26/09/2026
Was für ein Tag! ❤️🖤✊
Zwei stabile Blockaden, ein bunter Bismarck und eine Stadt die wieder klar gezeigt hat: "Wir sind Alle Antifa!"
Heute wollten ca. 200 Reichsbürger*innen durch Darmstadt marschieren. Während es von den Stadt oberen hieß, diese hätten nichts mit der Stadt zu tun, war es die mutige und bunte Zivilgesellschaft, Antifaschist*innen, Gewerkschafter*innen und andere stabile Darmstädter*innen , die den Aufzug effektiv blockierten.
Danke dafür!
So sehr wir den Aufruf der Stadt, friedlich gegen die Reichsbürgerei zu demonstrieren vielleicht auch begrüßen mögen - für ein Verbot der Versammlung hat es der Stadt nicht gereicht. Aber auch schon die Aussage, Reichsbürgertum habe nichts mit Darmstadt zu tun, ist für uns blanker Hohn. Das Landesmuseum, das Staatsarchiv (ehemals Hof- und Landestheater), das Schloss und nicht zuletzt der im Wald Richtung Traisa gelegene Bismarckturm - wo Reichbürger*innen schon in den vergangenen Jahren gerne an der Landstraße stehend ihre Reichsflaggen schwenkten - sind alle Zeugen der Kaiserzeit und der Stadt in Stein eingefleischte Struktur ihrer Großherzoglichen Vergangenheit. Zwischen Kavalleriesand und Gardistenstraße erstreckt sich nicht nur die Konsumwüste der Nachkriegszeit. Unter ihr liegen auch die Schuttberge eines von Deutschland ausgehenden Weltkriegs und auf ihnen erheben sich Denkmäler für Großherzog Ludwig I. (Luisenpatz) und Ludwig den IV. (Friedensplatz), für Bismarck (Ludwigsplatz) und zwischen Schloss und Karolinenplatz für das Leibgardistenregiment vergangener Fürsten, ein Regiment, das über Jahrhunderte hinweg an Kämpfen gegen die amerikanische Unabhängigkeit, an Seiten Napoleons gegen Russland, zur Ausfstandsbekämpfung in Frankfurt während der revolutionären Vormärzzeit, ebenso an der Niederschlagung des Boxeraufstands im kolonisierten China, in den deutschen Einigungskriegen und nicht zuletzt in allen großen Schlachten an der Westfront im 1. Weltkrieg beteiligt war und noch bis vor wenigen Jahren von einer rechtsextremen Kameradschaft verherrlicht wurde. Selbst Oberbürgermeister Peter Benz, Vater des heutigen OB Hanno, sprach noch in den 90ern öffentlich zum Anlass der Heldenverehrung.