16/08/2026
+++ Geschäfte nicht mit Andersdenkenden +++
Ein Unternehmen aus dem Landkreis Waldshut, genauer gesagt aus Wehr, hat mir nach einem bereits erfolgten Vertragsabschluss mitgeteilt, die vereinbarte Dienstleistung nun doch nicht erbringen zu wollen.
Die Begründung, wörtlich: Man könne dies „nicht mit meiner persönlichen politischen Einstellung vereinbaren“.
Das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen.
Besonders bitter ist, dass davon nicht nur ich, sondern auch Kinder betroffen sind. Aber für mich geht die Frage inzwischen weit über diesen konkreten Fall hinaus: Wo soll das enden?
Heute verweigert jemand eine Dienstleistung wegen der politischen Haltung eines Kunden. Was kommt morgen? Lebensmittel? Energie? Medikamente?
Eine Demokratie lebt davon, dass Menschen unterschiedliche politische Überzeugungen haben und trotzdem respektvoll miteinander umgehen. Wenn politische Gesinnung plötzlich darüber entscheidet, mit wem man Verträge erfüllt oder Geschäfte macht, läuft etwas gewaltig schief.
Und ja: Auch Teile der Politik und der Medien tragen aus meiner Sicht Verantwortung für ein gesellschaftliches Klima, in dem politische Gegner immer häufiger nicht mehr als Menschen mit einer anderen Meinung, sondern als Personen behandelt werden, von denen man sich abgrenzen muss.
In was für einer Welt leben wir eigentlich, wenn politische Ausgrenzung plötzlich als moralisch richtig empfunden wird?
Ich bin einiges gewohnt. Aber dieser Vorgang hat selbst mich fassungslos gemacht.
Jetzt mal ehrlich: Demokratie zeigt sich nicht darin, wie wir mit Gleichgesinnten umgehen. Sondern darin, wie wir mit Menschen umgehen, deren Meinung wir nicht teilen.