03/03/2022
Niederlage für alle!
Gegen Kriegstreiberei und jeden Imperialismus
Demo am 04.03. um 17.30 Uhr, Hauptbahnhof Bielefeld
Resolution:
1. Wir verurteilen den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Der Abzug der russischen Armee aus der Ukraine ist die Grundlage für jegliche Lösung des Konfliktes.
2. Wir stehen solidarisch an der Seite der progressiven Linken in Russland und der Ukraine, die unter schwierigsten Bedingungen versuchen diesen Krieg zu beenden. Wir stehen an der Seite all jener, die für eine sowohl von russischen als auch westlichen imperialistischen Einflussversuchen unabhängige und selbstbestimmte Ukraine einstehen.
3. Es darf keine Sanktionen geben, die auf dem Rücken der Lohnabhängigen und einfachen Bevölkerung in Russland, der Ukraine oder in anderen Ländern ausgetragen werden. Die Folgen der Sanktionen, wie Preiserhöhungen für Lebensmittel und Heizkosten, treffen nicht diejenigen, die für den Krieg verantwortlich sind, sondern sorgen für eine weitere Verelendung der Zivilbevölkerung.
4. Dieser Krieg wird nicht durch Waffenlieferungen oder irgendeine NATO-Intervention verhindert. Die derzeitige Lage begründet nicht die Notwendigkeit von Militärbündnissen oder Aufrüstung sondern zeigt im Gegenteil, dass Abrüstung und die Auflösung solcher militärischen Bündnisse nötig sind. Die von der Bundesregierung angekündigten Festschreibungen von 100 Milliarden Euro Sondervermögen und des 2%-Ziels für Rüstung im Grundgesetz müssen entschieden bekämpft werden. Mit diesen Maßnahmen behauptet die deutsche Regierung für mehr Sicherheit und Frieden zu sorgen, stattdessen führen sie zur Zunahme kriegerisch ausgetragener Konflikte mit deutscher Beteiligung.
5. Wir stehen ein für die bedingungslose Aufnahme ALLER Geflüchteten! Wir begrüßen die vielen Solidaritätsbekundungen mit Geflüchteten aus der Ukraine - kritisieren aber die Doppelmoral dieser Gesten während weiterhin Menschen an der polnischen Grenze sowie den EU-Außengrenzen ausharren müssen oder im Mittelmeer ertrinken. Wir verurteilen den Rassismus gegen schwarze ukrainische Geflüchtete innerhalb und außerhalb der Ukraine. Wir fordern sichere Fluchtwege für alle - egal woher sie kommen und wovor sie flüchten.
Unterzeichner*innen:
Antifa AG an der Uni Bielefeld
Antifa Jugendcafé
Antira AG Universität Bielefeld
CARE Revolution Bielefeld
Ende Gelände Bielefeld
Feministisches Referat
FLA FLA
Jugendantifa Bielefeld
Revolutionärer Jugendbund Bielefeld
Seebrücke Bielefeld
27/10/2021
+++ Open Gallery +++
Ihr wolltet schon immer mal wissen, was in den AGen und autonomen Referaten eigentlich so passiert? Heute, am 27.10. ab 18 Uhr sind einige der Türen auf der AStA Galerie für euch geöffnet und ihr könnt einen Blick hinter die Kulissen werfen. Für Getränke und Musik wird ebenfalls gesorgt. Bitte kommt frisch getestet (auch die geimpften) und haltet vor Ort ein wenig Abstand. Wir freuen uns auf euch!
12/10/2021
Die Uni öffnet ihre Pforten und auch wir sind wieder im Gebäude anzutreffen!
Wer uns kennenlernen möchte und Lust hat, sich aktiv einzubringen, kann gerne mal beim Plenum vorbei schauen. Wir treffen uns ab dem 18.10. wieder Montags um 18 Uhr in unserem Raum auf der Galerie im Hauptgebäude der Uni (C1-166).
Bitte kommt geimpft oder genesen und schreibt uns am besten vorher kurz eine Nachricht. Wir freuen uns auf euch!
22/06/2021
Eine gewaltvolle Razzia der Polizei im Stonewall Inn in der Christopher Street in New York City am 28.06.1969 resultierte in einem fünftägigen Aufstand der bis zum 03.07.1969 anhielt. Dieser Aufstand richtete sich gegen die queerfeindlichen Polizeikontrollen, die alltäglichen Übergriffe und Queerfeindlichkeit im Allgemeinen. Die Bewegung, welche den Ursprung für den Christopher Street Day bildete, beruhte vor allem auf dem Engagement Schwarzer trans Personen, welche bis heute Diskriminierung erfahren und unsichtbar gemacht werden.
Aus diesem Grund geht der Kampf um Sichtbarkeit und gegen rassistische Polzeigewalt auch heute immer noch weiter. Vor allem Schwarze und People of Colour sind weltweit und tagtäglich rassistischen Kontrollen und Gewalt ausgesetzt. Häufig endet sie tödlich, wie im Fall von Qosay Sadam Khalaf. Die Polizei ist mit ihrem staatlichem Gewaltmonopol nur eine der zahlreichen gewaltsamen Strukturen. Polizeiliche Gewalt soll und will das bestehende System verteidigen, deshalb kann die Polizei nie neutral, nie objektiv, nie unpolitisch sein.
Insbesondere queere Personen, Schwarze und People of Colour sind einer umfassenden strukturellen Gewalt ausgesetzt. Die Diskriminierung und Marginialisierung bestimmter Personengruppen ist im Kapitalismus vorausgesetzt. Dieser baut auf einem rassistischen Ausspielen von Arbeiter*innen gegeneinander, um sich selbst billige Arbeitskräfte zu garantieren. Gleichzeitig stellt ein sexistischer und heteronormativer Normalzustand unbezahlte reproduktive Care-Arbeit im Kapitalismus sicher.
Antirassistische und queere Kämpfe greifen die Grundfeste dieser Gesellschaft an, da sie den natürlichen Schein der Geschlechter- und Machtverhältnisse brüchig werden lassen. Ein System das auf Ausbeutung und Herrschaft beruht, kann auf Angriffe nur mit Gewalt reagieren. Unser Protest richtet sich daher nicht nur gegen das Symptom der Polizeigewalt, sondern gegen die Strukturen als solche.
Vor allem im Pride Monat wird die Instrumentalisierung von Regenbogenflaggen immer wieder deutlich. So fährt die Polizei, die vor 52 Jahren die Riots ausgelöst hat, heute ironischerweise in einem Regenbogen-Auto durch New York. Kapitalistische Großkonzerne wie z.B. BMW, Mercedes-Benz und Volkswagen wollen queere Menschen unterstützen – allerdings nur dann, wenn "marktspezifische gesetzliche Regelungen und landesspezifische kulturelle Aspekte" dies zuließen. So haben sie haben ihre Logos in Regenbogenfarben ausgeschmückt, jedoch ausschließlich in LGBTQIA+-"freundlichen" Ländern. Die vermeintliche Unterstützung der LGBTQIA+-Community gilt also nur dort, wo die Konzerne sich dabei positive wirtschaftliche Effekte erhoffen und nicht da, wo es insbesondere nötig ist.
Während Großkonzerne (deren Führungsetagen i.d.R. von einer weißen und cis heteronormativen Mehrheit dominiert werden) sich für ihre "Toleranz" feiern, ist die LGBTQIA+ Community auch in Deutschland noch alltäglich Diskriminierungen ausgesetzt.
Erst kürzlich blockierten deutsche Politiker*innen die Beschlussfindung zum Antrag "Hass und Hetze gegen LSBTI wirksam bekämpfen", die Ergänzung des Antidiskriminierungsartikels im Grundgesetz um das Merkmal "sexuelle Identität" und das Ersetzen des verfassungswidrigen "Transsexuellengesetzes" durch das Selbstbestimmungsgesetz. Zudem dürfen Schwule und bisexuelle Männer in Deutschland immer noch kein Blut spenden, wenn diese innerhalb eines Jahres S*x mit einem Mann hatten.
Auch Hasskriminalität gegenüber der LGBTQIA+ community ist in Deutschland ein großes Problem. In 2020 kam es zu 782 Straftaten gegenüber der queeren Community. Die Dunkelziffer wird auf 80-90% geschätzt. Angriffe, Diskriminierungen, Beleidigungen und Pathologisierungen gehören zum Alltag vieler queerer Menschen. Laut einer Studie vermeiden 45 Prozent der Befragten oft, mit ihren Partner*innen in der Öffentlichkeit Händchen zu halten, weil sie Anfeindungen oder Gewalt befürchten.
Es geht nicht darum, die Ausbeutung bunter, vielfältiger oder queerer erscheinen zu lassen oder rassistische Polizeigewalt hinter einer Regenbogenflagge zu verstecken.
Es geht darum, auf die Missstände aufmerksam zu machen und sie zu bekämpfen. Es geht darum, den gesellschaftlichen Zuständen, die auf der Ausbeutung und auf Herabwürdigung von Menschen basieren und durch Polizeigewalt geschützt werden, ein Ende zu setzen.
Wir wollen keine Pseudosichtbarkeit und Toleranz, sondern strukturelle Veränderungen. Wir stehen an der Seite von allen, die sich auflehnen, und hinter den Protesten gegen Polizeigewalt und gewaltsame Strukturen. The first pride was a riot und der Kampf ist noch lange nicht zu Ende!
Kommt am 03.07. um 16.00 Uhr zur Demo auf dem Siggi!