22/10/2026
In unserem letzten Posting rund um die Onlineberatung ging es um die Anonymität. Heute widmen wir uns einem umstrittenen Thema: der Sinneskanalreduktion.
Im direkten Gespräch achten wir als Berater*innen nicht nur auf das gesprochene Wort, sondern auch auf die analogen Botschaften, die unser Gegenüber durch Mimik, Gestik, Körperhaltung oder Tonfall sendet. In manchen Situationen sind diese Botschaften - weil oft unbewusst - aussagekräftiger als das gesprochene Wort.
In der Onlineberatung fehlt diese Ebene. Aber das bedeutet nicht, dass ein geschriebener Text keine Subtöne beinhaltet. Ist ein*e Klient*in müde? Oder erschöpft? Oder völlig fertig? Genauso, wie sich unsere Wahrnehmung der Klient*innen auf das Geschriebene fokussiert, so fokussieren sich auch die Klient*innen in ihrer Kommunikation. Dadurch entsteht ein Raum, in dem es manchen leichter fällt, sich zu öffnen.
Und für uns als Berater*innen treten Wortwahl, Satzbau und Rhythmus an die Stelle von Mimik, Gestik und Tonfall. Auch in einem geschriebenen Text steckt meist viel Gefühl.
Was meint ihr: Können in einem Online-Austausch echte Nähe und Vertrauen entstehen? Oder braucht es dafür das persönliche, direkte Gespräch?