27/04/2026
Die Akademienunion trauert um ihren ehemaligen Präsidenten, Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Hanns Hatt, der am 20. April 2026 im Alter von 78 Jahren verstorben ist. Der renommierte Biologe und Mediziner stand von 2015 bis 2021 dem Zusammenschluss der deutschen Wissenschaftsakademien vor und war bereits seit 2013 dessen Vizepräsident.
An der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste wurde Hanns Hatt 2001 aufgenommen und übernahm dort von 2010 bis 2015 das Amt des Akademiepräsidenten. In dieser Zeit erhöhte er die Sichtbarkeit der NRW-Akademie und stärkte damit den Wissenschaftsstandort Nordrhein-Westfalen.
Als jemand, der komplexe wissenschaftliche Sachverhalte verständlich darstellen konnte, zielte sein Engagement in den Akademien immer auch auf die Wissenschaftskommunikation. Die DFG und der Stifterverband zeichneten ihn dafür mit dem Communicator-Preis aus. Von seinen Initiativen profitiert die Akademienunion bis heute.
Hanns Hatt war ein sehr zugewandter und neugieriger Gesprächspartner, der an anderen Menschen und an jeder Form von kluger Wissenschaft interessiert war und dieses Interesse auch ganz unmittelbar ausstrahlte. Er förderte interessante Projekte und Menschen, die sich darin engagierten, gern.
Die Akademienunion und ihre Mitgliedsakademien werden sich stets in großer Dankbarkeit an Hanns Hatt erinnern.
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26/03/2026
Im Zentrum des Akademieprojekts „Etymologika“ steht die kritische Edition des im 11. Jahrhundert entstandenen Etymologicum Gudianum, eines der einflussreichsten griechischen etymologischen Lexika des Mittelalters überhaupt. Aus heutiger Sicht ist an dem Text auffällig, dass die Einträge weit mehr als knappe Worterklärungen bieten: Sie verbinden sprachliche Herleitungen mit Zitaten aus antiker Literatur, mythologischen Bezügen und Spuren jahrhundertelanger Gelehrsamkeit.
Da das überlieferte Ursprungsmanuskript des Etymologicum Gudianum ein Arbeitsexemplar war, gibt es für die wissenschaftliche Aufbereitung viel zu tun. Vor allem, da in der Forschung bisher nur rund zwei Drittel des Textes ediert wurden. Genau an dieser Stelle setzt das Akademieprojekt an. Bis zum Ende der Projektlaufzeit im Jahr 2037 soll der gesamte Textbestand vollständig kritisch ediert, erstmals ins Englische übersetzt und kommentiert vorliegen. So wird dieses Werk dank des Akademienprogramms zum ersten Mal in einer verlässlichen Edition für alle verständlich und zugänglich sein.
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📷 Manuskript 13. Jahrhundert, Guelf_Gud_gr_29_f_1r:
Griech. Manuskript aus dem Jahr 1293. Anfang des Etymologicum Gudianum. Diese Handschrift, die aus der Sammlung von Marquard Gude (1635-1689) stammt, hat dem Etymologischen Lexikon den Namen Etymologicum Gudianum verschafft, da die erste Edition aus dem frühen 19. Jahrhundert auf dieses Manuskript zurückgeht.
Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel: Cod. Guelf. 29 Gud. graec.
© Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel
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16/03/2026
Mit dem Akademieprojekt „Etymologika. Ordnung und Interpretation des Wissens in griechisch-byzantinischen Lexika bis in die Renaissance“, widmet sich das Hamburger Forschungsteam der systematischen Erforschung der griechischen Etymologischen Wörterbücher. Seit 2020 hebt das Projekt der Akademie der Wissenschaften in Hamburg diesen bislang unterschätzten Schatz der europäischen Wissensgeschichte. Denn die Einträge wollen den étymon, die „wahre Bedeutung“ eines Wortes festhalten.
Der Projektleiter Christian Brockmann betont: „In den vielfach kopierten und adaptierten Etymologika spiegeln sich Vorstellungen von der Welt ebenso wider wie literarische Traditionen und sprachliche Normen“ und ergänzt: „Deshalb sind sie Wissensspeicher. Anhand der Manuskripte und ihren Abschriften lässt sich die Rezeptions- und Nutzungsgeschichte des griechischen Wortschatzes über viele Jahrhunderte nachvollziehen.“ So können die Forschenden sichtbar machen, wie eng Sprache, Philosophie und Kultur miteinander verwoben sind.
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📷 Prof. Dr. Christian Brockmann, Leiter des Akademieprojekts und des Instituts für Griechische und Lateinische Philologie an der Universität Hamburg
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10/03/2026
Wie können Wissenschaft und Politik einen vertrauensvollen Austausch gestalten, der für die Gesellschaft transparent und nachvollziehbar ist? Und wie kann Wissenschaft ihren Auftrag auch unter zunehmend knappen Haushaltsbedingungen erfüllen?
Über diese und weitere zentrale Fragen diskutierte am Montagabend die Wissenschaftsministerin von Mecklenburg-Vorpommern, Bettina Martin, mit den Präsident:innen der Landesakademien der Wissenschaften bei einem Treffen in der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig.
Ein zentrales Ergebnis des Austauschs: Nachhaltige und resiliente evidenzbasierte Politikberatung braucht gerade in Krisenzeiten die Perspektiven der Geistes- und Sozialwissenschaften. Sie leisten einen unverzichtbaren Beitrag, um gesellschaftliche Entwicklungen zu verstehen, politische Entscheidungen einzuordnen und den Dialog zwischen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft zu stärken.
Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Bayerische Akademie der Wissenschaften, Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz
Christoph Markschies
29/01/2026
Aus der Feder Georg Friedrich Händels (1685–1759) stammt eine Vielzahl von Werken, darunter Opern, Oratorien wie der „Messiah“, Kirchenmusik sowie zahlreiche Instrumentalstücke. Bereits zu Lebzeiten erfreuten sich seine Kompositionen großer Popularität – ein Erfolg, der bis in die Gegenwart anhält. Viele seiner Werke passte Händel unterschiedlichen Interpret:innen und Anlässen an, überarbeitete sie mehrfach und hinterließ darüber hinaus zahlreiche Fragmente und Entwürfe.
Hier setzt die Hallische Händel-Ausgabe an. In Händels Geburtsstadt Halle (Saale) entsteht seit 1955 eine historisch-kritische Gesamtausgabe seiner Werke. Sie erfasst und ediert das Schaffen dieses Komponisten auf Grundlage aller bekannten Quellen.
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📷 Porträt Georg Friedrich Händel von Hans List nach Miss Benson und Philip Mercier
© Stiftung Händel-Haus Halle
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15/01/2026
Um den großen Fundus des Akademieprojekts „Limes und Legion“ – von Brennöfen bis zu genetischen mikrobiologischen Materialien – umfassend zu untersuchen, bedarf es Zeit und kompetenter Partner. Neben dem LVR-Landesmuseum Bonn kooperieren die Forschenden überregional mit den Universitäten in Bonn, Nijmegen und München, dem LVR-Amt für Bodendenkmalpflege sowie weiteren Museen. So bündeln sie unterschiedliche Disziplinen, Perspektiven und sowie Daten verschiedener Archive.
Die Ergebnisse fließen in bereits etablierte Plattformen ein. Die von der Fachwelt genutzten Datenbanken werden dauerhaft gepflegt und bleiben langfristig erhalten.
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📷 Reste eines Töpferofens einer römischen Bäckerei aus Bonn.
© Carsten Maas/LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland
Bayerische Akademie der Wissenschaften Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften Christoph Markschies Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
13/01/2026
„Forschung muss die Möglichkeit haben, sich jenseits von Bedürfnissen der Gesellschaft und der Forderung nach Gegenwartsrelevanz frei entfalten zu können“, so die Vizepräsidentin der Akademienunion und 2025 wiedergewählte Vorsitzende der Wissenschaftlichen Kommission, Prof. Dr. Irene Dingel.
In unserer Kurzinterview-Reihe spricht die renommierte Kirchenhistorikerin und evangelische Theologin unter anderem über die Bedeutung einer freien Wissenschaftspraxis.
🔗 Zum ganzen Interview geht es über den Link in der Bio
© Stefanie Wetzel
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07/01/2026
Um das Leben derjenigen zu erforschen, die einst in und um die Legionslager am niedergermanischen Limes gelebt haben, wendet das Akademieprojekt „Limes und Legion“ zahlreiche verschiedene Forschungsmethoden an. Das Zusammenspiel naturwissenschaftlicher Untersuchungen mit traditionellen archäologischen Methoden ermöglicht umfassende Erkenntnisse über Fernkontakte und lokale Bräuche der einstigen Bewohner des römischen Gebiets.
Durch die vielfältigen, zum Teil aufwendigen Verfahren, bei denen moderne Methoden zum Einsatz kommen, können die Forschenden mit immer weniger Probenmaterial zunehmend detaillierte Informationen gewinnen. Genetische und mikrobiologische Analysen eröffnen Einblicke ins Alltagsleben der damaligen Zeit, etwa zu Ernährungsgewohnheiten, Gesundheit oder Mobilität der Bewohner.
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📷 Doktorandin Alessia Bareggi untersucht das spätkaiserzeitliche Gräberfeld Bonn-Irmintrudisstraße nach anthropologischen Gesichtspunkten
© Uta Schröder/Universität Bonn
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19/12/2025
Das Team der Akademienunion wünscht Ihnen eine besinnliche Weihnachtszeit und einen schönen Jahresausklang.
Wir bedanken uns für Ihr Interesse, Ihre Beiträge und den wertvollen persönlichen wie digitalen Austausch zu den Themen der Akademienunion. Auch im neuen Jahr freuen wir uns darauf, den Dialog mit Ihnen fortzusetzen und spannende Einblicke aus der Welt der Akademien zu teilen.
Unsere Geschäfts- und Pressestelle ist über die Feiertage nur eingeschränkt erreichbar. Ab dem 05. Januar 2026 sind wir wieder da. 🌟
📸 Reste eines Bibelfensters: Die Anbetung Christi durch die Könige. Umrahmt von einer Blattranke sowie Prophetenbüsten mit Schriftbändern: MAGI · OFFERU(N)T // AURUM / REGI // THUS DEO // MYRRAM / HOMINI
Übersetzt: Die Magier bringen Gold dem König, Weihrauch Gott, Myrrhe dem Menschen dar.
Abb.: Xanten, St. Viktor, Hochchor, Glasgemälde mit Anbetung Christi, vor 1311
© S. Wolf, LVR – Amt für Denkmalpflege Rheinland
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