25/08/2026
Eine Zuckersteuer kann sinnvoll sein, wenn sie tatsächlich dazu führt, dass weniger Zucker in unseren Getränken landet. Die Pläne aus dem Bundesfinanzministerium schießen aber weit über dieses Ziel hinaus.
Besteuert werden sollen nicht nur stark zuckerhaltige Softdrinks, sondern auch Getränke mit Süßstoffen, pflanzliche Milchalternativen sowie alkoholfreies Bier und alkoholfreier Wein.
Gerade bei Süßstoffen wird die Logik fragwürdig: Wer Zucker aus einer Rezeptur entfernt und durch Süßstoffe ersetzt, soll trotzdem zahlen. Damit wird ausgerechnet ein wichtiger Anreiz zur Zuckerreduktion geschwächt. Außerdem muss man auch Herstellern die Zeit einräumen ihre Rezepturen anzupassen, wenn man eine Lenkungswirkung anstrebt. Das Landwirtschaftsministerium bemängelt deshalb zu Recht, dass die Zuckerreduktion geringer ausfallen könnte als beim erfolgreichen britischen Vorbild.
Auch die Einbeziehung von alkoholfreiem Bier und Wein wirft Fragen auf. Wer vom alkoholhaltigen zum alkoholfreien Produkt wechselt, reduziert seinen Alkoholkonsum. Warum ausgerechnet diese Alternative nun zusätzlich besteuert werden soll, muss gesundheitspolitisch erst einmal überzeugend erklärt werden.
Gleichzeitig sollen die erwarteten Einnahmen durch die ausgeweitete Steuer von ursprünglich 650 Millionen auf rund zwei Milliarden Euro steigen.
Als Junge CDA sehen wir diese Entwicklung kritisch. Verbrauchssteuern treffen Menschen mit kleinen Einkommen besonders. Aus einer gesundheitspolitisch begründeten Lenkungssteuer darf keine immer breitere Einnahmequelle zur Finanzierung der Krankenkassen werden.
Gut, dass auch das Landwirtschaftsministerium hier einer anderen Auffassung ist.
Wir schließen uns hier der Auffassung von an. Das Finanzministerium schießt hier deutlich übers Ziel hinaus.