13/09/2026
Demokratie schützen ❤️❤️❤️
Lieber Mario,
Die SPD Friesoythe stellt seine Stadtratskandidaten vor. Junge Menschen, kommunalpolitische Erfahrung, soziale Gerechtigkeit, ÖPNV, Dorfentwicklung und Ideen für die Zukunft. Erik Pünter ist 21, studiert, engagiert sich kommunalpolitisch und kandidiert für den Stadtrat.
Und du schaust auf seine blauen Haare und lieferst deine politische Analyse: „Sofort Kopfschuss. Fertig!“
Während andere darüber diskutieren, wie eine Stadt für junge Menschen attraktiver werden kann, hast du das kommunalpolitische Programm auf drei Wörter und ein Todesurteil reduziert.
Blaue Haare sind also offenbar inzwischen ein hinreichender Grund für einen Kopfschuss. Da wird die Wahlkampfbroschüre plötzlich zum Fahndungsplakat.
Besonders interessant ist das Wort „sofort“. Nicht „gefällt mir nicht“, nicht „wähle ich nicht“, nicht einmal ein politisches Argument. Nein: sofort Kopfschuss. Du überspringst die komplette demokratische Debatte und landest direkt bei der Gewalt.
Und das bei einem 21-Jährigen, der sich kommunalpolitisch engagiert.
Erik möchte, dass junge Menschen in Friesoythe mehr Möglichkeiten bekommen, sich einzubringen. Du möchtest offenbar, dass ein junger Mensch wegen seiner Haarfarbe gar nicht mehr mitreden kann.
Demokratie ist übrigens genau dafür da, dass dir Menschen begegnen, deren Aussehen, Ideen oder politische Positionen dir nicht gefallen. Du darfst ihn nicht wählen. Du darfst seine Politik kritisieren. Du darfst seine blauen Haare albern finden.
Was du nicht darfst, ist ein Todesurteil in den Kommentarbereich schreiben.
Erik bleibt also auch mit blauen Haaren Kandidat.
Und du bleibst, zumindest nach diesem Kommentar, jemand, der eine Wahlurne mit einem Abzug verwechselt.
Grüße in den Nacken