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Für soziale Gerechtigkeit, Frieden & Klimaschutz – Die Linke Rüsselsheim kämpft vor Ort für eine solidarische Stadt, bezahlbare Mieten und starke öffentliche Daseinsvorsorge.

Stolpersteine statt VogelschissErinnerung für die GegenwartInformations- und Diskussionsveranstaltung 3.11., 18:30 Uhr, ...
26/10/2026

Stolpersteine statt Vogelschiss
Erinnerung für die Gegenwart
Informations- und Diskussionsveranstaltung
3.11., 18:30 Uhr, Waldstraße 8
„Die Vergangenheit ist nicht tot, sie ist nicht einmal vergangen“ (William Faulkner)
Der Stadtrat von Heidenau in Sachsen hat Anfang Oktober entschieden, künftig alle Anträge für neue Stolpersteine unbesehen abzulehnen. Die Initiative dazu wurde von CDU- und AfD-Mitgliedern unterstützt. Offenbar stören die Stolpersteine dabei, die Nazidiktatur als kleinen „Vogelschiss“ (Gauland, AfD) in der ansonsten glorreichen deutschen Geschichte darzustellen.
Der zum Landtagsvizepräsident in Sachsen-Anhalt gewählte AfD-Ideologe Tillschneider will mit seiner Partei den „ungesunden Schuldkult“ beenden, denn „Unsere Vergangenheit soll uns keine Last mehr sein, sondern eine Lust.“
Zur Frage, wie dagegen eine sinnvolle und würdevolle Erinnerungskultur aussehen sollte, werden zwei kompetente Referenten Stellung nehmen. Bernd Heyl und Willi Braun sind beide seit Jahrzehnten, oft gemeinsam, erinnerungspolitisch und in Geschichtsinitiativen aktiv. Willi Braun war als stellvertretender VHS-Leiter und Fachbereichsleiter für Politische Bildung sowie in der AG "Arbeit und Leben" in diesem Sinne seit 1976 genauso tätig wie im Rahmen der Stiftung Alte Synagoge von 2006 bis 2021 und in der Stolpersteininitiative Rüsselsheim seit 2006.
Bernd Heyl war seit Anfang der 1980er Jahre unter dem Motto „Grabe wo du stehst“ in zahlreichen Geschichtsinitiativen im Kreis Groß-Gerau aktiv. So in Rüsselsheim bei der Vortragsreihe "Wir alle machen Geschichte". Bei der AG „Arbeit und Leben“ wirkten Volkshochschulen und die lokalen Gewerkschaften zusammen und es entstanden unter Heyls und Brauns Mitwirkung zahlreiche Publikationen und Ausstellungen. Im Zentrum stand vielfach der regionale Widerstand gegen den Faschismus. Heute sind diese Arbeiten von Interesse, weil der einmal erreichte Stand der Aufklärung von AfD und anderen Rechten als "Schuldkult" diffamiert wird und die Errungenschaften von damals verteidigt werden müssen. Zuletzt hat Bernd Heyl die Biographie Wilhelm Hammanns, eines bedeutenden Antifaschisten aus dem Kreis Groß-Gerau veröffentlicht. In dieses Buch sind viele Arbeitsergebnisse seiner jahrelangen Forschungen eingeflossen.
Nach den einführenden Referaten wird genügend Zeit für Diskussionen zum Gehörten und den aktuellen Herausforderungen sowie für Fragen zu Unterstützungsmöglichkeiten für die Stolperstein-Initiative sein.

Am Sonntag wieder der Spielenachmittag der Linken, nun in den neuen Räumen in der Waldstraße 8.Gerne begrüßen die extrem...
23/10/2026

Am Sonntag wieder der Spielenachmittag der Linken, nun in den neuen Räumen in der Waldstraße 8.
Gerne begrüßen die extrem spielfreudigen Linken dort die Besucher*innen mit extrem unterschiedlichen Spielemöglichkeiten.

12/10/2026

Ein erfreulicher Erlebnisbericht unseres Genossen Martin Dornheim:
Unterschriften gegen Abschiebung: Solidarität und Begegnung im Büro der Linken ( Waldstraße 8 )

Rüsselsheim, 11. Oktober 2026. Die Linke Rüsselsheim hat am Samstag, 10. Oktober, im Rahmen einer offenen Büroaktion Unterschriften gegen die Abschiebung eines 16-jährigen Mädchens gesammelt. Die Aktion war für die Zeit von 15 bis 16 Uhr geplant.

Ein Plakat machte vorbeigehende Menschen auf das Anliegen aufmerksam. Einige kamen spontan ins Büro, um sich zu informieren und zu unterschreiben. Auch vor dem Büro wurden Passantinnen und Passanten angesprochen und zahlreiche Unterschriften gesammelt.

Die Aktion bot zugleich Gelegenheit für Gespräche und ein gemeinsames Essen. Mit geretteten Lebensmitteln und Backwaren von Too Good To Go sowie Obst vom türkischen Supermarkt entstand ein gemütliches Beisammensein, das an einen späten Brunch erinnerte.

Die Linke Rüsselsheim möchte solche Gelegenheiten für Austausch und gemeinsames Engagement weiter ausbauen. Dazu lädt sie auch zum „Freiraum Rot“ ein, der jeden zweiten Donnerstag im Monat stattfindet. Der nächste Termin ist am 12. November 2026, 18:00 Uhr. Interessierte sind herzlich willkommen.

Das Bündnis „Bildung statt Abschiebung“ (eine hessische Initiative von Sozialverbänden, Bildungsträgern und zivilgesells...
08/10/2026

Das Bündnis „Bildung statt Abschiebung“ (eine hessische Initiative von Sozialverbänden, Bildungsträgern und zivilgesellschaftlichen Organisationen, die sich für ein Ende von Abschiebungen aus Kitas, Schulen und Ausbildungen einsetzt, vom Flüchtlingsrat über die Diakonie bis zur GEW, siehe https://www.diakonie-hessen.de/.../neues-buendnis-bildung... ) bittet um Unterschriften zur Verhinderung der Abschiebung von Rümeysa Kaya, erfolgreiche Schülerin der 10 GA der Otto-Hahn-Schule, Stipendiatin
der Polytechnischen Gesellschaft und der Chancenstiftung.
Die Unterschriftenliste zum Download hier: https://magentacloud.de/s/anPW2PaQFbXBPnc . Ausgefüllte Listen (Papier, gescannt, fotografiert) dann bis zum 15.10. an Dr. Isabel Carqueville bei der GEW, Zimmerweg 12, 60325 Frankfurt am Main .
Unterschreiben kann frau/man/d auch heute abend ab 18:00 beim offenen Treff der Linken ("Freiraum Rot") in der Waldstraße 8 in Rüsselsheim.

🚩 Freiraum Rot - Der offene Treff für ALLE🚩

Gemeinsam austauschen, diskutieren oder einfach den Feierabend verbringen: Ab sofort laden wir euch jeden Monat in unseren „Freiraum Rot" ein!

Ein offener Stammtisch ohne festes Programm dafür mit guten Gesprächen, netten Leuten und kühlen Getränken.

Wann: Jeden 2. Donnerstag im Monat, 18:00 Uhr
Wo: Büro Waldstraße 8, 65428 Rüsselsheim

Verpflegung: Snacks und Getränke vor Ort.

Wir freuen uns auf euch :)

🚩 Freiraum Rot - Der offene Treff für ALLE🚩Gemeinsam austauschen, diskutieren oder einfach den Feierabend verbringen: Ab...
07/10/2026

🚩 Freiraum Rot - Der offene Treff für ALLE🚩

Gemeinsam austauschen, diskutieren oder einfach den Feierabend verbringen: Ab sofort laden wir euch jeden Monat in unseren „Freiraum Rot" ein!

Ein offener Stammtisch ohne festes Programm dafür mit guten Gesprächen, netten Leuten und kühlen Getränken.

Wann: Jeden 2. Donnerstag im Monat, 18:00 Uhr
Wo: Büro Waldstraße 8, 65428 Rüsselsheim

Verpflegung: Snacks und Getränke vor Ort.

Wir freuen uns auf euch :)

03/10/2026

Zum von OB Patrick Burghardt installierten "Expertenrat" zur Haushaltskonsolidierung (hier die offizielle städtisch-Burghardtsche Beschreibung dieser Institution: https://www.ruesselsheim.de/services/themen-startseite/expertenrat-haushalt/ ) haben wir zwei Stellungnahmen veröffentlicht:
Die zweite hier zuerst:
+ + + Presseerklärung, 21.8.2026 + + +
Expertenmänner und menschliche Intelligenz
OB Burghardts „Expertenrat“ zur Haushaltskonsolidierung hat vermutlich zum ersten Mal getagt. Genau wissen kann man es nicht, schließlich treffen sich die zwölf Männer des Rats hinter verschlossenen Türen, also in einer Geheimratsecke. Dass dabei nur Männer als Haushaltsexperten gelten, Frauen und Flinta-Personen für den qualifizierten Umgang mit den kommunalen Finanzen nicht gefunden werden konnten, ist schon bemerkenswert. Schließlich waren und sind es im wesentlichen Männer in Politik und Wirtschaft, die für die Misere der Kommunalfinanzen verantwortlich sind.
Und gleich drei der Männer kommen aus der Landesregierung und ihrem Rechnungshof. Und diesem Rechnungshof fielen seit Jahrzehnten als Forderungen nichts anderes ein, als den Theaterbetrieb einzustellen, die Aufwendungen für Sport, Kultur und andere freiwillige Leistungen zu kürzen und Steuern und Gebühren zu erhöhen. Dabei finden sich für das Kürzen freiwilliger sozialer Leistungen charmant-innovative Formulierungen wie „Die Förderung von freiwilligen Leistungen im Bereich Soziales … ist mit der finanziellen Leistungsfähigkeit in Einklang zu bringen.“ Auch die Empfehlung des Rechnungshofs, die Betreuungszeiten in den Kitas zu verringern und dadurch Personal und dessen Bezahlung einzusparen, wurde hübsch verpackt als „Optimierung der Betreuungszeiten“ zum Verkauf angeboten.

Und nun sind sie nach Burghardts Ankündigung, im Handumdrehen „unabhängig“.
Unabhängig von den Bedürfnissen und den Argumenten der Einwohner*innen Rüsselsheims auf jeden Fall.
Dazu kommen die drei hauptamtlichen Magistratsmitglieder und, von Burghardt ausgewählt, sein Partei- und Kreistagskollege Dr. Thorsten Dietrich.
Der linke Stadtverordnete Anastasios Kalpinis sagt dazu „Das ist ein gezielter Versuch, das verbriefte politische Recht der Haushaltsfestlegung durch das Stadtparlament zu schwächen und den Eindruck zu erwecken, dies ließe sich auf einer vermeintlichen Expertenebene entpolitisieren.
Und natürlich sind die Experten nicht unabhängig von ihren jetzigen bzw. früheren Funktionen und den damit verbundenen ideologischen Vorgaben.“
Im Sozial- und Erziehungsbereich allein waren 2025 mehr als hundert von den Stadtverordneten beschlossene Stellen nicht besetzt, insgesamt waren es mehr als 250. Gerade in Bereichen wie Kitas, der Ausländerbehörde, dem Jugendamt und bei den Schulen wird eher mehr als weniger Personal gebraucht. Menschliches Engagement, Empathie und humane Intelligenz lassen sich hier weder generell durch Digitalisierung noch speziell durch „Künstliche Intelligenz“ ersetzen.

Dass die Kommunen für die von Bund und Land übertragenen Aufgaben seit Jahren, wie von der Linken dargestellt, nicht ausreichend und ausgleichend mit Mitteln ausgestattet werden und der kommunale Finanzausgleich gerade bei Kommunen wie Rüsselsheim mit geringen Gewerbesteuereinnahmen bei weitem nicht ausreicht, ist inzwischen wohl bei allen Verantwortlichen angekommen. So beteiligt sich OB Burghardt an Kampagnen wie „Kommunen am Limit“, die klarstellen, dass mit weiteren Leistungskürzungen und Steuer- und Gebührenerhöhungen nicht nur den Einwohner*innen, sondern auch demokratischen Verfahren geschadet wird und die defizitären Haushalte so nicht konsolidiert werden können. Ein geheim tagender „Expertenrat“ ist also unnötig wie ein Kropf. Notwendig sind, so die Linke, öffentliche Investitionen in die zivile Infrastruktur und eine auskömmliche Finanzierung der kommunalen Aufgaben. Dies kann ermöglicht werden, durch eine gerechtere Besteuerung von großen Vermögen und Kapitalgewinnen und den Verzicht auf die irrsinnigen Ausgaben in Militarisierung und Kriegstüchtigmachung.
+ + + Ende PE vom 21.8.2026 + + +

+ + + Presseerklärung, 6.8.2026 + + +
Bertelsmänner, Schüllermänner, Expertenmänner
Rüsselsheims OB Patrick Burghardt (CDU), zuständiger Dezernent für den kommunalen Haushalt, hat, gemäß seinen Äußerungen im „Sommerinterview“ bei Radio Rüsselsheim, den Versuch, für dieses Jahr einen genehmigten Haushalt zu erstellen, aufgegeben. Und für die Jahre 2027 folgende hat er einen hinter verschlossenen Türen tagenden „Expertenrat“ initiiert, der ihm offenbar einen Teil der Verantwortung abnehmen soll. Das sei eine neue Idee, deren wesentlicher Inhalt der unabhängige „Blick von außen“ sei. Zur Auffrischung von Burghardts Gedächtnis: Ein solcher Blick von außen wurde bereits vor zwei Jahrzehnten von seinem Vorgänger Stefan Gieltowski (SPD) für Stadtentwicklung und Haushaltskonsolidierung organisiert. Die Experten waren die Professoren Rürup und Hujer zusammen mit der Hessen-Agentur des Wirtschaftsministeriums. Die wiederum 40 weitere Experten konsultierten. Ergebnis war die Studie „Rüsselsheim 2020“, die zwecks Anlockung wohlhabender Menschen einen Golfplatz, Loftwohnungen und eine Privatschule empfahl. Und zur schnelleren Haushaltskonsolidierung die Schließung oder Privatisierung städtischer Einrichtungen und Eigentums.
Bereits 2009 engagierte der Magistrat unter Gieltowski zwecks weiterem Blick von außen gut bezahlte Experten der Bertelsmann-Stiftung. Auch die empfahlen ganz originell Verkäufe, Gebührenerhöhungen, Personalverschlankung.
Da mochte 2013 OB Burghardt nicht zurückstehen und engagierte die Beratungsfirma Schüllermann. Und die lieferte für gutes städtisches Geld mit dem Blick von außen tatsächlich 87 Vorschläge auf die von innen ja garantiert keiner gekommen wäre. Gebühren und Eintrittspreise erhöhen (Theater, VHS, Musikschule, Stadtbücherei, Betreuungsschule, Bauaufsicht, ÖPNV), beteiligungsfördernd die Ortsbeiräte und die Wahl des Seniorenbeirats abschaffen, Grund- und Gewerbesteuer erhöhen, Grünpflege und Kitabetreuung genauso reduzieren wie den ÖPNV, Freizeit an Geburtstagen streichen … und Theater und Musikschule schließen. Was dann innen von Burghardt und anderen gerne aufgegriffen, zum Teil umgesetzt, zum Teil, wie die Theaterschließung vorgeschlagen wurde und mit viel Engagement von Bürger*innen und Gewerkschaften abgewehrt werden musste.
Davon, dass ähnlicher Widerstand bei den Vorschlägen, die von den zwölf Männern des Burghardtschen Expertenrats vorgelegt werden, nötig werden könnte, geht die Linke aus. Und darauf sollten sich auch andere potentiell Betroffene – und das ist fast die gesamte Einwohnerschaft – einstellen.
Soziale Angebote, Kultur, Jugendarbeit, Sport, Bildung, Mobilität, Klima- und Hitzeschutz und Unterstützung für Menschen mit geringem Einkommen sind kein Luxus – sie sind das Fundament einer lebenswerten Stadt.
Angesichts des 2025 auf 31,9 Milliarden Euro gestiegenen Defizits in den kommunalen Haushalten in Deutschland wären Forderungen nach einem Sondervermögen „Kommunalentschuldung“ und einer dauerhaft auskömmlichen Gemeindefinanzreform angebracht.
Viele Kommunen sind seit Jahren strukturell unterfinanziert und tragen immer mehr Aufgaben, ohne dafür ausreichend Mittel von Bund und Land zu erhalten.
Und angesichts des von der KfW ermittelten Investitionsrückstaus der Kommunen von 231 Milliarden Euro sind auch die etwa 60 Milliarden Euro, die von den 500 Milliarden Sonderschulden, genannt „Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität“, innerhalb der nächsten zwölf Jahre bei den Kommunen ankommen sollen, weit vom Notwendigen entfernt.
Vielleicht ringen sich diejenigen Mitglieder des Expertenrats, die tatsächlich unabhängig sind, auch zu einem Appell durch, die irrsinnige Aufrüstung und Militarisierung mit jährlich dreistelligen Milliardenbeträgen zugunsten der kommunalen Investitionen und der Herstellung für alle lebenswerter, sozial handlungsfähiger Kommunen zu stoppen
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Von lechts und rinks und von von LuckeLichtungmanche meinenlechts und rinkskann man nicht velwechsernwerch ein llltum(Er...
30/03/2026

Von lechts und rinks und von von Lucke
Lichtung
manche meinen
lechts und rinks
kann man nicht velwechsern
werch ein llltum
(Ernst Jandl, 1966)
Interview im Main-Spitzen-Echo (Ableger der Mainzer Allgemeinen) vom 28.3.2026 mit Albrecht von Lucke (siehe Bild):
Frage (Interviewer Christopher Hechler, vrm): sollte die SPD eher nach links oder stärker in Richtung Mitte?
Nach rechts kommt als Möglichkeit für die SPD nicht vor – oder?
Bei der Asylrechtsverschärfung auf europäischer (GEAS [1]) und deutscher Ebene [2] :
SPD trottet CDU/CSU und AfD hinterher
Bürgergeldhetze: SPD trottet CDU/CSU und AfD hinterher [3]
Rentenkürzungen: SPD trottet CDU/CSU und FDP hinterher [4]
Klimapolitik: SPD trottet CDU/CSU und AfD hinterher [5]
Kriegstüchtigmachung: SPD marschiert CDU/CSU und AfD vorneweg
Von Albrecht von Lucke kein Wort zum verbalen Wegfall der Rechten und rechter Politik. Stattdessen konstruiert er eine Zerrissenheit der gequälten SPD zwischen „Juso-Sehnsucht“ nach Umverteilung und der Abwanderung zur AfD. Es gab und könnte weitergeben also nach dieser Darstellung eine Abwanderung zur AfD wegen zuviel Umverteilung von den Reichen zu den nicht so reichen Menschen? Ein paar Sätze weiter allerdings der Rat an Lars Klingbeil und Bärbel Bas mittlere und niedrige Einkommen zu entlasten – Logik, Konsistenz der Argumente?
Zur Rente meint er, dass nach neuen Reformplänen manche Menschen länger arbeiten müssen und das Rentenniveau von 48% noch einmal gesenkt werden könnte. Das würde zwar „bei den vorwiegend älteren Wählern von Union und SPD nicht gut ankommen“, trotzdem müsse eine Rentenreform kommen.
Die käme dann aber einer Umverteilung von den Menschen mit mittleren und niedrigen Einkommen zu den vermögenden Kapitaleignern gleich – Logik, Konsistenz der Argumente?
Der Interviewer Hechler meint feststellen zu können: „Der Hype um den Klimaschutz ist vorbei“ – dazu kein Widerspruch durch von Lucke, dass es sich bei den Studien, Gutachten, Debatten, Klimakonferenzen, Maßnahmen zum Klimawandel nicht um einen „Hype“ handelte, sondern um eine - weiterhin unzureichende - Reaktion auf eine extrem bedrohliche Entwicklung. Immerhin stellt er dann auch fest, dass die Bedeutung der ökologischen Frage wieder wichtiger werden wird.
In der Nummer 10/2025 der „Blätter für deutsche und internationale Politik“, deren Redakteur er ist, zeigte er in seinem Leitartikel bereits, dass ihm auch vor dem Wegfall historischer Fakten nicht graust. Schon die Überschrift „Die Rückkehr der Machtpolitik“ ruft die Frage hervor, wo diese sich denn in den vergangenen Jahrzehnten verkrochen hatte. Nach von Lucke erleben wir durch Trump (und Putin und Xi sowieso) neben der Rückkehr „brutaler Machtpolitik das Ende eines 80jährigen historischen Ausnahmezustandes in Europa: das Ende der Jalta-Welt, in der die Vereinigten Staaten die Sicherheit des demokratischen (West-)Europas garantierten und mit ihrer Unterstützung für die Vereinten Nationen auch den Multilateralismus und eine regelbasierte Weltordnung.“ So wurde nach klassischen Putschregeln 1953 der iranische Premierminister Mossadegh in einer multilateralen Operation von CIA und MI6 und dem Schah weggeputscht, von 1955 bis 1975 Vietnam und seine Menschen multilateral (deutsches Geld und politische Unterstützung waren auch dabei) mit Na**lm, Bombenteppichen, hochgiftigem Dioxin und Massakern regelrecht „in die Steinzeit zurückgebombt“ [6], 1961 Patrice Lumumba, der Premierminister der DR Kongo in einer bilateralen Aktion von USA/CIA und Belgien ermordet, 1973 in Chile der gewählte Präsident Allende und seine Regierung vom CIA, Seite an Seite mit großen Teilen des chilenischen Militärs und der deutschen Siedlung „Colonia Dignidad“ mit Verbindungen zum BND, blutig gestürzt und durch eine mörderische Militärdiktatur, ökonomisch angeleitet durch die neoliberalen „Chicago Boys“, ersetzt. Die US-Militärinvasion 1983 auf der kleinen Insel Grenada erfolgte unilateral, aber die auf den gängigen militärischen Regeln basierenden Kriege gegen Irak, Jugoslawien, Libyen, Afghanistan … erfolgten dann wieder multilateral mit einigen willigen Mitvollstreckern der USA.
Fast identisch vergesslich-lückenhaft geht es im Artikel „Das Zeitalter des neuen Imperialismus“ von Prof. em. Ulrich Menzel, Politikwissenschaftler wie von Lucke, in den „Blättern“ 02/2026 zu. Dort wird den Leser*innen die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts - mit Fortsetzung bis zur „Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro“ als „fundamentale historische Zäsur“ – als geprägt von der Tradition der Vereinigten Staaten als benevolenter, das Völkerrecht achtender Hegemon vorgestellt. Ach ja, die benevolenten (wohlwollenden, gütigen, gutmütigen) Putsche, Morde, Terrorregime, Bombenteppiche …
Ob von Lucke den Herrn Professor für diesen Artikel gewonnen hat, weiß ich natürlich nicht. Aber da wuchs zusammen, was zusammengehört.
+ + +
[1] https://www.proasyl.de/.../faq-zur-europaeischen.../
[2] https://www.proasyl.de/.../rueckschrittskoalition.../
[3] https://www.sovd.de/.../reform-der-grundsicherung...
[4] https://www.fdp.de/rentenpaket-zeigt-reformunfaehigkeit...
[5] https://presseportal.greenpeace.de/263709-greenpeace-zum.../
[6] US-General Curtis LeMay wörtlich: "das Land auf ein steinzeitliches Niveau zurückzuwerfen"

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