15/09/2026
Altenwohnheim stundenlang ohne Strom
Neuer Stromanschluss im laufenden Betrieb
Beim Altenwohnheim Kitzbühel musste am Montag, 14. September, die hausinterne Strom-Hauptleitung neu an das öffentliche Stromnetz angeschlossen werden. Diese kritische Infrastrukturmaßnahme erfolgte während des laufenden Betriebs. Von der Gemeindeeinsatzleitung, der Heimleitung und den Kitzbüheler Stadtwerken wurde dieser dringend notwendige Einsatz akribisch vorbereitet. Alle Arbeiten konnten problemlos durchgeführt werden.
Im Gebäude des Kitzbüheler Altenwohnheimes, zu dem auch die Kurz- und Übergangspflege sowie der Trakt für das betreute Wohnen und die Zimmer des Berufsschul-Internats gehören, musste die Strom-Hauptleitung zwischen dem Netzübergabepunkt sowie dem Einspeisepunkt des Notstromaggregates und der Hausverteilung erneuert werden. Die Kabel wurden dafür bereits im Vorfeld von den Kitzbüheler Stadtwerken neu verlegt. Am Montag, 14. September 2026, mussten diese jedoch noch angeschlossen werden. Die alten Kabelverbindungen wurden durch die Mitarbeiter der Kitzbüheler Stadtwerke abgeschlossen und entfernt, die neuen Kabel eingeleitet und mit den technischen Bauteilen der Schaltanlagen verbunden. „Die Herausforderung war, dass während den Anschlussarbeiten das gesamte Gebäude für mehrere Stunden stromlos war. Die Bewohnerinnen und Bewohner mussten aber natürlich weiterhin lückenlos betreut werden“, erklärte Alexander Gamper, Sicherheitsstadtrat und Einsatzkoordinator der Gemeindeeinsatzleitung. Weshalb die Arbeitsabläufe so unspektakulär wie möglich gestaltet werden mussten, um damit neben den Bewohnern auch den Pflegekräften einen möglichst „normalen“ Tag zu ermöglichen.
Aus diesem Grund wurden von der Gemeinde-Einsatzleitung in Zusammenarbeit mit der Heimleitung und den Kitzbüheler Stadtwerken bereits im Vorfeld alle nötigen Arbeiten minutiös geplant. Damit der Tagesbetrieb unter diesen einschränkenden Bedingungen bestmöglich weiterlaufen kann, wurden zur Unterstützung weitere Blaulichtorganisationen wie die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Kitzbühel, das Rote Kreuz und die Stadtpolizei angefordert. Sogar Elmar Rizzoli, Leiter des Tiroler Zentrum für Krisen- und Katastrophenmanagement, reiste extra aus Innsbruck an, um sich die Durchführung dieser kritischen Infrastrukturmaßnahmen vor Ort anzusehen. „Kitzbühel ist im sicherheitstechnischen Bereich bestens aufgestellt und agiert hier als Vorbild im Land Tirol“, fand Rizzoli lobende Worte in Richtung Bürgermeister Dr. Klaus Winkler und Einsatzkoordinator Stadtrat Alexander Gamper, der für die vorbereitenden Maßnahmen und die Abwicklung hauptverantwortlich tätig war. „Für uns ist natürlich von besonderer Bedeutung, dass neben der ausgezeichneten Betreuung unserer älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger auch die technischen Voraussetzungen im Haus sicherheitstechnisch perfekt sind“, erklärte Bürgermeister Dr. Winkler.
Eine der vielen Herausforderungen war zum Beispiel die Wahrung der Brandabschnitte. „Bei einem Stromausfall gehen die Brandschutztüren zu und dürfen nicht aufgespreizt werden“, erklärt Altenwohnheim-Geschäftsführerin Silvia Huber-Hölzl. Zudem fällt die gesamte IT-Infrastruktur aus und kein Telefon funktioniert mehr. „Trotzdem müssen unsere 119 Bewohner im Altenwohnheim sowie die Patienten in der Kurz- und Übergangspflege weiterhin lückenlos betreut werden“, so Huber-Hölzl.
Um die stromlose Zeit zu überbrücken, wurde von der Kitzbüheler Feuerwehr das im Gerätehaus gelagerte mobile Notstromaggregat angeliefert und mit einer mobilen Verkabelung im ganzen Haus angeschlossen. In Verwendung waren zudem kleine handliche Stromspeicher. Die Firma INSTAGRID stellte dafür zu den bereits existierenden vier gemeindeeigenen tragbaren Energiespeichern noch 10 Stück kostenfrei zur Verfügung, damit zum Beispiel auch die Wendedruckmatratzen, Beatmungsgeräte, Sondennahrung und Beleuchtung in zentralen Bereichen aufrecht erhalten bleiben konnte.
Durch die penible Vorbereitung konnten alle nötigen Arbeiten problemlos durchgeführt werden und nach rund viereinhalb Stunden war der gesamte Gebäudekomplex des Altenwohnheimes wieder an das öffentliche Stromnetz angeschlossen.