04/01/2024
Durch die verschärfte Sicherheitslage am ‚Bab al-Mandab‘, dem Zugang zum Roten Meer und damit zum Suez-Kanal, werden unsere Lieferketten erneut gestört. Ich wundere mich aber schon sehr, dass wir als große Außenhandelsnation nicht mit in der ersten Reihe bei der neuerlichen von den USA initiierten multinationalen Sicherheitsinitiative ‚Prosperity Guardian‘ stehen. Wer, wenn nicht wir, sollten doch höchstes Interesse an sicheren Seewegen von und nach Europa haben", so Dr. Dirk Jandura, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA).
"Es beruhigt mich aber, dass unsere Unternehmen aus den vergangenen Krisen gelernt und rasch reagiert haben. Unsere Lieferketten sind heute deutlich stärker diversifiziert und damit resilienter aufgestellt, als noch 2021, als der Suez Kanal über Wochen blockiert war. Größere Versorgungsprobleme erwarte ich daher nicht, es wird höchstens in Einzelfällen zu kurzen Lieferverzögerungen kommen", so der Außenhandelspräsident weiter.
Abschließend fordert der Präsident des BGA, dass in Europa deutlich mehr Engagement in die Bündelung der Außen- und Sicherheitspolitiken gesteckt wird. Die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) der EU muss – auch militärisch – endlich das Instrument werden, um europäische Interessen wirksam umzusetzen, ohne immer auf die USA zu warten.
12/12/2023
„Ich erwarte von der Bundesregierung, dass sie endlich Konsequenzen zieht und sich auf europäischer Ebene stärker für unseren Wirtschaftsstandort einsetzt. In seinem jetzigen Zustand kann und darf Deutschland dieser Richtlinie nicht zustimmen.
Die europäische Richtlinie verstärkt die Belastungen durch das deutsche Lieferkettengesetz nochmal massiv. Der deutsche Mittelstand ertrinkt schon jetzt in Berichtspflichten und einer Flut von Fragebögen. Zusätzlich schadet es der Wettbewerbsfähigkeit und der Diversifizierung der Lieferketten.
Die von der Leyen-Kommission enttäuscht mich maßlos. Das ist nicht die Stimme der wirtschaftlichen Vernunft, sondern das Gesicht der Bürokratie. Der Rat und das Parlament haben sich auf eine Sanktionsstrafe in Höhe von 5 Prozent des globalen Nettoumsatzes geeinigt. Das, gepaart mit der zivilrechtlichen Haftung für mittelbare Zulieferer, erweitert den Druck auf die betroffenen Unternehmen.
Wir befinden uns mitten in der Rezession und in einem globalen Wettrennen um Marktzugänge, Lieferketten und Rohstoffe. Die Unternehmen stehen unter einem enormen wirtschaftlichen Druck. Wer nun eine solche Zusatzregulierung beschließen will, hat wenig von wirtschaftlichen Zusammenhängen begriffen."
Dr. Dirk Jandura, BGA-Präsident
07/12/2023
Die EU hat bereits mit etwa einem Dutzend Partnerstaaten moderne Handelsabkommen abgeschlossen, während Verhandlungen mit vielen weiteren Ländern noch ausstehen oder aktualisiert werden müssen. Diese Verhandlungen erstrecken sich oft über viele Jahre, bedingt durch die Vielzahl an verschiedenen Verhandlungsgebieten, politische Veränderungen wie Regierungswechsel und Krisen wie die Corona-Pandemie. Ein aktuelles Beispiel für die langwierigen Verhandlungen ist das Mercosur-Abkommen, das im Juni 2019 von der Europäischen Kommission abgeschlossen wurde, bis heute aber nicht ratifiziert ist und aktuell am Votum Argentiniens zu scheitern droht.
Die Europäische Union führt derzeit Verhandlungen über Freihandelsabkommen (FTAs) mit verschiedenen Ländern. Trotz der Bemühungen um multilaterale Handelsliberalisierung sind FTAs ein entscheidender Bestandteil der Handelsstrategie der EU. Die Verhandlungen gestalten sich jedoch keineswegs einfach.
In der Handelspolitik bevorzugt die EU weiterhin die Liberalisierung und Regelsetzung durch die WTO, obwohl diese Organisation mit Herausforderungen zu kämpfen hat. Während die WTO an der Bewältigung von Krisen und der Reform ihrer Mechanismen arbeitet, gewinnt der Abschluss von FTAs zunehmend an wirtschaftlicher und politischer Bedeutung. FTAs sind für die EU eine unverzichtbare Ergänzung zum multilateralen System. Das Abkommen der EU mit Japan, das im Februar 2019 in Kraft trat, stellt ein gutes Beispiel dar. Es schuf den weltweit größten Wirtschaftsraum und ermöglicht es EU-Exporteuren, jährliche Zollzahlungen von rund einer Milliarde Euro nach Japan weitgehend einzusparen.
Die FTAs der EU, wie die mit Kanada, Japan und Singapur, haben nicht nur das Ziel, Zölle abzubauen, sondern sind vielmehr umfassende Abkommen, die moderne Standards für die wirtschaftlichen Beziehungen setzen. Diese Vereinbarungen gehen über den Rahmen der WTO-Vereinbarungen hinaus und regeln Aspekte wie den Marktzugang durch den Abbau nicht-tarifärer Handelshemmnisse (z. B. durch regulatorische Zusammenarbeit), die Liberalisierung von Dienstleistungsmärkten sowie den verbesserten Zugang der Unternehmen zu öffentlichen Beschaffungsmärkten. Zusätzlich werden in den FTA-Verhandlungen Themen wie Wettbewerbsregeln, der Schutz ausländischer Direktinvestitionen und Nachhaltigkeitsfragen (Arbeitsrechte und Umweltschutz) behandelt. Die EU plant, ältere Abkommen mit Chile und Mexiko, die im Vergleich zu den umfassenderen neuen FTAs nur grundlegende wirtschaftliche Aspekte abdecken, im Laufe der Zeit zu modernen FTAs auszubauen.
05/12/2023
Das Scheitern des Mercosur-Abkommens wäre vertane Chance!
„Für die Außenhandelsnation Deutschland wäre das Scheitern des Mercosur-Abkommens ein schwerer Schlag. Mit der überraschenden Ablehnung des Abkommens erweist die scheidende argentinische Regierung ihrem Volk einen Bärendienst. Auch für unsere Volkswirtschaft wäre eine Vertiefung der Handelsbeziehungen zwischen EU und Mercosur dringend nötig.
Die EU und der Mercosur brauchen jetzt schnell einen Plan B, um weiterhin eine Einigung erzielen zu können. Es darf nicht sein, dass dieses für uns so wichtige Handelsabkommen auf den letzten Metern an einer solchen politischen Verantwortungslosigkeit scheitert. Wir appellieren an die EU-Kommission und die Bundesregierung, weiter alles daran zu setzen, doch noch ein Übereinkommen zu erzielen. Am Besten direkt mit einer neuen argentinischen Regierung.
Ein endgültiger Zusammenbruch der Verhandlungen wäre für beide Seiten eine große, vertane Chance. Ohne Abkommen wird Europa zwangsläufig in Lateinamerika geoökonomisch gegenüber unseren globalen Wettbewerbern den Anschluss verlieren. "
EU-Mercosur-Abkommen vorläufig gestoppt
Die EU-Delegation sagt ihre Reise zum Gipfeltreffen in Rio de Janeiro ab. Denn jetzt bremst Argentinien – und langer Stillstand droht.
04/12/2023
Exportentwicklung erneut negativ – fehlende Impulse im Binnenmarkt
"Erneut sehen wir einen Rückgang der deutschen Exporte. Dies verwundert leider nicht: Im europäischen Binnenmarkt sowie im In- und Ausland fehlen die Impulse für die eigentlich notwendige kräftige Belebung des Geschäfts. Die hartnäckige Inflation mit der Folge einer straffen Geldpolitik der großen Notenbanken und der Ukrainekrieg mit all seinen politischen und wirtschaftlichen Folgen sind stark dämpfende Belastungen. Ebenso die anhaltenden geopolitischen Spannungen zwischen den USA und China und nicht zuletzt die heftige Diskussion um wettbewerbsfähige Standortbedingungen. All das ist ungeeignet, bei Händlern und Investoren Zuversicht zu stiften und eine Aufbruchstimmung zu schaffen.
Insofern wünsche ich mir sehr, dass Europa das "window of opportunity" nutzt und das Mercosur-Abkommen in diesen Tagen unter Dach und Fach bringt. Nie waren die Chancen größer, den erwarteten Abschluss zu erzielen. Gleichzeitig muss die Bundesregierung mit Paris den Schulterschluss suchen, um dort letzte Blockaden zu beseitigen. Das Abkommen wird in Zukunft für beide Seiten die Rechtssicherheit erhöhen und damit den Austausch von Gütern und Dienstleistungen ankurbeln sowie mehr Investitionen anziehen. Dies ist gerade jetzt wichtig, wo der Binnenmarkt schwächelt"
BGA-Präsident Dr. Dirk Jandura
Laut statistischem Bundesamt sind im Oktober 2023 die deutschen Exporte gegenüber September 2023 kalender- und saisonbereinigt erneut um 0,2 % und die Importe um 1,2 % gesunken. Damit sanken, nach vorläufigen Ergebnissen, die Exporte im Vergleich zum Vorjahresmonat Oktober 2022 um 8,1 % und die Importe um 16,3 %.
25/01/2022
Zum Stopp der staatlichen Förderungen für den Bau energieeffizienter Gebäude erklärt Dr. Dirk Jandura, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA):
„Das ist ein überraschender und schwerer Schlag für die Baubranche und ihre Zulieferer. Die Weiterführung der Bundesförderung für effiziente Gebäude ist dringend notwendig. Für den Wirtschaftsstandort Deutschland brauchen wir verlässliche und planbare Rahmenbedingungen. Hauruck-Aktionen schaffen in schwierigen Zeiten nur noch mehr Unsicherheit und verhindern Investitionen und Wachstum.
Auch für viele Familien wird der Traum vom energieeffizienten Eigenheim nun deutlich schwieriger zu realisieren sein. Es bleiben steigende Bau- und Energiekosten, zu erwarten sind auch höhere Zinsen. Der Druck am Wohnungsmarkt besteht damit fort. Die Ampel-Koalition muss zeigen, wie ernst sie es mit Klima- und Umweltschutz meint. Die hohen Ziele, die Deutschland sich setzt, sind richtig. Aber sie werden teuer und das darf nicht auf den Schultern der Bürgerinnen und Bürger ausgetragen werden!“
Berlin, 25. Januar 2022
14/01/2022
Zu den heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen zur Entwicklung des BIP 2021 erklärt Dr. Dirk Jandura, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA):
„Die Wirtschaft ist nach dem Einbruch wieder auf Erholungskurs – aber schwächer als erwartet. Der Einbruch der Wirtschaftsleistung aus dem Jahr 2020 ist insgesamt noch nicht wieder aufgeholt. Das hat aber nicht nur mit dem Wiederaufflammen der Corona-Pandemie zu tun. Auch der Strukturwandel, der akute Fachkräftemangel, die zu hohen Energiepreise und die gestörten Lieferketten in den Weltmärkten beeinflussen das Wirtschaftswachstum. Es sind große Aufgaben, die die neue Bundesregierung nun bewältigen muss. Und das am besten im Dialog und in Zusammenarbeit mit der Wirtschaft. Die Unternehmen am Standort Deutschland müssen wettbewerbsfähig bleiben, damit die hohe Beschäftigung gesichert und die Staatsfinanzierung solide bleibt. Ohne wettbewerbsfähige Wirtschaft können die hohen staatlichen Ausgaben und unser soziales Netz nicht dauerhaft finanziert werden.“
Berlin, 14. Januar 2022
09/12/2021
BGA: Exporte legen deutlich zu
„Trotz aller Widrigkeiten ist der deutsche Außenhandel endlich wieder zurück auf Vorkrisenniveau. Angesichts der vielen Probleme in den Lieferketten ist das zum Auftakt des vierten Quartals eine wirklich gute Nachricht.“ Dies erklärt Dr. Dirk Jandura, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), heute in Berlin zur Entwicklung des deutschen Außenhandels.
Zuvor hatte das Statistische Bundesamt die Außenhandelszahlen für Oktober 2021 bekannt gegeben. Demnach wurden Waren im Wert von 121,3 Milliarden Euro exportiert. Damit sind die Exporte im Vorjahresvergleich um 8,1 Prozent gestiegen. Mit einem Warenwert von 108,5 Milliarden Euro sind auch die deutschen Importe gestiegen, im Vorjahresvergleich um 17,3 Prozent. Die Außenhandelsbilanz schloss damit im Oktober mit einem Überschuss von 12,8 Milliarden Euro ab.
„Die strukturellen Herausforderungen für die Unternehmen bleiben aber bestehen. Das Chaos in der Logistik hält voraussichtlich noch einige Monate an. Hier machen sich fehlende Container, der Fachkräftemangel und regionale Corona-Ausbrüche bemerkbar. Die dadurch verursachten hohen Kosten im Ein- und Verkauf werden uns also noch eine Weile begleiten. Auch bei den Lieferengpässen von Rohstoffen und Vorprodukten ist erstmal keine Entspannung in Sicht. Die gestiegenen Energiepreise sind ein weiterer Kostentreiber, der den Unternehmen zu schaffen macht. Und über all dem hängt noch das Damoklesschwert der vierten Welle hier in Deutschland. Unser Appell an die neue Bundesregierung lautet daher, den nötigen Gesundheitsschutz der Bevölkerung zu wahren, aber gleichzeitig auch die wirtschaftliche Erholung im Außenhandel nicht zu gefährden“, so Jandura abschließend.
Berlin, 9. Dezember 2021
08/12/2021
Anlässlich der Wahl von Olaf Scholz zum Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland erklärt der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen,
Dr. Dirk Jandura, heute in Berlin:
„Im Namen des BGA und seiner Mitglieder gratuliere ich Olaf Scholz sehr herzlich zu seiner Wahl zum Bundeskanzler. Die neue Bundesregierung muss jetzt beweisen, dass sie ihre vielen Vorhaben auch wirklich umsetzen kann. Deutschland braucht dringend spürbare Veränderungen. Unser Land muss moderner werden und weltoffener, schneller und digitaler. Wir müssen den Fachkräftemangel ebenso bewältigen wie den Klimawandel. Wir müssen die Digitalisierung entschlossen voranbringen gleichfalls wie den industriellen Strukturwandel. Wir müssen den Groß- und Außenhandel stärken und den B2B-Dienstleistungssektor flexibel halten. Wir müssen Corona besiegen und endlich wieder zur Normalität der Sozialen Marktwirtschaft zurückkehren. Und wir müssen unseren Kindern ein erfolgreiches, gesundes und finanziell solides Deutschland hinterlassen. Das alles gilt es anzupacken, und dabei wird der BGA die neue Bundesregierung tatkräftig unterstützen.“
Berlin, 8. Dezember 2021
24/11/2021
BGA begrüßt Koalitionsvertrag
Der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen begrüßt die heutige Einigung von SPD, Grünen und FDP auf einen Koalitionsvertrag. „Es ist ein gutes Zeichen, dass wir jetzt bald wieder eine handlungsfähige Bundesregierung haben“, so BGA-Präsident Dr. Dirk Jandura. „Die vierte Welle der Corona-Pandemie droht unser Land und unsere Wirtschaft erneut lahmzulegen. Klimawandel, Fachkräftemangel und digitaler Strukturwandel verändern unsere Wirtschaft. Die Aufgaben für die neue Bundesregierung sind deshalb enorm. SPD, Grüne und FDP haben heute einen ambitionierten Fahrplan vorgelegt. Die starke Betonung von Modernisierung, digitalem Aufbruch und Investitionen ist richtig. Bisher hat es an der Umsetzung gehapert, und wir hoffen, dass das nun anders wird“, so Jandura.
„Eine wettbewerbsfähige Wirtschaft ist das Fundament unseres gesellschaftlichen Zusammenhalts. Ohne eine Erneuerung der wirtschaftlichen Grundlagen, ohne leistungsstarke Unternehmen werden wir weder die Bewältigung des Klimawandels noch unseren Sozialstaat finanzieren können“, so der BGA-Präsident weiter.
„Wir müssen dringend den Klimaschutz und seine Vorgaben so gestalten, dass auch kleine und mittelständische Unternehmen bei der Umsetzung nicht auf der Strecke bleiben“, betont Jandura. „Viele Großhändler, Außenhändler und Dienstleister haben mit zu hohen Energiepreisen, zu vielen Vorschriften und Auskunftspflichten sowie dem dramatischen Fachkräftemangel zu kämpfen. Wir werden all diese Aufgaben nur im Dialog miteinander lösen können. Deshalb ist es gut, wenn sich Wirtschaft und Politik wieder aufeinander zubewegen“, so der BGA-Präsident.
Kritisch beurteilt Jandura die Anhebung des Mindestlohns auf 12 Euro: „Durch diesen Eingriff wird die Arbeit der Mindestlohnkommission ebenso entwertet wie die gemeinsame Lohnfindung von Arbeitgebern und Gewerkschaften per Tarifvertrag.“ Ebenso kritisch sei, „dass die Bundesregierung offensichtlich das Ziel nicht weiterverfolgt, die Sozialversicherungsbeiträge unter 40 Prozent zu halten. Die Kosten des Sozialstaats dürfen dauerhaft nicht aus dem Ruder laufen“, so Jandura.
„Kritisch ist auch das Vorhaben, Freihandelsabkommen nachträglich noch durch zusätzliche Forderungen nach verpflichtenden Umwelt-, Sozial- und Menschenrechtstandards zu überfrachten. Das führt zum Scheitern dieser Handelsabkommen und Deutschland droht, den erleichterten Zugang zu internationalen Märkten an Länder wie China zu verlieren.“
24, Berlin, 24. November 2021
09/11/2021
BGA: Deutsche Außenwirtschaft noch stabil, aber Eintrübung droht
„Seit einiger Zeit ist viel Sand im Getriebe des Welthandels und dennoch ist die deutsche Außenwirtschaft weiterhin stabil. Die Unternehmen kämpfen immer noch mit der chaotischen Logistiksituation, den Engpässen bei Vorprodukten und den hohen Energiepreisen – bisher mit Erfolg.“ Dies erklärt Dr. Dirk Jandura, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), heute in Berlin zur Entwicklung des deutschen Außenhandels.
Zuvor hatte das Statistische Bundesamt die Außenhandelszahlen für September 2021 bekannt gegeben. Demnach wurden Waren im Wert von 117,8 Milliarden Euro exportiert. Damit sind die Exporte im Vorjahresvergleich um 7,1 Prozent gestiegen. Mit einem Warenwert von 101,6 Milliarden Euro sind auch die deutschen Importe gestiegen, im Vorjahresvergleich um 12,9 Prozent. Die Außenhandelsbilanz schloss damit im September mit einem Überschuss von 16,2 Milliarden Euro ab.
„Die Folgen der angespannten Lieferketten machen sich stärker bemerkbar. Unternehmen müssen höhere Preise zahlen, damit ihre Ware überhaupt transportiert wird. Und das spüren die Kunden am Ende. Auch die Engpässe bei Rohstoffen und Vorprodukten sowie höhere Energiepreise führen zu einer Verteuerung. Wir rechnen daher damit, dass sich der Außenhandel zum Jahresende abkühlen wird. Umso wichtiger ist es, dass sich die nächste Bundesregierung intensiv um eine neue Außenwirtschaftsstrategie bemüht. Die Unternehmen im Außenhandel müssen dringend gestärkt werden“, so Jandura abschließend.
23, Berlin, 9. November 2021