Referat Politische Bildung

Referat Politische Bildung

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Wir wollen Studierende motivieren, am gesellschaftspolitischen Leben teilzunehmen und sich aktiv einzubringen. Dafür bietet das Referat einen Anlaufpunkt.

Sie sollten die notwendige Sensibilität entwickeln um herrschende gesellschaftliche Zustände kritisch zu hinterfragen und gesellschaftliche Diskurse mitzubestimmen. Sich eine differenzierte Meinung auf Grundlage von Fakten zu bilden ist eine wichtige Vorraussetzung um am politischen Leben zu partizipieren. Gerade Studierenden stehen eine ganze Reihe Möglichkeiten offen, sich im Unialltag zu engagi

Schön sei das Wahre und das Schöne war - Einführungsveranstaltung durch das RefPoB : Free Download, Borrow, and Streaming : Internet Archive 06/04/2023

Gestern Abend war die Einführungsveranstaltung zu unserer Ringvorlesung "Schön sei das Wahre und das Schöne war" im objekt klein a. Wir freuten uns riesig, euch so zahlreich zur Reihe begrüßen zu dürfen!
Wenn ihr nicht zugegen sein konntet, könnt ihr euch unter folgendem Link eine Aufzeichnung von der Veranstaltung anhören: https://archive.org/details/aufnahme-geschnitten
Der obligatorische Orga-Kram war genauso Thema wie das Konzept der Reihe und die euch erwartenden Vorträge. Wir hoffen, dass euch die Veranstaltung dabei hilft, einen Zugang zur Reihe zu finden.
In der Beschreibung findet ihr Zeitmarken zur Orientierung.
Wir freuen uns darauf, euch am kommenden Mittwoch wieder um 19 Uhr im oka begrüßen zu dürfen, wenn Maxi Berger zu "Entgrenzung der Künste und Ideologie" referieren wird!

Schön sei das Wahre und das Schöne war - Einführungsveranstaltung durch das RefPoB : Free Download, Borrow, and Streaming : Internet Archive In der Einführungsveranstaltung wird zunächst auf Organisatorisches eingegangen, ehe sich der Frage gewidmet wird, warum wir diese Reihe organisieren und was...

Photos from Ça ira Verlag's post 18/01/2023

Der Ça ira Verlag bittet um Unterstützung.

15/09/2022

Lambrechts Griff zur Weltmacht - Was Deutschland aus der Geschichte lernt

Christine Lambrecht, seit Ewigkeiten SPD-Parteisoldatin, wurde Ende vergangenen Jahres zur deutschen Verteidigungsministerin ernannt und schaffte es kürzlich nicht mehr nur mit privaten, sondern nun auch mit politischen Taten in die bundesdeutschen Schlagzeilen. Mit ihrer Rede zur ersten Nationalen Sicherheitsstrategie Deutschlands stellt sie erneut eindrucksvoll unter Beweis, dass die Deutschen nichts gelernt und nichts vergessen haben. Lambrecht taugt offenkundig als deutsche Ideologin, wenn sie aus der vermeintlich bewältigten Vergangenheit die Schlussfolgerung zieht, dass das zur wirtschaftlichen Großmacht aufgestiegene Deutschland nun endlich auch wieder militärisch Führung übernehmen müsse:

"Es ist nicht verwunderlich, wenn wir Deutschen, nach den eigenen Verbrechen im Nationalsozialismus und nach dem Vernichtungskrieg der deutschen Armeen in Europa eine Skepsis gegenüber dem Militärischen zur Tugend gemacht haben in den letzten Jahren, ja in den letzten Jahrzehnten. Aber heute gilt: Das Deutschland, das diese Verbrechen begangen hat, das gibt es seit circa 80 Jahren nicht mehr. Die Bundeswehr ist eine Armee, die mit der von damals nichts gemein hat." (Christine Lambrecht, 12.09.2022)

Lambrecht bringt in den wenigen hier zitierten Sätzen einen großen Teil des deutschen Arsenals einer völlig missglückten Vergangenheitspolitik zum Ausdruck. Zuerst verwechselt sie wie selbstverständlich die "Tugend" einer Militärskepsis, wie sie sich vor allem in der deutschen Friedensbewegung fand und findet, mit der berechtigten Kritik an der deutschen Aufrüstung nach dem Nationalsozialismus, der Shoah, dem zweiten Weltkrieg. Doch der Gegensatz ist einer ums Ganze. Die Friedensbewegung war und ist immer dann zur Stelle, wenn die militärische Stärke des Westens (d.h. natürlich insbesondere der USA und Israels) eingeschränkt werden soll. Schließlich handelt es sich auch bei den Friedensbewegten um die Nachfahr:innen der NS-Verbrecher:innen. Diese Bewegung, sich selbst als pazifistisch verstehend, hat nicht das Ende aller Kriege im Sinn, sondern kultiviert verschwörungsideologische und antiwestliche Ressentiments und macht vorgeblich die Abschaffung allen Militärs zur Tugend. Sie will partout nicht begreifen, dass es durchaus gute Gründe gibt, etwa Waffen an die Ukraine zu liefern oder mit NATO-Truppen gegen Daesh vorzugehen, dass der Kampf gegen jene Rackets, also bandenförmig organisierte Herrschaftseinheiten, schlichtweg nicht ohne militärische Gewalt möglich ist. Damit beweisen auch sie, nichts aus der deutschen Geschichte gelernt zu haben.
Die Kritik an der deutschen Aufrüstung hingegen ist hierzulande alles andere als eine Tugend, vielmehr eine nicht gern gesehene, wenngleich wichtige Arbeit. Diese Arbeit begann schon 10 Jahre nach dem zweiten Weltkrieg. Damals wurde die Bundeswehr in der aus den westlichen Besatzungszonen hervorgegangenen BRD gegründet. Die wichtigen Positionen innerhalb des neuen deutschen Militärs übernahmen ehemalige Wehrmachtsoldaten, die bereits zuvor für die deutsche Sache in den Krieg zogen. Die Kritik an dieser Kontinuität wurde in den vergangenen fast 70 Jahren immer wieder abgeschmettert. Von einer ernsthaften Auseinandersetzung und einer vernünftigen Erinnerungspolitik kann in Bezug auf die Verbrechen der deutschen Wehrmacht ebenso wenig die Rede sein, wie bezüglich der Shoah, des Porajmos und des deutschen Kolonialismus. Stattdessen sollen Vergessen und Überwindung der deutschen Verbrechen an vorderster Front stehen. Jede Kritik an den Kontinuitäten zwischen NS und Bundesrepublik verstößt entschieden gegen die deutschen Bemühungen, einen radikalen Bruch zu behaupten und eine erträumte Stunde Null als Gründungsmythos zu etablieren, um als Weltmeister der Vergangenheitsbewältigung (das Wort verrät bereits das Ziel: endlich damit fertig werden) international Anerkennung zu finden. Doch einen solchen Bruch, wie ihn auch Lambrecht beschreibt, gab es de facto nicht. Der Nationalsozialismus war nicht nur die Führungselite, die sich am Kriegsende wahlweise ins Ausland oder Jenseits verabschiedete, sondern die deutsche Volksgemeinschaft, die demokratisiert fortbestand. Die BRD ist genau wie die Bundeswehr das Ergebnis des unbedingt notwenigen militärischen Eingreifens der Alliierten, sowie der von vielen Deutschen bis heute verhassten Demokratisierung dieser Nation (welche alternativ auch hätte abgeschafft werden können). Eine ernsthafte und historisch konkrete Vergegenwärtigung der Geschichte, im Sinne einer Aufklärung der Gegenwart, hieße nicht zuletzt, praktische Fragen nach ei
nem deutschen Militär in diesen Zusammenhang zu setzen, anstatt die Mär eines historischen Bruchs nach dem zweiten Weltkrieg zu wiederholen, um dann wie schon in den vergangenen Münchner Sicherheitskonferenzen von einer historisch, deutschen Verantwortung zu schwadronieren. Ein deutsches Militär kann auch in Zukunft eine Gefahr, eine Bedrohung für die Welt darstellen, wie nicht zuletzt Polens Reaktion auf die geplante Aufrüstung der Bundeswehr zeigt, auch wenn es momentan andere sind, vor denen sich die Menschheit fürchten muss.

„Deutschlands Größe, seine geografische Lage, seine Wirtschaftskraft, kurz, sein Gewicht, machen uns zu einer Führungsmacht, ob wir es wollen oder nicht, auch im Militärischen. […] Die wichtigste Botschaft, die ich heute überbringen will, ist diese: Deutschland kann das.“ (Christine Lambrecht, 12.09.2022)

Man hat nur von Europa zu sprechen und die deutsche Führung kommt ganz von allein, wie Werner Daitz, Ökonom der NSDAP, bereits wusste. Heute dient daneben auch die von Russlands Angriffskrieg ausgehende Gefahr als Instrument Deutschlands auf dem Weg zur militärischen Weltmacht. Lambrecht offenbart, wessen Geistes Kind sie ist und ist sich nicht zu Schade, die Forderung, dass die Deutschen nun endlich mal wieder militärisch führen sollten, als eine unausweichliche, gar als Naturnotwendigkeit darzustellen. Die Grundlage ihrer Scheinargumentation ist weder historisch noch anderweitig kontextualisiert. So wäre es wichtig, zu betonen, dass die deutsche "Wirtschaftskraft" nicht etwa durch ehrliche deutsche Arbeit, sondern durch das Ausbleiben von Reparationen, Kolonialgeld und unverschämt gnädige Besatzungsmächte, welche deutschen Kapitalist:innen, darunter nicht selten Profiteur:innen und Wegbereiter:innen des Nationalsozialismus, größtenteils freien Fuß gewährten, zustande kommen konnte. Die Macht, die Deutschland heute weltweit und insbesondere in der EU hat, wird nicht erst seit gestern genutzt, um Länder wie Griechenland und Italien unter Druck zu setzen und ihnen Sparmaßnahmen aufzuzwingen. Deutschland hat es schließlich endlich geschafft, ist wieder wer in einer Welt, in welcher das BIP mächtiger ist als das Militär, und glänzt durch ökonomische Zusammenarbeit mit den russischen und mörderisch-antisemitischen iranischen Regimes, welche für diese Vormachtstellung nicht unerheblich sind. Nun aber, in einer Zeit, in der die militärische Dimension in Europa wieder wichtiger wird, scheinen sich die Deutschen Sorgen zu machen um ihr internationales Standing. Sind wir noch Weltmacht? Gehören wir noch zu den ganz Großen? Was sollen die Verbündeten von Deutschland denken, wenn es (weniger als 80 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz) nicht in der Lage ist, endlich auch militärische Führung in Europa zu übernehmen? Nicht zuletzt wäre ein großes und schlagkräftiges Militär ein Ausweis, eine Nation wie jede andere zu sein. Weil Deutschland das aber nicht ist, nutzt Lambrecht die historische Schuld dieser Nation zum Instrument ihrer Verdrängung.
Dass Deutschland diese Führungsrolle übernimmt, ist aber weder eine Naturnotwenigkeit, noch wäre es wünschenswert. Ganz im Gegenteil, zeigte sich in den vergangenen Jahren doch nur allzu deutlich, dass das deutsche Militär massive Probleme mit offenem Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus in den eigenen Reihen hat. Dass die Soldat:innen, wie Lambrecht sagt, nicht dem Befehl sondern dem Gewissen verpflichtet sind, bedeutet auch heute nichts Gutes, wenn es sich dabei, wie in Deutschland üblich, um autoritäre Charaktere, Rassist:innen und Antisemit:innen handelt.

Foto: Bundeswehr/Sebastian Wilke

11/08/2022

An alle, die noch Sitzscheine von uns bekommen:

Falls ihr bisher nichts als den Zettel mit den Unterschriften habt, sendet diesen bitte als Anhang per Mail an uns (pob[at]stura.tu-dresden.de) - wir stellen euch den richtigen Schein dann zeitnah aus.

26/07/2022

Bildungsexkursion zur documenta 15 in Kassel vom 2. bis 4. September, Anmeldung bis 9. August an pob[at]stura.tu-dresden.de

Die documenta in Kassel gilt als die weltweit bedeutendste Reihe von Kunstausstellungen und hat so im Rahmen des Kunst- und Kulturbetriebes einen festen Platz. Von der diesjährigen documenta 15 las und hörte die internationale Öffentlichkeit – auch über die Feuilletons hinaus - insbesondere im Rahmen politischer Auseinandersetzungen, deren Kern oft als "Verständigungsproblem" zwischen Antisemitismuskritik und Postkolonialismus ausgemacht wird. Infolgedessen entfernte man eindeutig antisemitische Exponate. Die Künstlerin Hito Steyerl ließ ihre Arbeiten von der Ausstellung abziehen, nachdem Meron Mendel aufgrund fehlender Gesprächsbereitschaft seitens der für die documenta Verantwortlichen sein Beratungsangebot für Fragen des Antisemitismus zurückzog. Nun dauern die Auseinandersetzungen an, wobei es schon längst nicht mehr um das geht, was dort ausgestellt wird. Vielleicht ging es nie wirklich darum, sondern um wesentlich grundlegendere Fragen, die sich in Kassel aber besonders gut diskutieren lassen.
Wir wollen auf einer Exkursion vom 2. bis 4. September gemeinsam mit anderen Studierenden der TU Dresden zur Ausstellung zu fahren und uns vor Ort auf Grundlage vorheriger Lektüre entsprechender Texte und Textausschnitte sowohl mit (einzelnen) Werken als auch deren ideologischer Fundierung auseinandersetzen und dabei unter anderem anhand Benjamins Unterscheidung zwischen der emanzipatorischen Politisierung des Kunst und der tendenziell faschistoiden Ästhetisierung des Politischen den Werken nähern und Fragen wie die Folgenden diskutieren:
Welche Bedeutung hat Kunst in der heutigen deutschen Gesellschaft? Welche Funktionen erfüllen einzelne Kunstwerke und welches Verständnis von Ästhetik geht damit einher? Auf welche Weltbilder lassen Exponate und die Organisation der documenta (Lumbung-Konzept) schließen? Welche Widersprüche fallen auf und wie lassen sich diese deuten? Welcher Bezug zur Moderne wird dargestellt und wie steht dieser in Zusammenhang zum Vorwurf des Antisemitismus innerhalb post- und dekolonialer Politik?
Das Angebot richtet sich an Studierende der TU Dresden. Wir werden am 2. September morgens in Dresden starten und am 4. September spät abends wieder ankommen. Sowohl für Fahrt, documenta-Ticket, als auch Übernachtungen mit Frühstück fallen für euch keinerlei Kosten an. Voraussetzung für die Teilnahme ist die vorherige Lektüre einiger Textausschnitte, um für die Diskussion vorbereitet zu sein. Wenn ihr mitkommen möchtet, sendet gern Vorschläge ein, die wir im Reader unterbringen können und meldet euch bis zum 9. August per Mail bei uns an.

30/05/2022

Wem unsere zwei Wochenendseminare zu Dialektik noch nicht genug Theorie ist und auch für alle anderen, denen sei noch das Seminarwochenende der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen in Döbeln am 24.06 bis 26.06. über Staatstheorien empfohlen.

Wochenendseminar "Staatstheorie für alle"

„Der Staat, das sind wir alle!“, sagen diejenigen, die am meisten von ihm profitieren. Die letzten Jahre bescherten den Bürger:innen manche Überraschungen. Über Jahrzehnte hinweg galt das neoliberale Mantra, der Markt würde alles richten, der Staat störe nur, sei so klein wie möglich zu halten, Betriebe in staatlicher und kommunaler Hand seien zu privatisieren. Und dann kam die Pandemie und der Staat, insbesondere Regierung und Verwaltung, bestimmten das gesellschaftliche Leben so tiefgreifend wie schon lange nicht mehr. Und dann kam der Krieg gegen die Ukraine und der Staat rüstet auf. Wie kann man diese Dynamiken und Veränderungen des Staates verstehen? Wer ist das überhaupt: „der Staat“?

Wir laden euch herzlich ein diese Fragen zusammen mit den Referent*innen Norma Tiedemann und Gerd Wiegel vom 24.06 - 26.06 im im Natur- und Freizeitzentrum Töpelwinkel (Döbeln) zu besprechen.

Die Moderation des Wochenende wird Solveig Höppner vom Kulturbüro Sachsen übernehmen.

Die Kosten für das Wochenende betragen zwischen 20,00 und 40,00 € natürlich ist der Betrag noch verhandelbar.

Meldet euch gerne bei uns bezüglich Finanzierungsfragen und wenn ihr eine Kinderbetreeung braucht.

Anmeldeschluss ist der 05.06.2022
Anmeldungen bitte unter [email protected]

Weitere Infos zur Anreise und allem weiteren findet ihr hier: https://sachsen.rosalux.de/veranstaltung/es_detail/O8SWZ/staatstheorie-fuer-alle?cHash=ab0148a46329d27f40fdb749ccf74305

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