19/10/2026
40 Jahre – 40 Aspekte Teil XXII
Aidshilfe Bochum international
Was waren das im Jahr 2008 für eindrückliche, wertvolle, aber durchaus auch erschreckende Erfahrungen durch unser internationales Engagement in der Ukraine?
Es kamen seinerzeit viele alarmierende Zahlen aus dem Land, was nur ca. zwei Flugstunden von uns entfernt liegt. Jeder 40. Mensch lebte dort schätzungsweise mit einer HIV-Infektion. Menschen wurden nur behandelt, wenn sie sich bereits im Aids-Stadium befanden, ein maroder Staat, viel Korruption auch unter NGOen und und und… Das waren alles keine guten Voraussetzungen für eine solidarische Antwort auf die Herausforderungen rund um HIV/Aids, wie wir sie aus der bundesrepublikanischen Geschichte kannten. Diese Antworten wurden durch die Aidshilfebewegung erstritten.
Aber es gab auch Mut machende Beispiele für die Ukraine: Durch Initiative der Gesellschaft Bochum-Donezk e.V. sollte im Bochumer Haus in Donezk ein Pflegedienst für Menschen mit HIV und Aids aufgebaut werden. Die Gynäkologin, Astrid Platzmann Scholten, der Pflegewissenschaftler, Andy Schütz, und unsere Geschäftsführer, Arne Kayser, schulten die angehenden Fachkräfte jeweils eine Woche in der Ukraine und eine Woche in Bochum. Ein weiteres Engagement in Odessa folgte, wo die drei benannten Expert*innen ein Ausbildungsmodul zur Errichtung einer Clearingstelle für die HIV-Versorgung in der Hafenstadt am schwarzen Meer anboten. Diese wurde dann sehr erfolgreich vom dortigen Bayerschen Haus aufgebaut.
Aufgrund diese eindrücklichen Erfahrungen fühlen wir uns mit der Ukraine und den Menschen dort eng verbunden, gerade auch jetzt in Zeiten dieses schrecklichen Krieges.
Was es aber mit einer 17-stündigen hitzigen Zugfahrt von Donezk nach Odessa und dem Codewort „Ukrainisches Bier“ auf sich hat, das bleibt ein gut gehütetes Geheimnis der Aidshilfe-Historie.