18/10/2026
Einordnung zum Referendum Landgeschäft Kasper / Hinderau
Das Referendum gegen das Landgeschäft Kasper / Hinderau ist zustande gekommen. Damit liegt der Entscheid nun bei den Stimmberechtigten. Das ist demokratisch zu respektieren. Gleichzeitig halten wir fest: Aus unserer Sicht verdient der Beschluss des Stadtparlaments Unterstützung.
Das Geschäft ist komplex und lässt sich nicht auf einzelne Quadratmeterpreise reduzieren. Es handelt sich nicht um einen einfachen Kauf oder Verkauf, sondern um ein ausgehandeltes Gesamtpaket mit mehreren Interessen: Die Kasper AG erhält eine Entwicklungsperspektive am Standort Weinfelden, die Stadt kann an zentraler Lage Handlungsspielraum sichern und die Stiftung Zentrum für Musik und Tanz erhält die Möglichkeit, sich langfristig weiterzuentwickeln.
Gerade der Wert der Musikschule darf in dieser Diskussion nicht unterschätzt werden. Sie ist mehr als eine Nutzerin einer Liegenschaft. Sie ist Teil des öffentlichen Lebens, stärkt Bildung, Kultur und Begegnung und leistet einen wichtigen Beitrag zur Attraktivität von Weinfelden. Wenn dafür eine tragfähige räumliche Perspektive geschaffen werden kann, ist das ein relevanter öffentlicher Nutzen.
Kritische Fragen zu Preis, Transparenz und Zuständigkeit sind legitim. Gleichzeitig müssen die Komplexität der Verhandlungen und die gegenseitigen Abhängigkeiten berücksichtigt werden. Solche Lösungen entstehen nicht am Reissbrett und nicht isoliert, sondern im Zusammenspiel verschiedener Beteiligter und Interessen.
Wir empfehlen deshalb, den Beschluss des Stadtparlaments zu bestätigen und dem Landgeschäft Kasper / Hinderau zuzustimmen. Weinfelden soll gestalten können, statt eine sorgfältig ausgehandelte Lösung zu blockieren.