Krisenhilfe OÖ

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Krisenhilfe OÖ Die Krisenhilfe OÖ bietet rasche und professionelle Unterstützung bei psychischen Krisen - telefonisch rund um die Uhr unter 0732 / 2177.

In unserem letzten Posting rund um die Onlineberatung ging es um die Anonymität. Heute widmen wir uns einem umstrittenen...
22/10/2026

In unserem letzten Posting rund um die Onlineberatung ging es um die Anonymität. Heute widmen wir uns einem umstrittenen Thema: der Sinneskanalreduktion.

Im direkten Gespräch achten wir als Berater*innen nicht nur auf das gesprochene Wort, sondern auch auf die analogen Botschaften, die unser Gegenüber durch Mimik, Gestik, Körperhaltung oder Tonfall sendet. In manchen Situationen sind diese Botschaften - weil oft unbewusst - aussagekräftiger als das gesprochene Wort.

In der Onlineberatung fehlt diese Ebene. Aber das bedeutet nicht, dass ein geschriebener Text keine Subtöne beinhaltet. Ist ein*e Klient*in müde? Oder erschöpft? Oder völlig fertig? Genauso, wie sich unsere Wahrnehmung der Klient*innen auf das Geschriebene fokussiert, so fokussieren sich auch die Klient*innen in ihrer Kommunikation. Dadurch entsteht ein Raum, in dem es manchen leichter fällt, sich zu öffnen.

Und für uns als Berater*innen treten Wortwahl, Satzbau und Rhythmus an die Stelle von Mimik, Gestik und Tonfall. Auch in einem geschriebenen Text steckt meist viel Gefühl.

Was meint ihr: Können in einem Online-Austausch echte Nähe und Vertrauen entstehen? Oder braucht es dafür das persönliche, direkte Gespräch?

Im Oktober dreht sich bei uns alles um das Thema Onlineberatung. Für manche ist sie ein rotes Tuch. Wir glauben: zu Unre...
16/10/2026

Im Oktober dreht sich bei uns alles um das Thema Onlineberatung. Für manche ist sie ein rotes Tuch. Wir glauben: zu Unrecht. Denn Onlineberatung wirkt nicht schlechter als eine Face-to-face Beratung, aber sie wirkt anders.

Heute geht’s um den Wirkfaktor „Anonymität”

Einer der Vorteile der Onlineberatung für die Klient*innen ist, dass sie selbst entscheiden können, was sie von sich preisgeben wollen. Das kann es einfacher machen, den ersten Schritt zu wagen und Hilfe zu suchen. Zudem fällt es in diesem Setting oft leichter, über Themen zu reden, die im persönlichen Gespräch kaum ausgesprochen werden.

Diesen Effekt der „Online-Enthemmung” kennt man in der Forschung eher aus dem Verhalten der Menschen in Foren oder auf sozialen Plattformen. In der Beratung kann sich dieser Effekt positiv auswirken, weil sich Klient*innen schneller öffnen und über das sprechen, was sie belastet.

Für uns als Berater*innen bedeutet das im Umkehrschluss:
👉 Anonymität respektieren: Nichts aus den Klient*innen „herauskitzeln”, sondern den Wert der Anonymität erkennen
👉 Offenheit wertschätzen: Wenn sich ein*e Klient*in in dieser Situation öffnet und vielleicht sogar mehr über sich selbst preisgibt, soll das gespiegelt werden.
👉 Transparenz über den Prozess: Geschriebenes wird gespeichert und vielleicht mit Kolleg*innen besprochen. Das sollte offen kommuniziert werden.

🤔Was meint ihr: Welche Themen sprechen Menschen online schneller an als im direkten Kontakt?

Über das eigene Erleben zu reden, kann Balsam für die Seele sein. Und fast genauso wichtig wie das Reden ist, jemanden z...
09/10/2026

Über das eigene Erleben zu reden, kann Balsam für die Seele sein. Und fast genauso wichtig wie das Reden ist, jemanden zu haben, der aufmerksam zuhört.👂

Das ist das zentrale Thema des Welttags der psychischen Gesundheit am 10. Oktober. Und es ist auch eine der zentralen Aufgaben der Krisenhilfe Oberösterreich.

„Reden” und „Zuhören” bedingen aber nicht automatisch ein persönliches Gespräch: Gerade die Anonymität einer geschriebenen Nachricht kann Menschen helfen, das, was sie beschäftigt, freier auszudrücken. Und als „Zuhörer” haben wir die Möglichkeit, das schriftlich „Gesagte” noch besser zu reflektieren oder auch mit Kolleg*innen zu diskutieren.

Mehr zu diesem Thema gibt es in den nächsten Wochen auf unseren Social Media Kanälen. Denn genau das - die Online-Beratung - steht bei uns im Oktober im Fokus.

Kann Beziehung entstehen, wenn Mimik, Stimme und unmittelbare Reaktionen fehlen? 💬Gerade in der psychosozialen Beratung ...
05/10/2026

Kann Beziehung entstehen, wenn Mimik, Stimme und unmittelbare Reaktionen fehlen? 💬

Gerade in der psychosozialen Beratung wird schriftbasierte Onlineberatung manchmal vor allem über das definiert, was im Vergleich zum persönlichen Gespräch fehlt. Dabei können genau diese Besonderheiten eigene Wirkfaktoren entfalten.

Anonymität kann die Schwelle senken, scham- oder angstbesetzte Themen anzusprechen. Der Fokus auf das geschriebene Wort kann Selbstöffnung erleichtern. Das Formulieren der eigenen Situation schafft Raum für Reflexion – und weil Nachrichten erhalten bleiben, können Gedanken, Impulse und Interventionen später noch einmal aufgegriffen werden.

Onlineberatung ist damit nicht einfach die digitale Variante eines persönlichen Gesprächs. Sie ist ein eigenes Beratungssetting mit eigenen Möglichkeiten und Wirkmechanismen.

Im Oktober nehmen wir einige dieser Wirkfaktoren genauer unter die Lupe und fragen, was sie für die professionelle Beratung bedeuten.

👉 Welche Erfahrungen macht ihr mit schriftbasierter Beratung?

Verbundenheit schützt. 🤝Während Einsamkeit und soziale Isolation als Risikofaktoren für psychische Krisen und Suizidalit...
29/09/2026

Verbundenheit schützt. 🤝

Während Einsamkeit und soziale Isolation als Risikofaktoren für psychische Krisen und Suizidalität gelten, zeigt die Forschung ebenso deutlich: Soziale Verbundenheit, Zugehörigkeit und unterstützende Beziehungen wirken als wichtige Schutzfaktoren. 💛

Gemeinschaft entsteht nicht nur in Familie oder Freundeskreis. Auch Vereine, Nachbarschaftsinitiativen, Selbsthilfegruppen, Freizeit- und Bildungsangebote oder ehrenamtliches Engagement können Verbundenheit fördern und neue soziale Brücken schaffen. pro mente OÖ, EXIT-sozial und viele weitere Organisationen schaffen mit ihren Angeboten Räume für Begegnung, Austausch und Teilhabe – und können damit Einsamkeit entgegenwirken. 🌉🧍‍♀️🧍‍♂️

Gerade für Menschen, die sich einsam fühlen, können niederschwellige Begegnungsmöglichkeiten ein erster wichtiger Schritt sein. Nicht jede Krise lässt sich durch soziale Kontakte verhindern. Aber das Gefühl, gesehen, gehört und verbunden zu sein, kann Hoffnung stärken und neue Perspektiven eröffnen. 🌱✨

Weitere Informationen:
https://www.pmooe.at/angebotsdetails/psychosoziale-treffpunkte
https://www.exitsozial.at/angebote/psychosoziale-treffpunkte

Suizidgedanken sind nicht immer auf den ersten Blick erkennbar. Sie können ausgesprochen werden, sich aber auch hinter R...
24/09/2026

Suizidgedanken sind nicht immer auf den ersten Blick erkennbar. Sie können ausgesprochen werden, sich aber auch hinter Rückzug, Hoffnungslosigkeit oder Äußerungen wie „Ich kann nicht mehr“ verbergen.

Gerade für Fachkräfte in psychosozialen, pädagogischen oder medizinischen Arbeitsfeldern kann es herausfordernd sein, einzuschätzen, was hinter solchen Aussagen steckt. Umso wichtiger ist es, Hinweise ernst zu nehmen und offen anzusprechen. Die Sorge, dadurch erst Suizidgedanken auszulösen, ist unbegründet. Im Gegenteil: Nachzufragen kann entlasten und einen Raum schaffen, in dem Betroffene über ihre Gedanken sprechen können.

Dabei geht es nicht darum, sofort eine Lösung parat zu haben. Zuhören, die Situation gemeinsam einordnen und bei Bedarf professionelle Hilfe zu organisieren, können wichtige erste Schritte sein.

Die Krisenhilfe OÖ ist rund um die Uhr unter der Telefonnummer 0732 / 2177 erreichbar – für Menschen in Krisen ebenso wie für Angehörige und Fachkräfte.

Nicht immer braucht es die richtigen Worte. Manchmal braucht es vor allem jemanden, der bleibt.Menschen nach einem Suizi...
21/09/2026

Nicht immer braucht es die richtigen Worte. Manchmal braucht es vor allem jemanden, der bleibt.

Menschen nach einem Suizid zu begleiten, bedeutet, mit einer Situation konfrontiert zu sein, für die es häufig keine raschen Antworten oder einfache Lösungen gibt. Trauer, Schock, Schuldgefühle, Wut, Leere oder quälende Fragen können gleichzeitig auftreten oder rasch aufeinanderfolgen und sich immer wieder verändern.

Das Zitat eines Vaters, der seinen Sohn durch Suizid verloren hat, macht deutlich, was professionelle Begleitung in dieser Situation auch bedeuten kann: da sein, zuhören und gemeinsam aushalten, was im Moment kaum erträglich scheint.

Gerade für Fachkräfte kann schnell der Impuls entstehen, helfen, entlasten oder etwas „richtig“ machen zu wollen. Manchmal liegt die Qualität der Begleitung aber gerade darin, dem Schmerz Raum zu geben und ihn gemeinsam mit dem betroffenen Menschen auszuhalten.

Wir können uns heute mit Menschen verbunden fühlen, die wir noch nie getroffen haben – und sogar Beziehungen zu einem Ge...
14/09/2026

Wir können uns heute mit Menschen verbunden fühlen, die wir noch nie getroffen haben – und sogar Beziehungen zu einem Gegenüber aufbauen, das gar kein Mensch ist. 💬

Social Media und künstliche Intelligenz schaffen neue Formen von Beziehung, die sich erstaunlich persönlich und emotional bedeutsam anfühlen können. Doch welche Folgen hat diese Entwicklung für Menschen, die sich einsam fühlen?

Für die psychosoziale Arbeit lohnt sich ein differenzierter Blick: Nicht jede intensive Bindung an Influencer*innen, fiktive Figuren oder KI-Chatbots ist automatisch problematisch. Entscheidend ist vielmehr, welche Funktion diese Beziehung im Leben eines Menschen übernimmt – und wie sie sich auf bestehende soziale Kontakte auswirkt.

Gerade im Zusammenhang mit Einsamkeit entsteht daraus ein Spannungsfeld: Parasoziale Beziehungen können ein Gefühl von Nähe und Verbundenheit vermitteln und Einsamkeit mitunter lindern. Echten Austausch, persönliche Begegnung und die Erfahrung, von einem anderen Menschen wahr- und angenommen zu werden, können sie jedoch nicht ersetzen.

👉 Welche Erfahrungen macht ihr damit?

🌍 Wir wechseln heute häufiger den Wohnort, sind beruflich flexibler und gestalten unser Leben sehr individuell. Das eröf...
10/09/2026

🌍 Wir wechseln heute häufiger den Wohnort, sind beruflich flexibler und gestalten unser Leben sehr individuell. Das eröffnet viele Möglichkeiten. Gleichzeitig entstehen stabile soziale Bindungen heute weniger selbstverständlich als früher. Beziehungen wollen aufgebaut und gepflegt werden – neben beruflichen Anforderungen, schulischem Leistungsdruck und einem oft dicht getakteten Alltag.

Anlässlich des Welttags der Suizidprävention am 10. September möchten wir deshalb auf einen wichtigen Risikofaktor für psychische Krisen aufmerksam machen: Einsamkeit. 💛

Anhaltende Einsamkeit und soziale Isolation können das Risiko für psychische Erkrankungen, Suizidgedanken und suizidale Krisen erhöhen. Umgekehrt können tragfähige Beziehungen, Zugehörigkeit und soziale Verbundenheit Halt geben und in schwierigen Zeiten schützen. 🤝

Auch der diesjährige Yellow September stellt Einsamkeit in den Mittelpunkt. Unter dem Motto „Gemeinsam geht mehr!“ macht der Aktionsmonat darauf aufmerksam, wie wichtig echte Beziehungen und das Gefühl von Zugehörigkeit für unsere psychische Gesundheit sind.

Wenn du dich einsam fühlst oder gerade eine schwierige Zeit durchmachst, sind wir für dich da. 💬

📞 0732 / 2177 (rund um die Uhr erreichbar)
💻 http://chat.beratung-krisenhilfeooe.at (Mo-Fr, 18-21 Uhr)
🔗 Link in Bio

Einsamkeit ist mehr als allein zu sein.Menschen können viele Kontakte haben und sich trotzdem einsam fühlen. Andere habe...
01/09/2026

Einsamkeit ist mehr als allein zu sein.

Menschen können viele Kontakte haben und sich trotzdem einsam fühlen. Andere haben nur wenige soziale Beziehungen und erleben dennoch ein starkes Gefühl von Zugehörigkeit.

In der Arbeit mit betroffenen Menschen lohnt es sich deshalb, nicht nur nach der Anzahl von Kontakten zu fragen, sondern auch danach, wie diese Beziehungen erlebt werden.

Alter, Geschlecht und persönliche Lebensumstände können zusätzlich beeinflussen, wie Einsamkeit wahrgenommen wird und welche Rolle sie im Alltag spielt.

Deshalb kann eine Frage im Gespräch besonders hilfreich sein: „Mit wem fühlen Sie sich wirklich verbunden?“

Adresse

Scharitzerstraße 6-8/4. OG
Linz
4020

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