Faire Mobilität

Faire Mobilität

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Faire Mobilität unterstützt Beschäftigte aus Mittel- und Osteuropa bei der Durchsetzung ihrer Arbeitsrechte in Deutschland.

Faire Mobilität hilft, gerechte Löhne und faire Arbeitsbedingungen für Beschäftigte aus den mittel- und osteuropäischen EU-Staaten auf dem deutschen Arbeitsmarkt durchzusetzen. Die politische Verantwortung für Faire Mobilität liegt beim DGB-Bundesvorstand. Seit 2011 hat Faire Mobilität bundesweit 13 Beratungsstandorte aufgebaut. Die Berater*innen informieren, beraten und unterstützen mobile Beschä

Photos from Faire Mobilität's post 08/06/2026

🌱🌾🥕Letzte Woche war Faire Mobilität gemeinsam mit der IG BAU Weser-Ems, der Beratungsstelle für mobile Beschäftigte Osnabrück (Arbeit und Leben Niedersachsen und Faire Integration Niedersachsen in der Region Melle im Einsatz, um Saisonarbeitskräfte in der Erdbeer- und Gemüseernte direkt anzusprechen.

Die Beschäftigten kamen überwiegend aus Polen, vereinzelt auch aus der Ukraine und Georgien.

Wir verteilten mehrsprachige Informationsmaterialien und nutzten die Gelegenheit, sie über ihre Rechte aufzuklären. Neben den Gesprächen konnten wir auch einen Blick auf die Unterkünfte werfen, die einen Standard aufwiesen, der in dieser Branche keine Selbstverständlichkeit ist. Die Beschäftigten begegneten uns aufgeschlossen, wussten aber häufig nicht, dass ein solches kostenloses und vertrauliches Angebot für sie existiert. Die Aktion bestätigt, wie wichtig niedrigschwellige Präsenz vor Ort ist – und wir planen, sie in Kürze in einer weiteren Region Niedersachsens fortzusetzen.

Photos from Faire Mobilität's post 05/06/2026

🚛🤝LKW-Aktion als Teil des transnationalen Beratungsnetzwerks FELM

🗣️"Tja, gut wäre ein Tachograph schon..." kommentierte ein bulgarischer Fahrer eines Klein-Kühltransporters die Tachopflicht für Fahrzeuge ab 2,5t zGG im internationalen Straßengütertransport ab 1.7.2026. Er hatte davon aber noch nichts gehört, in seiner Firma sei davon nicht die Rede. Er fahre mehrwöchige Touren durch ganz Europa. Nach Hause nach Bulgarien gehe es nur, wenn sein Disponent eben gerade mal eine Tour nach Bulgarien fände. Die Frage nach der Länge seiner Arbeitstage quittierte er nur mit einem vielsagenden Blick - so wie es in der Branche eben normal sei.

🇪🇺Vertreter*innen von Faire Mobilität und dem slowenischen Gewerkschaftsbund ZSSS (Zveza svobodnih sindikatov Slovenij), die im europäischen Netzwerk FELM kooperieren, trafen ihn in der ersten Juniwoche bei einer gemeinsamen Aktion auf einem Rastplatz unweit von Ljubljana.

🗣️Ein bosnischer Fahrer bei einer slownischen Firma berichtete, wie sein Arbeitgeber versucht, die besonderen Entsenderegeln für LKW-Fahrende zu seinen Gunsten auszulegen und gar nicht erst die Frage aufkommen zu lassen, ob der Fahrer nicht Anspruch auf die Mindestlöhne der Länder haben könnte, in denen er fährt: Die Firma teile einfach transnationale Transporte in zwei Teile mit Zwischenstop und Anhängerwechsel in Slowenien - so würden für die beteiligten Fahrer scheinbar bilaterale Transporte daraus, die von den Entsenderegeln ausgenommen sind. Bezahlten Urlaub oder dergleichen habe er auch noch nie gehabt.

🗣️Ein ukrainischer Fahrer, der für eine litauische Firma in der Neuwagendistribution in ganz Europa arbeitet, berichtete von einem vereinbarten Tagessatz, der wohl zum großen Teil aus Spesen bestehe - so genau wisse er das mangels Lohnabrechnungen gar nicht; nur eins sei sicher: auf eine Rente aus Litauen brauche er nicht zu hoffen. Erschwerend hinzu komme, dass ständig Abzüge für Schäden vorgenommen würden und das stets ohne Nachweis tatsächlich entstandener Reperaturkosten. Und: er habe viele Kollegen aus anderen, weiter entfernten Drittstaaten, die zu noch deutlich schlechteren Konditionen beschäftigt würden, da würden sehr offensichtlich Unterschiede nach Herkunftsland gemacht. Sie bräuchten wahrscheinlich noch dringender Beratung - er versprach, die Informationen über Angebote kostenloser arbeitsrechtlicher Beratung in verschiedenen europäischen Staaten weiterzugeben.

Photos from Faire Mobilität's post 03/06/2026

Unter dem Titel "Building brigdes: Understanding EU rules in international road transport" diskutierten am Dienstag, den 02.06. im Gewerkschaftshaus der ZSSS in Ljubljana Vertreter*innen von Gewerkschaften, der ELA und slowenischen Institutionen, wie der Arbeitsinspektion, dem Arbeits- und dem Verkehrsministerium und dem Zoll, über die Umsetzung des Mobilitätspakets in die slowenische Gesetzgebung. Vertreter*innen von ETF und Faire Mobilität ergänzten die Frage der Auswirkungen des Mobility Package auf die Situation von LKW-Fahrenden in Slowenien um Perspektiven aus Dänemark und Deutschland. Im Fokus des Inputs der Faire Mobilität-Branchenkoordinatorin für den Internationalen Straßentransport stand die Frage, wie LKW-Fahrende in Anbetracht weit verbreiteter Arbeitsausbeutung und Gesetzesverstößen so beraten werden können, dass sie eine Chance haben, ihre Rechte einzufordern: Schlüssel hierzu ist eine gute Dokumentation. Voraussetzung für die erfolgreiche außergerichtliche Beratung ist ein europäisches Netzwerk von Beratungsstellen, wie FELM, in dem komplexe transnationale Fälle gemeinsam bearbeitet werden können.

Photos from Faire Mobilität's post 01/06/2026

Am 28. Mai war Faire Mobilität gemeinsam mit der Gewerkschaft IG BAU, der Betriebsseelsorge Rottenburg-Stuttgart und der Landesberatungsstelle Faire Arbeit BW im Stuttgarter Umland im Einsatz, um mit Saisonarbeitskräften ins Gespräch zu kommen. An zwei Standorten konnten wir zahlreiche Beschäftigte aus Rumänien sowie Betriebsverantwortliche erreichen und wichtige Einblicke in Arbeitsalltag, Unterbringung und Entlohnung gewinnen. Der offene Austausch zeigte sowohl bestehende Herausforderungen als auch die Bereitschaft aller Beteiligten, faire Arbeitsbedingungen weiterzuentwickeln. Die jährlichen Aktionen stärken Vertrauen, schaffen Transparenz und sind ein wichtiger Schritt hin zu guter Arbeit in der Landwirtschaft.

Photos from Faire Mobilität's post 28/05/2026

Am 23.5. besuchten Mitarbeiter*innen von Faire Mobilität, dem PECO Institut und dem EVW eine Großbaustelle in München. Sie konnten mit ca. 30 Bauarbeitern v.a. aus Bulgarien und Bosnien sowie aus Tschechien, die überwiegend als entsandte Beschäftigte eingesetzt arbeiten, sprechen und sie über ihre Arbeitsrechte informieren. Einer der Arbeiter gab an, dass er seit 2024 keinen Urlaubstag mehr gehabt hätte. Andere berichteten, dass sie monatlich 450 Euro für ein Zweibettzimmer zu bezahlen hätten. Einer der bulgarischen Arbeiter gab an einen Arbeitsunfall erlitten zu haben und trotz AU, Durchgangsarzt und Behandlung bei der BG-Klinik bisher kein Verletztengeld erhalten zu haben. Wir werden den versuchen den Sachverhalt für den Kollegen aufzuklären.

Photos from Faire Mobilität's post 28/05/2026

Mitarbeiter*innen von Faire Mobilität und der Landesberatungsstelle Faire Arbeit Baden-Württemberg haben am 20. Mai eine gemeinsame Informationsaktion auf den Autobahnraststätten Bruchsal Ost und West an der A5 durchgeführt. Dabei wurden knapp 100 Flyer – überwiegend auf Polnisch, Russisch und Rumänisch – an Lkw-Fahrer verteilt. Einige Fahrer berichteten von teils gravierenden Missständen in der Branche und sprachen von indirektem Druck, Lenk- und Ruhezeiten nicht einzuhalten, sowie davon, dass erfahrene Lkw-Fahrer zunehmen durch Arbeitskräfte aus Asien und Afrika ersetzt würden. Neben LKWs hat das Team auch Planentransporter mit polnischen Kennzeichen angesprochen, um mit den Fahrern über die anstehende Einführung der Tachografen zu sprechen.

Photos from Faire Mobilität's post 28/05/2026

„In etwa 5 Jahren sollte ich in Rente gehen - wenn ich so lange durchhalte. Dann kriege ich wahrscheinlich etwa 200 Euro monatlich als Rente", berichtete frustriert ein rumänischer LKW-Fahrer letzte Woche in der Nähe von Frankfurt Berater*innen von Faire Mobilität und dem polnischen Gewerkschaftsverband OPZZ. Beide sind Kooperationspartner im Netzwerk Fair Labour Mobility EU und bearbeiten regelmäßig vor allem Beratungsanfragen mit transnationalen Konstellationen gemeinsan.
Der rumänische Fahrer berichtete zudem: Seit mehreren Jahrzehnten fahre er mit einem rumänischen Vertrag (Mindestlohn plus 85 Euro Spesen am Tag) Luftfracht im Auftrag einer westeuropäischen Firma. Die Kollegen, die eine direkte Anstellung im gleichen westeuropäischen Unternehmen hätten, würden zwei- bis dreimal so viel verdienen wie er. Er habe doch viele Jahre Erfahrung, sämtliche denkbaren Führerscheinkategorien und viele Qualifikationen mehr und trotzdem verbringe er Wochenende für Wochenende auf deutschen Parkplätzen und wasche sich am Kanister. Und am Ende wird nicht einmal die Rente zum Leben reichen.
Weitere Gespräche führten wir mit Fahrern aus Rumänien, Polen, Belarus, der Ukraine und Usbekistan, darunter auch Fahrer von Planentransportern aus Rumänien und Polen, die ab 1. Juli 2026 der Tachopflicht unterliegen. Einer von ihnen hielt uns seine Tageskontrollblätter entgegen - von der baldigen Tachopflicht schien ihn sein Arbeitgeber noch nicht unterrichtet zu haben.

Bitterer Beigeschmack: Die Schattenseite der Spargelsaison 26/05/2026

Seit vielen Jahren fahren die Teams der Initative Faire Landarbeit auf die landwirtschaftlich bewirtschafteten Felder. Betriebe müssen ihren ausländischen Saisonarbeitskräften den gesetzlich geregelten Mindestlohn bezahlen. In der Praxis werde der laut Aura Plesca, vom Beratungsnetzwerk Faire Mobilität, jedoch immer wieder umgangen. „Wir beobachten stetig höhere Abzüge für Unterkunft und Verpflegung. Vor ein paar Jahren zahlten einige Arbeitskräfte bis zu 14 Euro pro Tag, dieses Jahr wurde uns teilweise von 28 Euro berichtet."

Bitterer Beigeschmack: Die Schattenseite der Spargelsaison Ausländische Erntehelfer:innen arbeiten in Deutschland unter prekären Bedingungen, zeigt unsere Reportage. Die Bundesregierung gibt hierzu wenig preis.

Photos from Faire Mobilität's post 26/05/2026

Vergangene Woche Mittwoch (20.5.) besuchten Kolleginnen aus Freiburg und Stuttgart mehrere Landwirtschaftsbetriebe in Emmendingen, Waldkirch-Buchholz, Bad Krozingen, Opfingen und Tuniberg. Ziel war es, Informationen über die Arbeitsbedingungen von Erntehelfer*innen zu sammeln und sie über ihre Rechte sowie bestehende Beratungsangebote zu informieren.
Dabei konnten rund 250 Arbeiter*innen aus sechs unterschiedlichen Betrieben angetroffen werden. Nach Aussagen der Beschäftigten sind die Bedingungen sehr unterschiedlich: Sie reichen von Akkordvorgaben, bei denen der Mindestlohn nicht erreicht werden kann, und hohen Unterkunftskosten von bis zu 35 Euro pro Tag und Bett (inklusive Verpflegung), bis hin zu kostenlos zur Verfügung gestellten Unterkünften und einer nach Einschätzung der Beschäftigten angemessenen Vergütung.

Photos from Faire Mobilität's post 20/05/2026

🚧👷🏗️Baustellenaktion in Nürnberg

🗣️„Wir haben keinen direkten Überblick über die Belegschaft auf unseren Baustellen. Wir arbeiten mit rund 30 Subunternehmern, die ihre eigenen Arbeitskräfte mitbringen und Aufträge teils weiter vergeben. Eigenes Personal einzusetzen wäre für uns unwirtschaftlich."

❗So offen schilderte uns der Vertreter eines Generalunternehmers am 19. Mai 2026 die Realität auf deutschen Baustellen.

An diesem Tag haben Faire Mobilität, Faire Integration, das PECO-Institut e.V. und die IG BAU gemeinsam vier öffentliche Baustellen in Nürnberg aufgesucht – um migrantische Bauarbeiter direkt vor Ort über ihre Rechte und Beratungsangebote zu informieren. Angetroffen haben wir Arbeitnehmer aus Rumänien, Polen, der Slowakei, der Ukraine und Italien.

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