06/10/2026
📋🏛️ Aus dem Eupener Stadtrat – Sitzung vom 5. Oktober 2026
🔥🌿 Vennbrand und die daraus zu ziehenden Lehren, eine weitere Anpassung des städtischen Haushalts, die finanzielle Absicherung des Wetzlarbades – und 2.000 Euro mehr für soziale Zwecke dank fachkundigem Blick auf einige goldene Fundsachen: Auch wenn diesmal keine ganz großen Grundsatzentscheidungen auf der Tagesordnung standen, gab es im Eupener Stadtrat einige interessante Themen und Entscheidungen.
👥 Veränderungen im Stadtrat
Zu Beginn der Sitzung gab es einige personelle Veränderungen. Nach dem Rücktritt von Alexandra Barth-Vandenhirtz übernimmt Patrick Scholl die Funktion des Sprechers der SPplus-Fraktion. Als neues Ratsmitglied wurde Hatice Koç vereidigt und in verschiedene Ausschüsse und Gremien entsandt.
Bei der CSP wird Sally De Bruecker während ihres Schwangerschafts- und Mutterschaftsurlaubs bis Ende des Jahres durch Anne Fockedey vertreten.
🔥🌲 Vennbrand: Welche Lehren ziehen wir aus dem August?
Mit einer Interpellation wurden die Erkenntnisse aus dem Vennbrand im August 2026 und der Umgang mit diesem Ereignis noch einmal Thema im Stadtrat. Gerade mit Blick auf Prävention, Einsatzabläufe und die Konsequenzen für zukünftige vergleichbare Situationen ist eine Aufarbeitung wichtig.
🗣️ Die Position der OBL Eupen-Kettenis zum Vennbrand hat Phillippe Klein vorgetragen:
„Der Brand im Hohen Venn hat uns alle beschäftigt. Er hat uns noch einmal gezeigt, wie wertvoll das Venn für unsere Region ist, aber auch wie verletzlich diese besondere Landschaft sein kann.
Bevor wir über die Folgen und darüber sprechen, was wir daraus lernen können, möchten wir als OBL vor allem eines tun: Danke sagen.
Danke an die vielen Feuerwehrleute, die über Tage und teilweise Wochen unter sehr schwierigen Bedingungen im Einsatz waren.
Besonderer Dank geht an die Hilfeleistungszone der DG und an ihren Kommandanten Francis Cloth. Er hat schon während des Einsatzes gesagt, dass dieser Brand ein „Marathon“ werden würde. Und genau das war es.
Unser Dank gilt auch den vielen anderen belgischen und deutschen Feuerwehren und den Einsatzkräften aus dem Ausland, die uns unterstützt haben.
Dazu kamen der Zivilschutz, die Polizei, das Militär, das DNF, das Rote Kreuz und die medizinischen Dienste.
Ganz besonders erwähnen möchten wir auch die Landwirte und Lohnunternehmer. Sie haben mit ihren Maschinen geholfen und vor allem große Mengen Wasser zu den Einsatzorten gebracht.
Und dann waren da noch die vielen Menschen aus der Bevölkerung, die Getränke und Essen gebracht oder auf andere Weise geholfen haben. Auch den Nachbargemeinden, der Provinz Lüttich und allen weiteren Helfern gilt unser Dank.
Jetzt müssen wir uns aber auch fragen: Was können wir für Eupen daraus lernen?
Mehr als 3.300 Hektar waren von diesem Brand betroffen. Das zeigt, welche Dimension ein solcher Brand innerhalb kurzer Zeit erreichen kann.
Für uns als OBL geht es dabei nicht darum, vorschnell einen Schuldigen zu suchen. Viel wichtiger ist die Frage: Was können wir beim nächsten Mal besser machen und wie können wir uns in Eupen darauf vorbereiten?
Wir sollten gemeinsam mit unserer Hilfeleistungszone prüfen, ob wir für solche großen Wald- und Flächenbrände gut genug vorbereitet sind. Der Einsatz hat gezeigt, wie wichtig geländegängige Fahrzeuge, eine schnelle Wasserversorgung, Drohnen, Brandschneisen und andere technische Hilfsmittel sein können.
Wir sollten auch das Gebiet unsere eigene Gemeinde genauer betrachten. Wo gibt es bei großer Trockenheit besondere Gefahren? Wo liegen Wälder nahe an Wohngebieten? Können Feuerwehrfahrzeuge alle wichtigen Stellen gut erreichen?
Ein weiterer Punkt ist unsere Trinkwasserversorgung. Während des Vennbrands wurden die Talsperren besonders überwacht und teilweise auch für die Löschmaßnahmen genutzt. Mit unserer Talsperre sollten wir auch diesen Punkt in unsere Überlegungen einbeziehen.
Aber zur Vorsorge gehört auch, die Bevölkerung bei extremer Trockenheit früh und klar über die Brandgefahr zu informieren.
Auch die wirtschaftlichen Folgen sollten wir im Blick behalten. Gastronomie, Tourismus und Geschäfte waren teilweise durch Rauch und Straßensperrungen betroffen. Es wäre gut, auch hier nach der Krise eine Bilanz für Eupen und unsere Region zu ziehen.
In unseren Augen sollten wir gemeinsam mit unserer Hilfeleistungszone, dem DNF, der Provinz, der Wallonischen Region und unseren Nachbarn schauen, was gut funktioniert hat und wo wir noch besser werden können.
Denn dieser Sommer hat gezeigt: Ein solcher Brand kann auch Eupen unmittelbar treffen. Darauf sollten wir vorbereitet sein.
Zum Schluss noch einmal ein großes Dankeschön an alle, die geholfen haben, diesen außergewöhnlichen Brand zu bekämpfen und das Hohe Venn zu schützen“, so Phillippe Klein.
⚖️ Alternative Strafmaßnahmen: Finanzierung wird neu geregelt
Der Dienst für alternative Strafmaßnahmen ermöglicht unter anderem die Umsetzung gerichtlich angeordneter Arbeitsstrafen und Anti-Aggressionstrainings. Da die Zuschüsse des Justizministeriums seit 2016 nicht indexiert wurden, decken sie die tatsächlichen Personalkosten inzwischen nicht mehr vollständig.
Für die verbleibenden Kosten gibt es nun eine neue Vereinbarung zwischen den neun deutschsprachigen Gemeinden. 60 Prozent der Restkosten tragen die Nordgemeinden, 40 Prozent die Südgemeinden. Innerhalb des Anteils der Nordgemeinden übernimmt Eupen wiederum 50 Prozent. Damit erhält die Finanzierung des Dienstes eine klare Grundlage.
⚡🏘️ Tilia kann sich künftig an Energiegemeinschaften beteiligen
Der Geschäftsführungsvertrag zwischen der Stadt und der AGR Tilia wird angepasst. Damit kann sich Tilia künftig an Energiegemeinschaften beteiligen. Ziel ist insbesondere, die Energiekosten zu optimieren.
📊💶 Haushalt 2026: Anpassung an die tatsächliche Entwicklung
Mit der zweiten Haushaltsanpassung wird der städtische Haushalt an die Entwicklung der vergangenen Monate angepasst.
Auf der Einnahmenseite werden unter anderem rund 100.000 Euro zusätzliche Einnahmen aus weiterberechneten Personalkosten sowie 50.000 Euro höhere Zinserträge erwartet. Gleichzeitig fallen die Einnahmen aus dem Holzverkauf geringer aus als ursprünglich angenommen.
Auf der Ausgabenseite steigen unter anderem die Personalkosten um 142.000 Euro. Außerdem wird eine Entschädigungszahlung aus einem Rechtsstreit von rund 100.000 Euro berücksichtigt.
Das laufende Haushaltsergebnis wird mit –1,62 Mio. Euro veranschlagt. In der tatsächlichen Abrechnung erwartet die Stadt aufgrund höherer Einnahmen und geringerer Ausgaben allerdings ein deutlich besseres Ergebnis von rund –762.000 Euro.
Der erwartete kumulierte Überschuss für 2026 liegt nach der Anpassung bei rund 3,77 Mio. Euro. Der vorgesehene Anleihebedarf bleibt bei maximal 5,3 Mio. Euro.
🏊350.000 Euro für das Wetzlarbad
Auch die bereits beschlossene Unterstützung der Wetzlarbad AG findet nun Eingang in den Investitionshaushalt. Vorgesehen ist ein zinsloses Darlehen in Höhe von 350.000 Euro.
Daneben werden 20.000 Euro zusätzlich für die neue Stromkabine am Sportkomplex Stockbergerweg eingeplant. Die Sanierung des Flachdachs der SGK wird in der Vergabe von 2027 auf 2026 vorgezogen. Neu aufgenommen wird außerdem das Projekt „Fallschutzmatten Weserschiff“.
🎁❤️ 7.000 Euro aus Fundsachen für den guten Zweck
Eine schöne Entscheidung gab es ebenfalls: Rund 7.000 Euro, die durch den Verkauf von Fundsachen – darunter auch Goldschmuck – eingenommen wurden, gehen vollständig an soziale Einrichtungen und Initiativen.
Caro, selbst ausgebildete Goldschmiedin, konnte dabei ihre berufliche Expertise einbringen: Sie fand für den Goldschmuck einen Händler, dessen Angebot rund 2.000 Euro über dem ursprünglich vorgesehenen Verkaufserlös lag. So konnte die Summe, die nun sozialen Zwecken zugutekommt, noch einmal deutlich erhöht werden.
2.500 Euro erhält der „Lauf für das Leben“, weitere 2.500 Euro gehen an den Josephine-Koch-Service. Das Viertelhaus Cardijn und Ephata erhalten jeweils 1.000 Euro.
🎭👧 Unterstützung für ein Kinder-Musical
Auch kulturell gibt es Unterstützung: Eastbelgica erhält für das Kinder-Musical „This is Halloween – Gruselparty im Kinderzimmer“ einen Zuschuss von 50 Prozent der nachgewiesenen Kosten, maximal 2.500 Euro.
➡️🏙️ Auch eine vermeintlich unspektakuläre Stadtratssitzung besteht am Ende aus vielen Entscheidungen, die ganz konkret Auswirkungen auf unsere Stadt haben. Wir halten euch deshalb auch weiterhin darüber auf dem Laufenden, was im Eupener Stadtrat diskutiert und beschlossen wird. 📝😊