20/10/2026
Schäumenden Wellen und feurige Drachen: Dieses Drachengewand (longpao) entstand vermutlich zwischen 1867 und 1900 in China. 🐉
Über das ganze Gewand ziehen sich Wellen mit Glückssymbolen wie Perlen, Münzen, Bildrollen, Fledermäusen, Ruyi-Wolken und Pfingstrosen, dazu die acht buddhistischen Glückszeichen. Die acht fünfklauigen Drachen sind jeweils mit Flammenperlen dargestellt. Gestickt wurde von Hand mit ungedrehter Seide, in Platt-, chinesischem Knötchen- und Stielstich. Die intensiven Farben sind recht gut erhalten.
1908 kam das Gewand durch Ankauf in die Sammlung des Textilmuseums St.Gallen, erworben von Paul Ritter (1865–1921). Der Basler leitete schon als junger Mann das Schweizer Konsulat in Yokohama und wurde 1906 der erste in Tokyo residierende Gesandte der Schweiz. Und: Er war ein fleissiger Briefeschreiber. In seiner Post in die Heimat berichtet er detailliert über Feste, Gärten und Sitten Japans.
Das Gewand ist nun sicher verpackt für den Umzug in unser Interimsdepot. 📦
Drachengewand (longpao), China, 1867–1900, Seide, Metall; Stickerei in Platt-, chinesischem Knötchen- und Stielstich, Gimpenfaden (Kontur), Anlegetechnik; Köper- und Atlasbindung, 132 cm (Höhe, Schulter–Saum), Inv.-Nr. 32853.