22/09/2026
Kreuzeder erstattet Anzeige wegen Hass- und Bedrohungs-Kommentar
„Klare Grenze gegen Hass und Bedrohungen im Netz“
Von Michael Hudelist
Freilassing. Linken-Stadtrat Rudy Kreuzeder geht jetzt gegen einen Facebook-User vor, der unter einem Kreuzeder-Posting zum CSD in Berchtesgaden den Politiker mit dem Umbringen bedroht hat: „Wenn ich dich sehe ersäufe ich dich im Königssee“. Weitere Ergüsse des Users im besagten Posting geben wir nicht wieder. „Kritik gehört zur Demokratie, sie darf deutlich, unbequem und auch scharf formuliert sein. Persönliche Beleidigungen und Gewaltandrohungen gegen politisch engagierte Menschen und ihre Familien sind jedoch keine legitime Form der politischen Auseinandersetzung“, so Kreuzeder, der jetzt bei der Polizei in Freilassing eine erste Anzeige gegen den User erstattet hat, der keinen echten Namen für seinen Account verwendet.
Kreuzeder kündigte an, dass er solche Angriffe im Internet und in den sozialen Medien künftig nicht mehr hinnehmen, sondern konsequent dokumentieren und zur Anzeige bringen werde. „Diese Haltung gilt nicht nur für Angriffe gegen meine Person, sondern solidarisch für alle Menschen, die sich ehrenamtlich für Die Linke im Berchtesgadener Land engagieren“. Niemand dürfe sich fürchten, wegen seines demokratischen und politischen Engagements beleidigt, eingeschüchtert oder bedroht zu werden.
„Es ist traurig und erschreckend, dass solche Schritte notwendig geworden sind“, räumt der Linke Stadtrat und Kreisrat ein. Umso wichtiger sei es, geschlossen und solidarisch zu handeln. „Wo die Grenzen des demokratischen Meinungsaustauschs überschritten werden, werden wir den Schutz der staatlichen Behörden in Anspruch nehmen und auf strafrechtliche Konsequenzen hinwirken“. Das Internet sei kein rechtsfreier Raum.
Er habe den Fall der Bedrohung mit Screenshots und Fotos dokumentiert und so an die Polizei übergeben, „die Beamten haben dann eingeschätzt, ob es sich tatsächlich um eine Beleidigung und Bedrohung handelt, jetzt wird entsprechend ermittelt“. Die Ergebnisse werden dann an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet, die dann über das weitere Vorgehen entscheidet.
Kreuzeder Ziel von automatisierten Angriffen?
Diese erste Anzeige betreffe jetzt die Spitze eines Eisberges, Beleidigungen und Bedrohungen würden vermehrt auftauchen, „weil man über kurz oder lang auf den Listen von Chat- und Botgruppen landet, also Computerprogrammen, die Kommentare roboterartig automatisiert und selbstständig durchführt. „Wenn es nur ein paar Beiträge sind löscht man die einfach wieder raus, aber wenn es über Nacht hunderte sind kommt man mit dem Löschen und Blockieren nicht mehr nach“.
Ohne Namen zu nennen will Kreuzeder auch bei anderen Politikern und zivilgesellschaftlich engagierten Personen von solchen gezielten „Angriffen“ gehört haben.
Foto: Die Linke Freilassing
für und das