und diese UNO-Abstimmung ist ein weiterer Moment, in dem die Israelisierung Deutschlands sichtbar wird.

Auch das Argument von Wadephul, dass Deutschland sich nicht rechtzeitig um einen Sitz im Sicherheitsrat beworben habe und nicht genug Zeit gehabt habe, um sich zu vermarkten, ist ein israelisches Argument: als ob das Problem nur die schlechte PR wäre. Dem ist nicht so. Es gibt Dinge, die man nicht gut vermarkten und verkaufen kann. Leichen ermordeter Babys, Frauen, die berichten, dass sie vergewaltigt wurden, Ärzte, die ins Gefängnis gebracht und in Konzentrationslagern gefoltert werden, Polizisten, die Kinder und Demonstranten verhaften und schlagen – man kann die öffentliche Meinung unterdrücken und kontrollieren, was die Leute sagen. Aber man kann nicht kontrollieren, was sie fühlen und wie sie bei einer geheimen Wahl abstimmen, wenn sie die Freiheit haben, etwas zu tun, das nicht unter dem deutschen Stiefel steht.

Link im 1. Kommentar

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