Adenau Zünfte

Adenau Zünfte

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Die drei Zünfte, die Wollweber-, die Ge**er- und die Hammerzunft, die in den vergangenen Jahrhunder

Photos from Adenau Zünfte's post 11/03/2023

Einladung zum Ehrentag der hochlöblichen und altehrwürdigen Hammerzunft und ein Abschied mit Niveau von unserem St.-Josef-Krankenhaus in Adenau.

Am Freitag, den 17. März, findet um 18:30 Uhr in der Adenauer Pfarrkirche „Johannes der Täufer“ eine Messe zu Ehren unseres Schutzpatron des heiligen Josef statt. Die Hammerzunft Adenau kann im Jahr 2023 auf ein 277-jähriges Bestehen zurückblicken. Auf Antrag der Schmiede, Schlosser, Nagelschmiede, Zimmerleute, Schreiner, Leyendecker, Maurer und Gläsener im Marktflecken Adenau wurde im Jahr 1746 eine eigene Zunft unter dem Namen Hammerzunft gegründet. Diese wurde am 06.12.1747 durch den Kurfürsten und Erzbischof Clemens August zu Bonn gestattet und die vorgelegten Zunftartikel in allen Stücken bestätigt und für gut geheißen, zumal der heilige Josef selbst Zimmermann war.
Leider ist dieser März 2023 für die Hammerzunft kein freudiges Ereignis, weil unser St.-Josef-Krankenhaus in Adenau am 31.03.2023 geschlossen wird. Die Adenauer Zünfte (Hammer-, Wollenweber- und Ge**erzunft) engagierten sich schon seit Jahren für das Adenauer Krankenhaus. 2017 bei der Entkernung der ersten Etage, am 09.03.2018 durch das Benefizkonzert mit dem Heeresmusikkorps Koblenz, was 35.000€ für den Förderverein „St.-Josef-Krankenhaus/Unser Notarzt“ einbrachte. 2019 bei der Entkernung des internistischen Bereichs auf der zweiten Etage sowie Streich- und Fußbodenverlegearbeiten. So konnten über mehrere Jahre Kosten über 100.000 € eingespart werden. Ein weiteres Konzert im März 2020 fiel „Dank des Coronavirus'“ aus.
Die Blaupause für unsere utopische Vision, das Krankenhaus zu retten, war ein Theater der Sinne, in dem wir gleichzeitig Akteure und Hofnarren waren. Doch die Aktion war keine Coda, keine Wiederaufnahme früherer Elemente, sondern ein Requiem für eine sozialpolitische Zielsetzung, was erhaltenswert ist, zu unterstützen. Eine Vision eines kulturellen Biotops, dass wir ein Krankenhaus retten wollten. Die Aktion endete in einem einzigen Akkord, der in der Unendlichkeit verhallt wie ein Versprechen, das nicht eingelöst werden kann. Es war der reißende Strom am Ende eines Traums, die große Leere, die der Traum irgendwie zu überwinden suchte. Wenn der Akkord schließlich langsam verklingt, scheint er eine ganze Verbandsgemeinde in sein Geheimnis einzubinden. Dass man den Lippenbekenntnissen der großen Politik nämlich nicht trauen kann (Malu Dreyer zum 50jährigen Heimatfest: „Das Krankenhaus ist sicher“).
Viel geredet, nix gesagt, nichts versucht und nix gewagt. Geblendet von allzu viel Scheinwerferlicht vergisst man so viel und sieht manches nicht. Ein Kartenhaus (Krankenhaus) ist wieder eingestürzt, die Klugheit liegt am Boden, die Vernunft wird noch verrückt. Das alles scheint weit, weit weg, doch es beginnt vor deiner Tür. Krankenhausschließungen haben System und erst, wenn der letzte Vorhang fällt, merkt jeder, das System verlässt sich nur auf einen „Gott“: Das Geld.
Es war vielleicht der emotionalste Augenblick, den diese altehrwürdige kulturelle Bewegung vereinte und gleichzeitig das letzte Dokument wirklicher Einheit, das man von den Zünften aus Adenau erleben konnte und wir durch unsere Arbeit, die Schließung des St.-Josef-Krankenhauses um mehrere Jahre verzögern konnten.
Aus diesem Grund laden wir alle Bürger, Vereine der Verbandsgemeinde Adenau ein, an der Messe zu Ehren des heiligen Josef teilzunehmen.
Die Zeit vergeht, sie bleibt nicht stehn und so können wir dem St.-Josef-Krankenhaus nur einen Abschied mit Niveau geben, ein letztes Mal Flagge zeigen mit dem Rückhalt der Bevölkerung. Die Messe wird von unserem Pfarrer Dr. Rainer Justen zelebriert und durch den Männergesangsverein Adenauer Land unterstützt. Wir bitten alle, die an der Messe teilnehmen wollen, bis 18:15 Uhr einen Platz in der Kirche einzunehmen.
Anders als in der Vergangenheit ist der Beitritt zu einer Zunft heute nicht mehr an die Ausübung eines zunfttypischen Berufs gebunden. Jeder Bürger und jede Bürgerin kann den Adenauer Zünften beitreten. Sollten Sie Interesse an einer Zunftmitgliedschaft hegen, melden Sie sich bei Wolfhard Klein ( [email protected] ) oder Herbert Bätz Tel.: 0151 1280 1139, denn Tradition und Heimatpflege sind keine Einbahnstraße.
Die Adenauer Zünfte unterstützen die Passionsspiele in Schuld, wo nach 15jähriger Pause 60 heimatbewusste Menschen das Leben, Leiden und Sterben von Jesus Christus wieder aufführen. Es sind noch Restkarten vorhanden. Gleichzeitig zeigt uns dieses Stück, dass sich seit 2000 Jahren nichts geändert hat. Damals verlor Josef seinen von Gott gegebenen Ziehsohn aufgrund politischer Unfehlbarkeit und heute sein Haus in Adenau.

- Herbert Bätz, Zunftgemeinschaftsführer -

Bilder Werner Dreschers

13/01/2022

Die 1603 gegründete Ge**erzunft Adenau ist die älteste der Adenauer Zünfte.
Schuster, Sattler, Löhrer, Kürschner und ähnliche zählten neben den eigentlichen Ge**ern, die in Rot- und Weißgerber unterschieden wurden, zusätzlich zu den in der Zunft vertretenen Berufszweigen.
Mit der Aufschrift „Eintracht macht stark“ auf der Zunftfahne, deutet sie auf den Zusammenhalt der Zunftmitglieder und die Bedeutung der Zunft als eine Einheit bildende Schutzvereinigung ihrer Mitglieder zur Zeit ihrer Gründung hin.

09/01/2022

Tradition und Geschichte erleben, die Wollenweberzunft. Infolge unwirtlicher Verhältnisse in der Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg gab es in der Eifel eine intensive Schafhaltung. Die genügsamen Tiere lieferten Fleisch und Wolle. Man fertigte seine Kleidung meist selbst. Es galt der Spruch: „Selbst gesponnen, selbst gemacht, ist des Bauern schönste Tracht.“ Man geht von einem Gründungsjahr 1648 aus. Dieses Datum ist in einem Protokollbuch der Zunft belegt, möglicherweise gab es jedoch sogar schon ein früheres Entstehungsdatum für eine weniger strikt organisierte Vereinigung. In Statuten aufgeführt werden unter anderem 24 Paragrafen, die sich mit dem Recht der Meister, der Gesellen und Lehrlinge sowie mit den Herstellungsrichtlinien des Tuches beschäftigen. Ausgiebig wird auf die strenge Erziehung der Lehrjungen hingewiesen. Es gab es eine Reihe von Verhaltensregeln, die strikt einzuhalten waren. Bis ins 19. Jahrhundert wurden auf den Eifelhöhen gezüchtet. In Heimarbeit wurde die Wolle versponnen und dann an Webstühlen zum besondes widerstandsfähigen Adenauer Tuch gewebt. Daraus entstanden unter anderem zahlreiche Uniformröcke für die preußische Armee.

08/01/2022

Tradition und Geschichte erleben. Die Hammerzunft in Adenau, im Jahr 1746 gegründet, war einst ein Zusammenschluss der Schmiede und Schlosser, der Zimmerer und Schreiner, Dachdecker und Maurer sowie ähnlicher Gewerke. Die Zünfte regelten in früheren Zeiten die Ausbildung der Lehrlinge, setzten Qualitätsstandards für ihre Arbeit fest und nahmen Einfluss auf die Preise. Auch religiöse, kulturelle und soziale Angelegenheiten oblagen den Zünften, die wegen ihrer wirtschaftlichen Macht häufig politischen Einfluss ausübten. Heute besteht die Zunft als Traditionsverein fort.

05/01/2022

Tradition und Geschichte erleben. Sind Zünfte eine Männersache? Absolut nicht! Spätestens seit dem 13. Jahrhundert gibt es auch schriftliche Belege über Handwerkerinnen. Vereinzelt waren Frauen zudem in körperlich schweren Berufen beschäftigt, auch wenn sie auf dem Bau damals selten zu finden waren.
Die Mitgliedschaft von Frauen in Zünften war im Mittelalter nicht die Regel, wohl aber nichts Ungewöhnliches. Vereinzelt gab es sogar Frauenzünfte.

03/01/2022

Tradition und Geschichte erleben. Seit wann gibt es Zünfte?
Die älteste deutsche Zunft war wahrscheinlich die der Kölner Bettdeckenweber, erstmalig erwähnt wird sie im Jahr 1149. Im 13. und 14. Jahrhundert zogen dann immer mehr Menschen in die wachsenden Städte, in denen oftmals andere Rechte, als auf dem Land galten. Attraktiv waren die Städte auch durch die neu entstehenden Zünfte. Ihre Zahl stieg danach rapide. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts soll es in Deutschland 30.000 bis 50.000 Zünfte gegeben haben.

02/01/2022

Tradition und Geschichte erleben. Aber was sind eigentlich Zünfte?
Als Zünfte – von althochdeutsch zumft ‚zu ziemen‘ – bezeichnet man ständische Körperschaften von Handwerkern, wie sie seit dem Mittelalter zur Wahrung gemeinsamer Interessen entstanden und bis ins 19. Jahrhundert existierten. In Adenau existieren 3 Zünfte bis heute. Die Ge**erzunft, die Hammerzunft und die Wollenweberzunft.

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