04/10/2026
INNENMINISTER AUF ABWEGEN: WIE MANUEL HAGEL DEN RECHTSSTAAT GEGEN DIE WAND POSTET
Man reibt sich fassungslos die Augen: Hat die CDU in Baden-Württemberg eigentlich jegliche staatspolitische Selbstachtung an der Garderobe abgegeben?
Manuel Hagel agiert derzeit nicht wie der Innenminister von Baden-Württemberg, sondern eher wie ein digitaler Krawall-Aktivist mit akutem Drang zur Selbstinszenierung. Dass ein Verfassungsminister die Berliner Wahlergebnisse nutzt, um via Social Media Jagd auf die dortige Polizei zu machen, ist schon ein starkes Stück. Seine Begründung? Reines, ungefiltertes Stammtisch-Gold: „Die Berliner Polizei ist zu schade für eine linke Clanbürgermeisterin…“
Peinlicher wird es nur, wenn man einen Blick auf die Fakten wirft, die Hagel so elegant ignoriert.
Elif Eralp will Regierende Bürgermeisterin werden. Ob sie das wird, entscheidet das Berliner Abgeordnetenhaus – und ganz sicher kein ungebetener Ratgeber aus Stuttgart. Doch Hagels kalkulierter Kurzschluss geht noch weiter: Er wirft munter Namen und Vorwürfe in den Mixer, die in Wahrheit Ferat Koçak betreffen. Aber hey, wen interessieren schon Details? Hauptsache, die Schlagworte „links“ und „Clan“ bringen die eigene Filterblase zum Glühen. Personelle Trennung? Für einen Innenminister anscheinend ein Fremdwort.
Die Quittung kam prompt: Die Berliner Linke hat Hagel eine Unterlassungsverpflichtungserklärung serviert. Grund: Amtsmissbrauch durch die Verletzung der staatlichen Neutralitätspflicht. Dass er das Ding nicht unterschreiben will, passt ins Bild – Fehler einzugestehen, beschädigt schließlich das mühsam aufgebaute Stammtisch-Image.
Vielleicht täte dem Minister ein kleiner Exkurs in die eigene Parteigeschichte gut. Sein Amtsvorgänger Thomas Strobl kaufte sich 2022 erst durch die Zahlung einer Geldauflage von 15.000 Euro aus einem Ermittlungsverfahren wegen illegaler Aktenweitergabe frei.
Verwechslungsgefahr? Ausgeschlossen! Niemand würde Herrn Hagel diesen handfesten Skandal zuschreiben. Das war Strobl, nicht er. Es wäre ja auch bodenlos unseriös, Menschen für die Verfehlungen anderer haftbar zu machen.
Merken Sie eigentlich, wie sich der Kreis schließt, Herr Hagel?
Demokratischer Diskurs lebt von Argumenten, nicht von verleumderischen Nebelkerzen und der versuchten Sabotage eines anderen Bundeslandes aus dem sicheren Ministerhauptquartier heraus.
Herr Hagel, ein Ministeramt ist kein digitaler Güllekübel mit Dienstwagen-Privileg. Wer den Rechtsstaat im Briefkopf führt, sollte ihn zumindest fehlerfrei buchstabieren können, statt ihn im Netz gegen die Wand zu posten. Für billige Stammtischparolen und intellektuelle Geisterfahrten braucht das Land schließlich kein hochbezahltes Ministerium – das schafft jede anonyme Troll-Armee auch umsonst.
© M.S.