02/03/2022
Über die Corona-Pandemie ist das Thema Care-Arbeit wieder aktuell wie nie - trotzdem tut sich zu wenig. Der Bereich Gesundheitsversorgung und Pflege ist ein Beispiel für Care-Arbeit und rückt immer weiter in der Fokus der wirtschaftlichen Interessen. Neben Privatisierung der Krankenhäuser kann in den letzten Jahren eine zunehmende Kommerzialisierung (oder Ökonomisierung) der Pflege beobachtet werden. Das hat Folgen für die FLINTA*s: Aushebelung der Arbeitsrechte, geringe Bezahlung und Wertschätzung, katastrophale Arbeitsbedingungen. In ihrem Vortrag blicken wir mit Margarita (DIE LINKE. SDS Nürnberg und Geschäftsführung Die Linke.SDS) auf die Geschichte und Entstehung der Pflege als Care-Arbeit und wie sie heute insbesondere in Deutschland aussieht. Wie sieht das aktuelle Pflegesystem aus feministischer Perspektive aus, was heißt das für die FLINTA*s und wir sieht eine Prognose für die nächsten Jahre aus? Und was können wir gegen die ungerechten Verhältnisse im Pflegesystem tun? Diskutiert mit uns!
Mittwoch | 02.03.22 | 18:00 Uhr | Raum SG 513, Wüllnerstr. 5b | 2G+
01/09/2021
KRIEG BEGINNT HIER - Über die Zusammenarbeit von Rüstungsunternehmen und der RWTH
Seit 2015 steht in der Präambel der Grundordnung der RWTH:
"Forschung auf höchstem Niveau dient dem Menschen und der Verbesserung von Lebens- und Umweltbedingungen. (...) Die RWTH verfolgt ausschließlich friedliche Ziele und leistet insofern ihren Beitrag zu einer nachhaltigen, friedlichen und demokratischen Welt.“
Damit verpflichtet sich die RWTH selbst zu friedlicher Forschung. Von 2014 bis 2019 war dies in NRW mit einer Zivilklauselpflicht für Hochschulen auch gesetzlich verankert. Dennoch arbeitete die RWTH in den letzten Jahren immer wieder mit Rüstungsunternehmen und dem Militär zusammen.
1.230.350 $ bekam die RWTH zum Beispiel von 2008 bis 2019 vom Verteidigungsministerium der USA. Hiermit wurden verschiedene Projekte finanziert. So wurde für das US-amerikanische Militär an Methoden zur Auslese von Qubits oder an sicherer Stromversorgung auf Schiffen geforscht.
Auch von der Bundeswehr werden Projekte finanziert. Hier ist allerdings geheim um welche Projekte und um wie viel Geld es sich handelt.
Zusammen mit Rheinmetall beteiligte sich die RWTH am Bau einer Panzerfabrik in der Türkei. Das Werkzeugmaschienenlabor (WZL) arbeitete an einer Machbarkeitsstudie für das Werk. Die RWTH beendete nach eigenen Angaben das Projekt frühzeitig nachdem heraus kam, dass in dem Werk auch Panzer gebaut werden sollen. Dennoch bleibt unklar, wie es überhaupt soweit kommen konnte. Schon während der NS-Zeit hatte das WZL eine bedeutende Rolle bei der Rüstungsforschung. Deshalb ist es verwunderlich, dass anscheinend keiner verantwortlichen Person ausgefallen sein soll, für wen und was man gerade arbeitet. Hier scheint jedenfalls keine ordentliche Aufarbeitung der eigenen Geschichte und historischen Verantwortung stattgefunden zu haben.
Wie kann es sein, dass die RWTH trotz Zivilklausel immernoch für das Pentagon, die Bundeswehr oder Rheinmetall arbeitet? Dual Use ist die Ausrede der RWTH und anderer Unis, die trotz Zivilklausel mit Rüstungsunternehmen zusammen arbeiten. Dies beschreibt die Möglichkeit zivile Technologien und Güter auch für militärische Zwecke zu verwenden. Wenn aber die Auftraggeber*innen aus der Rüstungsindustrie kommen, ist es mehr als fraglich, ob die zivilen Zwecke im Vordergrund stehen. Das die RWTH kein Problem damit hat mit der Bundeswehr und Rüstungsunternehmen zusammen zu arbeiten, zeigte sich auch im Juli 2018 als im Rahmen einer Jobmesse vor dem SuperC gepanzerte Fahrzeuge standen.
Auskünfte über Forschungsprojekte und deren Förderer fallen häufig unter Verschwiegenheitsklauseln. Dadurch kann keine gesellschaftliche Kontrolle der Zivilklausel stattfinden. Daher fordern wir als SDS Aachen ein Transparenzregister. Die Offenlegungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass die Zivilklausel keines Falls konsequent eingehalten wird. Dies muss sich ändern! Häufig haben Forschende die Befürchtung keinen friedlichen Alternativauftrag zu erhalten. Wer um sein Einkommen bangt, kann keine freie, ethische Entscheidung treffen.
Unsere Forderungen für eine friedliche Uni:
1. Gute Ausfinanzierung der Forschung
2. Aufarbeitung der eigenen Rüstungsforschungsgeschichte
3. Gesetzliche und konsequente Zivilklausel
4. Transparenzregister
03/07/2021
Für eine soziale und nachhaltige RWTH - Unsere Forderungen und Ideen zur Stupa-Wahl. Gemeinsam mit euch möchten wir uns für eine bessere Welt einsetzen und das fängt für uns hier vor Ort an.
30/03/2021
Jugoslawien: Monarchie, Sozialismus, Nationalismus - Wie kam es zum Massaker von Srebrenica
Heute Abend um 18:00 Uhr bei Zoom
Jugoslawien erlebte eine sehr wechselvolle Geschichte. Gegründet wurde der Staat 1918 als Königreich und aufbauend auf der Idee einer Vereinigung der südslawischen Völker der Habsburger Monarchie und des Osmanischen Reiches. Von der Besatzung durch den Faschismus im Zweiten Weltkrieg, zur Befreiung im Volksbefreiungskrieg unter Führung der Kommunistischen Partei Jugoslawiens. Vom treuen Verbündeten der Sowjetunion, zum Konflikt mit Stalin. Vom Versuch des Aufbaus einer selbstverwalteten sozialistischen Gesellschaft, zu den blutigen Kriegen der 1990er Jahre.
Bei unserem Vortrag wollen wir uns auf das Ende des sozialistischen Balkanstaates konzentrieren und sowohl die Ursachen als auch den Verlauf des Krieges besprechen: Von der Rolle der einzelnen Republiken über die Vereinten Nationen bis zum Genozid von Srebrenica. War Jugoslawien letztlich nur eine Illusion und zum Scheitern verurteilt? Welche politischen und ökonomischen Konflikte spielten beim Zerfall eine zentrale Rolle und was können wir heute aus dem Konflikt lernen?
Referieren wird Igor Gvozden . Er ist Mitglied im Landesvorstand von DIE LINKE. NRW, Kreissprecher von DIE LINKE Aachen und Autor zahlreicher Artikel zum Balkan.
Der Zoomlink ist in der Veranstaltung zu finden.
Das Hintergrundbild ist von jugoslawien.org
27/03/2021
Du willst dich für eine bessere Welt einsetzen? ✊🌏
Dann schau doch mal bei unserem offenen Plenum vorbei!
Dort entwickeln wir linke Konzepte und Antworten auf gesamtgesellschaftliche Verhältnisse – in Theorie und Praxis.
In letzter Zeit haben wir beispielsweise Kundgebungen, Vorträge und Lesekreise organisiert und waren in verschiedenen Bündnissen aktiv.
Vielleicht ja bald mit dir gemeinsam?
Wir treffen uns am 14.04. um 18 Uhr online. Schreib uns gerne für den Link. 💻😊