24/09/2026
Matthias Hofer, Obmann Pro Gymnasium:
„Sechs Jahre Volksschule sind keine Antwort auf fehlende Grundkompetenzen“
„Wer unser Bildungssystem verbessern will, muss früher, gezielter und individueller fördern. Lesen, Schreiben und Rechnen müssen wieder konsequent ins Zentrum der Volksschule rücken“, erklärt Matthias Hofer, Obmann von Pro Gymnasium, zu den Plänen von Bildungsminister Wiederkehr für eine sechsjährige Volksschule.
Hofer spricht sich klar gegen eine generelle Verlängerung der Volksschulzeit aus: „Eine pauschale Ausweitung der Volksschule löst kein einziges Bildungsproblem. Entscheidend ist nicht, wie lange ein Kind die Volksschule besucht, sondern ob es am Ende über die notwendigen Grundkompetenzen in Lesen, Schreiben und Rechnen verfügt.“ Anstatt erneut Strukturdebatten zu führen, brauche es mehr Verbindlichkeit bei den Bildungszielen sowie gezielte und individuelle Unterstützung für Kinder mit Lernrückständen. „Wenn ein Kind Schwierigkeiten beim Lesen oder Rechnen hat, hilft ihm keine Diskussion über Schulmodelle. Es braucht rasche Unterstützung, klare Lernziele und Fördermaßnahmen, die tatsächlich bei den betroffenen Kindern ankommen“, betont Hofer.
Besonders wichtig sei es, Bildungsdefizite möglichst früh zu erkennen und gegenzusteuern. „Der beste Zeitpunkt für Förderung ist so früh wie möglich. Deshalb müssen wir bereits im Kindergarten genau auf Sprachentwicklung, Lernvoraussetzungen und soziale Reife achten. Frühzeitige Förderung verhindert spätere Defizite und schafft bessere Bildungschancen für alle Kinder“, so Hofer.
„Bildungspolitik sollte sich daran messen lassen, ob Kinder die grundlegenden Kulturtechniken nach der Volksschule sicher beherrschen. Neue Strukturen allein ersetzen keine Qualität im Unterricht und keine wirksame Förderung“, hält Hofer abschließend fest.