05/06/2026
Mit den FSJler:innen des Arbeiter-Samariter-Bund Berlin haben wir zwei tolle Graffiti-Projekttage realisiert.
Am ersten Tag erkundete die Gruppe bei einer geführten Tour mit unseren Referentinnen Caro und Nastassja die vielfältige Streetart- und Graffiti-Szene rund um das Schlesische Tor. Am zweiten Tag ging es an der Alten Feuerwache in Kreuzberg ans eigene Gestalten: Hier konnten sich die Teilnehmenden selbst mit der Spraydose ausprobieren und kreativ werden.
01/06/2026
⚽️ Evangelikale Netzwerke und Fußball - Glaubensbekenntnisse oder Missionsauftrag 👇
Gebete auf dem Spielfeld, Trikotaufschriften wie „I belong to Jesus“, Bibelverse als Tattoos oder emotionale Zeugnisvideos auf Social Media – der christliche Glaube ist im Profifußball präsenter und sichtbarer denn je. Doch wo verläuft die Grenze zwischen persönlicher Religionsausübung und strategischer, organisierter Missionierung? 🤨
Hinter vielen vermeintlich privaten Statements stecken international vernetzte, finanzstarke und hierarchische Strukturen. Organisationen wie „Ballers of God“ (über 600k Follower) oder das deutsche Netzwerk „Fußball mit Vision“ nutzen die enorme Reichweite von Profisportler*innen, um gezielt junge Menschen zu erreichen – sei es durch Social Media, Schulbesuche oder „Kickerbibeln“ zu Großereignissen wie der EM. 📖
Das Problem dabei:Viele dieser Akteure sind an evangelikale Freikirchen und Bewegungen gekoppelt, die eine ultrakonservative Theologie vertreten. Hinter den Kulissen finden sich nicht selten queerfeindliche, antifeministische Rollenbilder und in Teilen sektenähnliche, charismatische Praktiken.
👥 Auf dem Podium:
Alina Schwermer (Sportjournalistin)
Felix Michaelis (Freier Journalist)
Carmen Mayer (Projektinitiatorin „Trauer und Fußball“)
Rico Noack (Vorsitzender Gesellschaftsspiele e.V.)
🎙Moderation: Gabriele Rohmann (Co-Leitung Archiv der Jugendkulturen e.V.)
🗓 WANN: Donnerstag, 04.06.2026 | 18:00 – 21:00 Uhr
📍 WO: Archiv der Jugendkulturen e.V., Fidicinstr. 3, 10965 Berlin
📩 Anmeldung: [email protected]
Seid dabei, diskutiert mit und blickt mit uns hinter die Kulissen der schönen Fußballwelt!
Gefördert durch die
28/05/2026
SPUR verfolgen:
Eine zentrale Herausforderung bei der historischen Aufarbeitung der Gothic- und Wave-Szene in der DDR im Rahmen des Projekts "SPUR II" ist die lückenhafte Quellenlage. Zeitgenössische Primärquellen aus der Zeit vor 1989 sind kaum überliefert, Erlebnisberichte und Selbstzeugnisse ostdeutscher "Gruftis" erschienen überwiegend erst nach dem Mauerfall in west- und ostdeutschen Fanzines sowie Musikzeitschriften. Dennoch ermöglichen diese Zeugnisse die Rekonstruktion einer Subkultur, die seit Mitte der 1980er Jahre zunehmend im öffentlichen Raum der DDR sichtbar wurde.
Die Szene umfasste unterschiedliche Strömungen, die durch gemeinsame ästhetische und musikalische Vorlieben verbunden waren. Einen wichtigen Impuls für ihre Entwicklung lieferten die wenigen überregionalen Treffen, etwa in der Walpurgisnacht 1988 in der Potsdamer Schlossruine Belvedere. Trotz polizeilicher Abriegelung kamen dort bis zu 200 Teilnehmer:innen aus der gesamten DDR zusammen. Solche Begegnungen förderten die Vernetzung der Szene und schufen die Grundlage für ihre weitere Entwicklung nach 1989.
Nach ersten Gothic-Treffen an der Berliner Gedächtniskirche im Mai 1991 sowie auf der Kölner Domplatte entstand die Idee, in Leipzig ein größeres Festival mit Übernachtungsmöglichkeiten zu organisieren. Am 29. und 30. Mai 1992 lud die Veranstaltungsreihe "Moonchild" zum ersten offiziellen Gothic-Festival nach Leipzig ein – dem Ursprung des heutigen Wave-Gotik-Treffens (WGT). Rund um das Kulturzentrum "Eiskeller" (C***e Island) versammelten sich mehr als 1.000 Besucher:innen aus Deutschland und dem Ausland.
Über das Festival berichtete das Freiburger Magazin "Glasnost" (Nr. 35, siehe Abbildungen). Die dort veröffentlichten Interviews mit ostdeutschen Gothics thematisieren die Bedingungen subkultureller Zugehörigkeit in der DDR, Konflikte mit staatlichen Institutionen und Sicherheitsbehörden sowie kreative Praktiken, die aus den Bedingungen der Mangelwirtschaft hervorgingen. Zugleich spiegeln sie zentrale Debatten der frühen 1990er Jahre wider, darunter Fragen nach Authentizität angesichts des starken Szenewachstums sowie den zunehmenden Einfluss rechtsextremer Einstellungen innerhalb der Schwarzen Szene.
Das erste Wave-Gotik-Treffen legte den Grundstein für eine bemerkenswerte Entwicklung: Bereits 1993 stieg die Zahl der Teilnehmenden auf rund 6.000. Das Leipziger Festival wurde damit zu einem entscheidenden Kristallisationspunkt der Schwarzen Szene, förderte die Vernetzung ost- und westdeutscher Akteur:innen und etablierte Leipzig dauerhaft als ihr zentrales internationales Begegnungszentrum.
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Nachdem das Projekt SPUR in seiner ersten Förderphase rund 500 Quellen zu „negativ-dekadenten“ Sub- und Popkulturen der DDR im Archiv der Jugendkulturen erschlossen, zusammengetragen und bibliografisch erfasst hat, erscheint im Sommer 2026 eine kommentierte Quellensammlung in Print- und Digitalform. Sie versammelt ausgewählte Dokumente seit den 1970er Jahren sowie Materialien aus der Transformationsphase dieser Szenen zwischen 1989 und 1995.
SPUR II wird in Kooperation mit dem Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam / ZZF realisiert und von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gefördert. Projektleiter von SPUR II ist der Pophistoriker Florian Völker.
Mehr Infos gibt's hier: https://jugendkulturen.de/spur-ii.html
18/05/2026
Open Call der Clubcommission Berlin zu Clubkultur in Berlin und Ostdeutschland nach 1989:
TANZFLÄCHEN DER WIEDERVEREINIGUNG
OPEN CALL FÜR GESCHICHTEN, ARCHIVE, MATERIALIEN UND VIELSTIMMIGE PERSPEKTIVEN ZUR CLUBKULTUR NACH 1989
Einreichungen: bis 10. Juni 2026
Multimediale Ausstellung: 3. Oktober bis 9. November 2026 in Berlin
Nach dem Mauerfall entstanden in Berlin und vielen ostdeutschen Regionen neue Freiräume: Clubs und temporäre Raves, selbstorganisierte Partys und kulturelle Räume in Kellern, Fabriken und Brachen. Sie wurden zu Experimentierfeldern einer Gesellschaft im Übergang, im Spannungsfeld von Aufbruch und Umbruch. Was wurde auf den Tanzflächen der Wiedervereinigung verhandelt? Welche Erinnerungen haben Spuren hinterlassen? Wessen Stimmen fehlen bisher in den Erzählungen?
Für die multimediale Ausstellung „Tanzflächen der Wiedervereinigung“ sammeln wir Erinnerungen, Materialien, Stimmen und künstlerische Positionen aus bzw. zur Zeit der deutschen Wiedervereinigung, die zeigen, wie Clubkultur nach 1989 Teil eines gesellschaftlichen Wandels war, in Berlin und in ostdeutschen Regionen jenseits der Hauptstadt. Besonders interessieren uns jene Geschichten, die bisher kaum erzählt wurden.
Reicht jetzt eure Beiträge ein und werdet Teil eines vielstimmigen, kollektiven Archivs, das die gesellschaftliche Bedeutung und Realität der Clubkultur zur Zeit der Wiedervereinigung festhält und erfahrbar macht!
Hier findet ihr alle Informationen: https://tanzflaechen-der-wiedervereinigung.de/open-call/
(P.S.: die Archivalien werden Teil der Sammlung des AdJ und bleiben so für weitere Projekte und Recherchen erhalten)
12/05/2026
Was haben Memes, „Tradwives“ und Gaming-Plattformen mit Rechtsextremismus zu tun? Mehr als man denkt.
Bei der Werkstatt gegen Rechtsextremismus der Landeskoordination Berlin von Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage haben wir zwei wichtige Workshops durchgeführt:
Workshop 1: Rechtsextremismus online Rechtsextremismus hat sich massiv ins Netz verlagert. Wir haben Codes entschlüsselt und Strategien analysiert, mit denen extreme Inhalte dort auftauchen, wo Jugendliche täglich unterwegs sind. Im Argumentationstraining haben wir geübt, wie man online wie offline für demokratische Werte einsteht.
Workshop 2: Online-Misogynie
Frauenhass ist oft eine „Brückentechnologie“ für antidemokratische Narrative. Wir haben uns angeschaut, wie die sogenannte „Manosphere“ rekrutiert und wie misogyne Desinformation gezielt vor Wahlen eingesetzt wird, um Politikerinnen zu delegitimieren.
Das Ziel: Medienkompetenz ist Demokratieschutz! Wer die Strategie hinter den Memes erkennt, lässt sich bei der U18-Wahl weniger leicht manipulieren.
Ein großer Dank an .sophie03 für den großartigen gemeinsamen Workshop :)
28/04/2026
✨ Zusammenhalt in Vielfalt ✨
Am 21. Mai 2026 feiern wir den UNESCO-Welttag der kulturellen Vielfalt – ein Tag, der uns daran erinnert, wie wichtig es ist, Brücken zu bauen, Vielfalt als Stärke zu begreifen und solidarisch zusammenzustehen.
Wir sind dabei!
Im Rahmen unserer Arbeit finden rund um diesen Tag verschiedene Formate statt:
📅 07.05.2026 (intern, im Rahmen der Werkstatt gegen Rechtsextremismus von Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage)
🔎 Workshops zu Rechtsextremismus online – Codes verstehen, Strategien erkennen, handeln
💻 Online-Misogynie – Frauenhass als Strategie rechter Netzwerke
📅 27.–28.05.2026 (intern)
🎨 Streetart-Tour & Graffiti-Workshop mit FSJler:innen vom ASB
Und als öffentliches Veranstaltung:
📅 04.06.2026 | 18–21 Uhr
🗣 Panel im Archiv der Jugendkulturen: „Evangelikale Netzwerke und Fußball – Glaubensbekenntnisse oder Missionsauftrag?“
--> bei Interesse meldet euch gerne an:
[email protected]
Kommt vorbei, diskutiert mit uns und setzt gemeinsam mit uns ein Zeichen für Vielfalt und Zusammenhalt. 💬🌍
23/04/2026
Bei der durch die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) geförderten Veranstaltung haben wir vergangene Woche mal genauer auf das Thema "Christfluencer:innen" geschaut.
Farina Wäcker gab Einblicke ins Social-Media-Research-Archiv (SoMeRa) des Archiv der Jugendkulturen und welche Dynamiken, Vernetzungen und Trends dort sichtbar werden. Katharina Portmann von der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) beschäftigte sich in ihrem Input unter anderem mit Religion auf Social Media als „neue“ Form der öffentlichen Glaubenskommunikation. Jan Philipp Meli-Hahn (EZW) stellte das Forschungsprojekt REDiCON (Religion – Digitalität – Konfessionalität) und die Welt christlicher Influencer:innen auf YouTube vor. Und Theresa Brückner zeigte, wie sie als Pfarrerin im digitalen Raum arbeitet und ergänzte die vorherigen Inputs um eine Perspektive aus der Praxis.
Danke an alle Panelist:innen und Besucher:innen für den intensiven Austausch!
Bundeszentrale für politische Bildung (bpb)
21/04/2026
Zum Projekttag "Handwerk" der FSJler:innen des Arbeiter-Samariter-Bund hat unser Team zwei Workshops realisiert.
Im Comic/Illustrations-Workshop wurden beispielsweise Comics und Collagen gestaltet, die sich mit der Wahrnehmung von Körperbildern auf Social Media befassten.
Im Siebdruck-Workshop konnte der komplette Prozess des Siebdruckens ausprobiert werden, inklusive das Erstellen eigener Vorlagen für die Siebe.
Die Projekttage fanden im unabhängigen Jugendzentrum Pankow statt.
Wir freuen uns sehr über diese Kooperation und hoffen bald wieder gemeinsame Projekte realisieren zu können.