17/09/2026
🏗️ Bericht aus dem Ausschuss für Bauen des Ennepe-Ruhr-Kreises
Am 16. September 2026 tagte der Ausschuss für Bauen des Ennepe-Ruhr-Kreises im Kreishaus Schwelm.
Auf der Tagesordnung standen zahlreiche wichtige Bau- und Sanierungsprojekte des Kreises.
📊 TOP 3: Quartalsbericht Hochbauprojekte
Mit dem in diesem Jahr neu eingeführten Quartalsbericht wurden die laufenden Hochbauprojekte des Kreises erneut vorgestellt und die jeweiligen Baufortschritte dargestellt.
Aus unserer Sicht ist dieser Quartalsbericht ein sehr praktisches und sinnvolles Instrument. Er schafft Transparenz darüber, wo die einzelnen Projekte standen, wo sie aktuell stehen und welche Entwicklung in den kommenden Monaten zu erwarten ist.
Dadurch können Fortschritte, Verzögerungen und Kostenentwicklungen von Ausschusssitzung zu Ausschusssitzung besser nachvollzogen und kontrolliert werden.
🏫 TOP 4: Förderschule Hiddinghausen
Ein weiteres wichtiges Thema war die angespannte Raumsituation an der Förderschule Hiddinghausen.
Vor zehn Jahren wurden dort noch 129 Schülerinnen und Schüler beschult. Für das kommende Schuljahr wird inzwischen mit mehr als 200 Schülerinnen und Schülern gerechnet.
Bereits heute werden 17 Klassen unterrichtet, obwohl formal lediglich 13 Klassenräume zur Verfügung stehen.
Für das Schuljahr 2027/28 werden kurzfristig mindestens drei weitere Klassenräume benötigt.
Der ursprünglich geplante Containerbau konnte aufgrund brandschutzrechtlicher Vorgaben nicht umgesetzt werden. Stattdessen soll nun ein Modulbau errichtet werden. Parallel sucht der Kreis weiterhin nach einem dauerhaften Teilstandort.
Auch die geplante dritte Förderschule in Hattingen-Holthausen wurde thematisiert. Die aktuelle Kostenschätzung liegt bei rund 34,4 Millionen Euro.
🗣️ REDEBEITRAG: ANDRE PAFFRATH
Andre Paffrath hat deutlich gemacht, dass wir uns stärker mit den Ursachen beschäftigen müssen.
Es darf nicht ausreichen, immer nur auf die aktuellen Probleme zu reagieren. Die zentrale Frage lautet:
➡️ Warum steigt der Bedarf an Förderschulplätzen so stark an?
Zudem hat Andre Paffrath nach Analysen und Prognosen gefragt, wie sich die Schülerzahlen in den kommenden zehn Jahren entwickeln könnten.
Nur mit belastbaren Zahlen können die notwendigen Bauprojekte rechtzeitig geplant werden, statt dem Bedarf ständig hinterherzulaufen.
🚗 TOP 5: Neubau Kfz-Halle am Berufskolleg Hattingen
Für den geplanten Neubau einer Kfz-Halle am Berufskolleg Hattingen werden aktuell Gesamtkosten von rund 7,9 Millionen Euro veranschlagt.
Bei einer angestrebten Förderquote von 90 Prozent könnte der Eigenanteil des Kreises bei bis zu 1,9 Millionen Euro liegen.
Die endgültige Förderhöhe steht derzeit noch nicht fest.
🏢 TOP 6: Kreishaussanierung
Ein Schwerpunkt der Sitzung war erneut die Zukunft des Kreishauses Schwelm.
Nachdem die ursprünglich geplante Kernsanierung mit Kosten von rund 142 Millionen Euro bereits im vergangenen Jahr verworfen wurde, gilt derzeit eine Teilsanierung mit einem Budget von bis zu 80 Millionen Euro als Grundlage.
Das Planungsbüro SSP stellte nun erneut zwei Varianten vor:
🔹 Kompletter Freizug des Gebäudes
Bauzeit: etwa 3,5 Jahre
🔹 Sanierung in Bauabschnitten bei laufendem Betrieb
Rund 8 % Mehrkosten und eine Bauzeit von etwa 8,5 Jahren
Das Stimmungsbild im Ausschuss deutete darauf hin, dass viele politisch Verantwortliche einen vollständigen Freizug bevorzugen, sofern eine geeignete Interimslösung gefunden werden kann.
🗣️ REDEBEITRAG: ANDRE PAFFRATH
Andre Paffrath hat kritisch hinterfragt, wie verhindert werden soll, dass die längere Bauzeit, steigende Baupreise und zusätzliche Nachträge die erwarteten Einsparungen am Ende wieder aufzehren.
Dabei hat er deutlich gemacht, dass die Sanierung des Kreishauses nicht zu einer ähnlichen Kostenentwicklung führen darf wie beim Gefahrenabwehrzentrum.
💶 Die Bürgerinnen und Bürger erwarten zu Recht einen verantwortungsvollen Umgang mit Steuergeldern.
Während überall gespart werden soll, darf der Kreis keine unnötigen Prestigeprojekte verfolgen.
Außerdem sollen verschiedene optionale Planungsbausteine bereits jetzt mitgedacht und geprüft werden. Dazu gehören unter anderem:
🌱 Dachbegrünung
☀️ Photovoltaik
♿ Barrierefreiheit
🛡️ mögliche Schutzräume im Tiefgeschoss
🔌 E-Ladesäulen
🅿️ Parkraumbewirtschaftung
🗣️ REDEBEITRAG: ALEXANDER BERNDT
Alexander Berndt merkte insbesondere die Bewertungsmatrix an, mit der die Varianten „Komplettfreizug“ und „Sanierung in Bauabschnitten“ verglichen wurden.
Aus seiner Sicht war nicht nachvollziehbar, weshalb die Auslagerung von rund 434 Mitarbeitenden teilweise besser bewertet wird als die zeitweise Umsetzung von nur etwa 14 Mitarbeitenden.
Auch die Bewertung möglicher Betriebsstörungen war für ihn nicht schlüssig.
Die Antworten von Verwaltung und Gutachtern konnten aus Sicht der Fraktion die offenen Fragen nicht zufriedenstellend klären.
Gerade bei einer Investition dieser Größenordnung müssen Bewertungskriterien transparent, nachvollziehbar und objektiv überprüfbar sein.
🏗️ TOP 7: Fassadenbrüstungen am Kreishaus
Für die Fassadenbrüstungen des Kreishauses wurde ein erheblicher Sanierungsbedarf festgestellt.
Auslöser war unter anderem die Demontage eines akut absturzgefährdeten Bauteils im März 2026.
Für die notwendigen Maßnahmen sind außerplanmäßig 1,1 Millionen Euro beschlossen worden.
🚨 TOP 8: Gefahrenabwehrzentrum
Auch zum Gefahrenabwehrzentrum wurde ein aktueller Sachstandsbericht vorgestellt.
Das genehmigte Gesamtbudget liegt bei 115,68 Millionen Euro, die aktuelle Kostenprognose bei 110,43 Millionen Euro.
Die Fertigstellung wird derzeit für August 2027 erwartet.
Der Rohbau konnte bereits Ende 2025 abgeschlossen werden. Die weiteren Bauabschnitte befinden sich aktuell in der Umsetzung.
🔵 FAZIT DER SITZUNG
Die Sitzung hat erneut gezeigt, dass im Bereich Bauen und Sanieren erhebliche finanzielle Herausforderungen auf den Ennepe-Ruhr-Kreis zukommen.
Insbesondere bei Großprojekten wie der Kreishaussanierung ist aus unserer Sicht entscheidend, dass Kosten, Zeitplanung und Bewertungsgrundlagen transparent und nachvollziehbar bleiben.
Als Fraktion werden wir die weiteren Entwicklungen kritisch begleiten und insbesondere darauf achten, dass mit den finanziellen Mitteln des Kreises verantwortungsvoll und wirtschaftlich umgegangen wird.