05/09/2026
In der ablaufenden Ratsperiode ist die AfD durch komplette Untätigkeit aufgefallen. Kein Antrag, keine Anfrage an Verwaltung! Und jetzt lösen Tempolimit und Baumpflanzung alle Probleme in Schneverdingen?
Unser Bürgermeisterkandidat Michael Kühnel äußert sich zur Situation in der Böhme-Zeitung. Zugleich nimmt er Stadtrat und die Verwaltung bei der Klimaanpassung in die Pflicht. Dabei weist er darauf hin, dass Massnahmen auch die Wirklichkeit in Schneverdingen widerspiegeln müssen:
Wenn sich das Klima verändert, müssen wir unsere Stadt darauf vorbereiten. Entscheidend ist für mich dabei nicht, wer die spektakulärste Einzelmaßnahme fordert. Wir müssen herausfinden, wo in Schneverdingen wirklich Handlungsbedarf besteht und was wir zuerst tun müssen.
Dafür müssen wir unsere tatsächlichen Risiken kennen. Wir sollten wissen, wo Hitze oder Starkregen zum Problem werden und welche Straßen, Plätze oder Gebäude ohnehin erneuert werden müssen. Dort Klimaanpassung gleich mitzudenken, ist sinnvoller, als später teuer nachzubessern.
Schneverdingen ist zudem keine Großstadt. Wir leben in einer vergleichsweise grünen Stadt und haben andere Voraussetzungen als hochverdichtete Städte mit großen Betonflächen. Deshalb sollten wir uns auch keine Konzepte überstülpen, nur weil sie andernorts gerade modern sind. Was wir tun, muss zu Schneverdingen passen.
Die Verwaltung muss dem Rat dafür verständliche und fachlich belastbare Entscheidungsgrundlagen liefern. Aber entschieden wird nicht im Gutachten. Die gewählten Ratsmitglieder müssen abwägen, Prioritäten setzen und für ihre Entscheidungen Verantwortung übernehmen. Genau deshalb ist die Kommunalwahl wichtig. Die Bürger entscheiden, wem sie diese Verantwortung anvertrauen.
Bei größeren Maßnahmen möchte ich wissen, welches Problem wir damit lösen, welche Wirkung wir erwarten und was es kostet. Ebenso müssen wir erklären können, warum eine Aufgabe Vorrang vor einer anderen bekommt.
Mein Grundsatz ist, erst hinzuschauen, dann zu bewerten und zu priorisieren und anschließend konsequent umzusetzen. Das muss pragmatisch, transparent und auf unsere Stadt zugeschnitten geschehen.
Klimaanpassung braucht keinen Aktionismus und keine Konzepte von der Stange. Nicht was am modernsten klingt, ist richtig, sondern was bei uns tatsächlich funktioniert.