01/11/2026
"Ankauf Galerie, Kirchenstraße 15“, so lautet der Tagesordnungspunkt 4 des öffentlichen Teils der Gemeinderatssitzung am kommenden Dienstag, 3. November – herzliche Einladung zum Besuch der Sitzung!
Eigentümer der Galerie ist Stephan Bruckmeier, gleichzeitig Pächter der „Bruckmeierei“ im Gemeindezentrum. Er hat die Galerie sowie das zugehörige Grundstück von seiner Mutter Elfriede Bruckmeier nach ihrem Tod im Jahr 2023 (Nicht 2013, wie in unserem Newsletter irrtümlich geschrieben. Da hat sich der Fehlerteufel eingeschlichen - sorry dafür!) geerbt. Nun hat Stephan Bruckmeier sich offenbar entschieden, die Liegenschaft zu verkaufen und der Bürgermeister hat daran Interesse, wie beide beim Oktoberfest am 10.10. diesen Jahres verkündeten. Dieses Thema beschäftigt uns im nichtöffentlichen Teil der Gemeinderatssitzungen schon geraume Zeit, da der Eigentümer und der Bürgermeister nun selbst offen davon sprechen, können auch wir das tun.
Die „Galerie“ ist ein wunderschönes Jugendstilensemble bestehend aus Veranstaltungssaal (ehemals Gaststube mit Theater), Stube mit Schank, Veranda, Eiskeller (hier wurden Eisblöcke für den Gasthausbetrieb gelagert) und Einigem mehr. Der Musiker Florian Schönwiese, Grüner Gemeinderat im Ort, beschreibt, wie berühmt beispielsweise der Saal in Künstlerkreisen weit über unsere Region hinaus ist. Das Gebäude ist zwar nicht denkmalgeschützt (das wollten die Eigentümer nicht), wurde von der Familie Bruckmeier aber möglichst originalgetreu erhalten. Der Verein für Kunst und Kultur (VKK), ehemals unter Federführung von Elfriede und nun von Stephan Bruckmeier, bespielt den Saal mit zahlreichen Veranstaltungen und Aktivitäten. Gewerbeberechtigung für die Küche existiert nicht mehr, erforderlichenfalls erfolgt die Bewirtung durch Catering, beispielsweise von der Bruckmeierei.
So stehen wir nun vor der Entscheidung, „die Galerie“ zu kaufen.
Klar ist jedenfalls, dass die Liegenschaft für unsere Gemeinde von unschätzbarem Wert ist. Über den geforderten Kaufpreis dürfen wir nicht sprechen, diese Themen werden im nichtöffentlichen Teil der Gemeinderatssitzung behandelt. Neben dem Kaufpreis ist jedenfalls mit hohen Investitionen zu rechnen, beispielsweise soll ein Ganzjahresbetrieb erfolgen, was ein Abdichten der Geschossdecke, neue Fenster (!) und die Installation einer Heizung erforderlich mache.
Gleichzeitig ist auch klar, dass Eichgraben - nach teuren Investitionen in den vergangenen Jahren, beispielsweise Kauf und Entwicklung des Areal der neuen Sportplätze - aktuell an allen Ecken und Enden kürzt: die Unterstützung für unsere Vereine (Kunst, Kultur, Sport) wurde drastisch reduziert; die Jugendarbeit im Ort ausgesetzt und – nach Druck von uns Grünen – nun auf niederem Niveau fortgeführt; der Bürgermeister hat davon gesprochen, dass der Fortbestand des Freibads unsicher ist; und die Gemeindegebühren (Bad, Wasser, Friedhof etc.) ebenso wie die Badticketpreise wurden massiv erhöht.
Weiters fragen wir, wie das Gebäude genutzt werden soll und wer das machen soll. Jedenfalls verfügt Eichgraben bereits über zahlreiche Räumlichkeiten für Veranstaltungen, das Angebot an Sälen wurde in den vergangenen Jahren erheblich erweitert: im Fuhrwerkerhaus, im Gemeindezentrum, in der Schule und in der Alten Gärtnerei. Leider ist der Bedarf nicht gleichermaßen gestiegen und die Auslastung der Räume oft sehr gering; das bedeutet Kosten für Erhalt und Betrieb bei geringen Einnahmen.
Unser Ziel ist eine gute Lösung für Eichgraben und die Galerie sowie den Verkäufer. Daher haben wir Grüne uns gemeinsam mit der SPÖ im Ort in den Gremien mit zahlreichen konstruktiven Vorschlägen und Fragen eingebracht und einige Anregungen wurden aufgegriffen.
Was allerdings noch fehlt:
👉 ein umfassendes Nutzungskonzept sowie einen entsprechender Geschäftsplan für mindestens fünf Jahre.
👉 ein echtes Veranstaltungsmanagement, wie das in den vergangenen Jahren Stephan Bruckmeier begonnen hat, um die Galerie und die weiteren Räume in Eichgraben gut auszulasten. Das geplante reine Vermieten des Raumes durch die Gemeinde ist jedenfalls nicht ausreichend.
👉 die Veranlassung einer Prüfung, ob das Ensemble Galerie unter Denkmalschutz gestellt werden kann. Nur echter Denkmalschutz sichert den Bestand von Objekten langfristig und dafür gibt es besondere Förderungen. Einige denkmalgeschützte Objekte prägen den Charakter unseres Ortes ganz wesentlich, beispielsweise Viadukt der Bahn, Aquädukt, Fuhrwerkerhaus, Wienerwalddom, kleine Kirche und sowie Pfarrhof.
👉 die finale Version des Kaufvertrags (eine erste Variante wies zahlreiche Mängel auf).
Das Thema "Galerie" und ihr Fortbestand beschäftigt uns jedenfalls sehr!
Wie seht ihr das?