23/10/2026
Die CDU kann sich ihre Sonntagsreden über die Brandmauer langsam sparen. Was in Sachsen-Anhalt abgeht, ist eine politische Bankrotterklärung.
Schaut euch dieses Foto vom Juni an! Guido Heuer von der CDU und Ulrich Siegmund von der rechtsextremen AfD. Lachend, Schulter an Schulter, die Hände übereinander. Heuer sprach damals von einer politischen Konfrontation. Ja, klar! So sieht also die knallharte Abgrenzung aus.
Inzwischen fordert Heuer einen anderen Umgang mit der AfD. Und bei der Ministerpräsidentenwahl Siegmunds will er im Saal bleiben, während seine CDU-Fraktion hinausgehen möchte. Wen er wählen wird, lässt er offen.
Warum eigentlich dieser demonstrative Alleingang?
Erinnern wir uns an die Wahl des AfD-Landtagspräsidenten Tobias Rausch. 48 Ja-Stimmen, obwohl AfD und BSW zusammen nur 44 Sitze haben. Vier zusätzliche Stimmen! Und obwohl sich die CDU-Fraktion enthalten wollte, gab es insgesamt nur fünf Enthaltungen.
Woher kamen diese Stimmen? Die Wahl war geheim. Aber dass die CDU ein gewaltiges Problem in ihren eigenen Reihen hat, lässt sich kaum noch übersehen.
Und jetzt kommt der Gipfel der Heuchelei: Sobald demokratische linke Parteien über eine Zusammenarbeit nachdenken, holt die Union Honecker aus der Mottenkiste. Aber wenn es um die eigene Abgrenzung zur AfD geht, wird herumgeeiert, relativiert und nach Ausreden gesucht.
Was für eine erbärmliche Doppelmoral!
Die AfD muss diese Brandmauer gar nicht einreißen. Teile der CDU erledigen das inzwischen selbst. Mit freundlichem Lächeln und ohne erkennbare Skrupel.
Wer bei demokratischen Linken den Untergang des Abendlandes beschwört, aber nach rechts die Türen öffnet, soll uns verdammt noch mal keine Vorträge über demokratische Verantwortung halten!