Kasus Knaxus

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Kasus Knaxus Wir sind ein freier Träger der Familien- & Jugendhilfe aus Erkelenz, der ambulante und systemische Hilfen anbietet.

Zwischen Terminen, Gesprächen und dem Praxisalltag ist uns unser eigener Geburtstag durchgerutscht. Am 1. Oktober waren ...
21/10/2026

Zwischen Terminen, Gesprächen und dem Praxisalltag ist uns unser eigener Geburtstag durchgerutscht. Am 1. Oktober waren es schon zwei Jahre unter der neuen Firmierung KASUS KNAXUS® gGmbH in unseren neuen Praxisräumen.

Das möchten wir nachholen.
Vor allem, weil wir Danke sagen wollen.

Liebe Familien, ihr lasst uns an eurem Leben teilhaben. Ihr erzählt uns, wenn die Kraft fehlt, Streit den Alltag bestimmt oder die Sorge um euer Kind kaum Platz für andere Gedanken lässt. Sich damit jemandem anzuvertrauen, ist ein persönlicher Schritt. Danke, dass ihr ihn mit uns geht.

Uns liegt viel daran, dass ihr euch gehört und ernst genommen fühlt. Mit euren Fragen, euren unterschiedlichen Sichtweisen und dem, was sich noch schwer aussprechen lässt.

Unsere systemische Haltung begleitet uns dabei: Wir nehmen uns Zeit, Zusammenhänge zu verstehen, und suchen gemeinsam nach Schritten, die zu eurem Leben passen. Dabei zählt auch das, was trotz aller Belastung gelingt und euch als Familie Halt gibt.

Dass wir so arbeiten können, verdanken wir unserem Team. Ihr hört aufmerksam zu, nehmt Sorgen ernst und bleibt auch dann im Gespräch, wenn es schwierig wird. Ihr bringt eure Erfahrungen und unterschiedliche Sichtweisen ein, fragt nach und sucht gemeinsam mit den Familien nach passenden nächsten Schritten.

Danke für eure Geduld, euer Mitdenken und die Sorgfalt, mit der ihr die Familien begleitet. Und danke für das offene Miteinander im Team. Dafür, dass wir Fragen teilen, gemeinsam weiterdenken und uns aufeinander verlassen können. Ohne euch wäre das alles nicht möglich.

Ein besonderer Dank gilt Herrn Viethen vom Architekturbüro Viethen, der unsere Praxisräume möglich gemacht hat. Hier haben wir einen Wohlfühlort gefunden, an dem persönliche Gespräche Platz haben und wir Familien willkommen heißen können. Das bedeutet uns viel.

Unser Geburtstagsgruß kommt spät.
Unser Dank kommt von Herzen.
Tanja & Heiko Hurtmann





Das Kind, das ständig dazwischenredet. Das jede Regel diskutiert. Das nie still sitzen bleibt. In der Schule heißt es da...
14/10/2026

Das Kind, das ständig dazwischenredet. Das jede Regel diskutiert. Das nie still sitzen bleibt. In der Schule heißt es dann “stört den Unterricht”. Im Elterngespräch geht es um Konsequenzen. Und das Kind hört vor allem, was an ihm nicht passt.

Wenn Schwächen ständig im Mittelpunkt stehen, verschwinden die Stärken aus dem Blick. Bei den Erwachsenen und irgendwann auch beim Kind selbst.

Wir arbeiten in der Jugendhilfe systemisch. Das heißt: Wir schauen nie auf das Kind allein. Verhalten entsteht in Beziehungen, in der Familie, in der Klasse, im Zusammenspiel mit den Erwachsenen drumherum. Ein Kind, das in der Schule ständig redet, ist zu Hause vielleicht das einzige, das Konflikte anspricht. Ein Kind, das sich zurückzieht, hat vielleicht gelernt, dass Stillsein sicherer ist.

Deshalb fragen wir: Wofür ist dieses Verhalten gut? Was gelingt schon? Und wer gehört alles dazu, wenn sich etwas verändern soll? Wer gern redet, kann z.B. oft andere mitreißen, Dinge erklären, eine Gruppe ins Gespräch bringen. Wer ständig diskutiert, hat meist ein feines Gespür für Gerechtigkeit. Und wer kaum etwas sagt, bekommt häufig mehr mit, als alle denken.

Diese Stärken zu finden, dauert. Es braucht verschiedene Zugänge und Zeit, damit Vertrauen entsteht. Danach braucht es Gelegenheiten, in denen das Kind selbst erlebt, was es kann: mitentscheiden, ausprobieren, etwas beitragen.

Genauso wichtig sind Eltern und Fachkräfte. Wenn der tägliche Ärger alles überlagert, sieht man auch die eigenen Stärken nicht mehr. Gemeinsam schauen wir, was in der Familie schon funktioniert und was sich verändern muss, damit es im Alltag trägt.

Welche Eigenschaft deines Kindes bringt dich manchmal an die Grenze und ist bei genauerem Hinsehen eine echte Stärke?





„So wollte ich nie werden.“ Dieser Gedanke tut weh. Besonders dann, wenn Eltern merken, dass sie mit ihren eigenen Worte...
07/10/2026

„So wollte ich nie werden.“ Dieser Gedanke tut weh. Besonders dann, wenn Eltern merken, dass sie mit ihren eigenen Worten Angst auslösen. Obwohl sie sich vorgenommen haben, ihren Kindern genau das zu ersparen.

Nach einem solchen Streit kommen oft Schuldgefühle. Und die Frage: Warum reicht mein guter Vorsatz nicht? Wer als Mädchen oder Junge Bedrohung, Abwertung oder Gewalt erlebt hat, hat unter Umständen wenig Unterstützung dabei bekommen, mit Wut und Hilflosigkeit umzugehen. In belastenden Situationen fehlen dann erprobte Wege, anders zu reagieren. Das betrifft Mütter und Väter.

Die eigene Geschichte legt das Erziehungsverhalten nicht fest. Sie verdient aber Aufmerksamkeit, wenn Eltern immer wieder an denselben Punkt geraten. Bei unserer Arbeit fragen wir deshalb auch: Was belastet diese Familie? Wer übernimmt die Verantwortung im Alltag? Welche Unterstützung fehlt? Und wann gelingt es bereits, einen Konflikt anders zu lösen?

Unsere Fachkräfte schauen mit Eltern auf konkrete Situationen. Sie helfen, Anspannung früher zu erkennen, andere Reaktionen einzuüben und Entlastung zu organisieren. Bei Bedarf braucht es zusätzlich therapeutische Unterstützung.

Dabei behalten wir die Kinder im Blick. Sie brauchen Erwachsene, die verletzendes Verhalten benennen, Verantwortung übernehmen und etwas verändern. Eine Entschuldigung ist ein Anfang. Sicherheit entsteht durch verlässliche Erfahrungen im Alltag. Eltern müssen über schwierige Momente sprechen können, ohne als Person abgewertet zu werden. Zugleich müssen wir klar benennen, wenn ihr Verhalten einem Sohn oder einer Tochter Angst macht. Beides gehört zu verantwortungsvoller Familienhilfe.

Wenn du Fragen hast, schreib an:
[email protected]





Mira fehlt schon wieder in der Schule. Anfangs waren es einzelne Tage. Inzwischen fragen ihre Eltern jeden Abend, ob sie...
30/09/2026

Mira fehlt schon wieder in der Schule. Anfangs waren es einzelne Tage. Inzwischen fragen ihre Eltern jeden Abend, ob sie morgen gehen wird. Mira sagt ja. Am Morgen sitzt sie angezogen im Flur und schafft es nicht durch die Tür.

Ihre Eltern reden mit ihr, bitten sie, werden irgendwann laut. Danach melden sie Mira erneut krank. Sie wissen, dass die Fehlzeiten ein Problem sind. Sie sehen auch, wie sehr Mira leidet. Und sie haben keine Antwort mehr auf die Frage: „Was machen wir morgen?“

Wenn Kinder und Jugendliche wiederholt oder über längere Zeit nicht zur Schule gehen, sprechen Fachkräfte von Schulabsentismus. Dahinter kann Unterschiedliches stecken: Angst vor Mitschülern, Mobbing, Überforderung im Unterricht, psychische Belastungen oder schwierige Situationen in der Familie. Manchmal kommt vieles zusammen.

Für Mira wird jeder versäumte Tag schwerer. Sie verpasst den Unterricht und den Kontakt zu ihrer Klasse. Ihre Eltern spüren den Druck, dass sie wieder hingehen muss. Die Gespräche zu Hause drehen sich fast nur noch um die Schule. Dabei wissen sie noch immer nicht genau, was Mira dort erlebt.

Im Hilfeplan steht „mehr Struktur am Morgen“. Miras Eltern bereiten den nächsten Tag vor. Sie stehen rechtzeitig auf. Mira geht trotzdem nicht. Das Ziel allein sagt ihnen nicht, wie sie ihrer Tochter helfen können. Unsere Fachkräfte schauen deshalb mit Mira und ihren Eltern auf die Fehlzeiten und auf das, was dahinterliegt. Sie hören Mira zu, fragen nach ihren Erfahrungen in der Schule und besprechen mit allen Beteiligten, welche Unterstützung sie braucht. Dazu gehört auch die Zusammenarbeit mit der Schule.

Mira soll wieder am Schulalltag teilnehmen können. Der Weg dorthin beginnt damit, sie und ihre Eltern ernst zu nehmen und gemeinsam einen nächsten Schritt zu finden, den sie gehen können.





Kinder müssen Musik nicht können. Sie dürfen sie erleben. Ein Instrument in die Hand nehmen. Einen Klang wiederholen. Si...
23/09/2026

Kinder müssen Musik nicht können. Sie dürfen sie erleben. Ein Instrument in die Hand nehmen. Einen Klang wiederholen. Sich zu einem Rhythmus bewegen. Gemeinsam laut werden und danach wieder zur Ruhe kommen. Für Kinder entstehen dabei Erfahrungen, die weit über das Musizieren hinausgehen.

Mit den Klangzwergen schaffen wir bei Kasus Knaxus ein neues Gruppenangebot für Kinder von zwei bis fünf Jahren. Dabei verbinden wir Musik, Bewegung und gemeinsames Erleben mit einer kindgerechten Begleitung.

Uns ist wichtig, dass die Kinder nicht funktionieren oder etwas vorspielen müssen. Manche machen sofort mit. Andere beobachten zunächst oder brauchen mehrere Treffen, um sich auf die Gruppe einzulassen. Beides ist in Ordnung.

Wiederkehrende Lieder und feste Abläufe geben Orientierung. Gleichzeitig bleibt genug Raum für eigene Ideen, Bewegung und neugieriges Ausprobieren. Die Kinder lernen unterschiedliche Instrumente kennen, erleben sich in einer kleinen Gruppe und dürfen ihren eigenen Zugang zur Musik finden.

Die erste Gruppe besteht aus fünf bis sieben Kindern und trifft sich wöchentlich in unseren Räumen in Erkelenz.

Du hast ein Kind zwischen zwei und fünf Jahren und möchtest über den Start, die Termine und die Anmeldung informiert werden? Dann schreib uns eine Nachricht oder eine Mail an: [email protected]





Am Ende einer Hilfe sitzt selten eine Familie am Tisch, in der es keine Konflikte mehr gibt. Oft sind da Erleichterung, ...
16/09/2026

Am Ende einer Hilfe sitzt selten eine Familie am Tisch, in der es keine Konflikte mehr gibt. Oft sind da Erleichterung, Stolz und auch Unsicherheit. Schaffen wir das jetzt wirklich ohne die regelmäßigen Termine?

Diese Frage ist verständlich. Denn eine pädagogische Fachkraft war über eine längere Zeit da, hat zugehört, sortiert, nachgefragt und schwierige Situationen ausgehalten. Eine tragfähige Veränderung zeigt sich aber nicht daran, dass ein einzelnes Kind plötzlich immer funktioniert. Sie zeigt sich im Miteinander.

Eltern erkennen früher, wann ein Konflikt kippt. Ein Kind kann sagen, was es braucht, ohne erst laut werden zu müssen. Verantwortung ist klarer verteilt. Die Familie weiß, welche Lösungen zu ihrem Alltag passen und an welchen Stellen sie rechtzeitig reagieren muss.

Natürlich wird es weiterhin anstrengende Tage geben. Alte Muster können wieder auftauchen. Ein Rückschritt bedeutet aber nicht, dass die gesamte Entwicklung verloren ist. Deshalb gehört zu einem guten Ende auch der gemeinsame Blick zurück: Was hat geholfen? Woran merken wir, dass die Belastung wieder steigt? Wer übernimmt dann was? Und an wen kann sich die Familie wenden, wenn sie erneut Unterstützung braucht?

Jugendhilfe soll Familien nicht dauerhaft von einer Fachkraft abhängig machen. Sie soll ihnen dabei helfen, wieder Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, Entscheidungen und Beziehungen zu entwickeln.

Wenn eine Fachkraft gehen kann und die Familie ihren Weg selbst weiterführt, ist das kein Abbruch von Beziehung. Es ist ein gemeinsam vorbereitetes Ende.





Einsicht kann in einem einzigen Moment entstehen. Ob daraus Veränderung wird, entscheidet sich danach jeden Tag neu. Max...
09/09/2026

Einsicht kann in einem einzigen Moment entstehen. Ob daraus Veränderung wird, entscheidet sich danach jeden Tag neu. Max (16) hat der Arrest getroffen. Er will diese Erfahrung nicht noch einmal machen. Trotzdem ist nach seiner Rückkehr nicht plötzlich alles anders. Die alten Kontakte und die Konflikte mit seinen Eltern sind noch da. Die Schule und weitere laufende Verfahren warten ebenfalls auf ihn.

Seine Eltern hören „Da will ich nie wieder hin“ und hoffen auf Veränderung. Gleichzeitig kommt Max weiterhin zu spät oder gar nicht nach Hause und hält Absprachen nicht ein. Ihre Sorge wächst. Sie kontrollieren ihn stärker. Max zieht sich zurück.

So entsteht ein Muster, in dem jede Reaktion die nächste verstärkt. Die Eltern wollen Sicherheit. Max will Freiheit und Zugehörigkeit. Die Clique bietet ihm einen Platz, trägt aber nicht die Konsequenzen. Die Schule erwartet Verlässlichkeit. Max muss seinen eigenen Anteil erkennen.

Das erklärt sein Verhalten. Es entschuldigt keine Straftat. Die Verantwortung bleibt bei Max. Doch sie entsteht auch nicht allein durch Angst vor einer weiteren Strafe.

Sie zeigt sich im Alltag. In eingehaltenen Uhrzeiten. In einem ehrlichen Blick auf Freundschaften. In einer verlässlichen Tagesstruktur. In der Rückkehr zur Schule. Und darin, auch bei unangenehmen Themen im Gespräch zu bleiben.

Deshalb reicht es nicht, am Ende eines Termins eine Vereinbarung aufzuschreiben. Max, seine Eltern und die Fachkraft müssen prüfen, was funktioniert. Auch die Schule und sein soziales Umfeld gehören dazu. Alle Seiten beeinflussen, ob alte Muster bestehen bleiben oder neue Entscheidungen im Alltag Bestand haben.

Bei Kasus Knaxus begleiten wir Jugendliche und ihre Familien systemisch im Rahmen der ambulanten Jugendhilfe. Wir reden Straftaten nicht klein. Wir verbinden die verschiedenen Sichtweisen, klären Verantwortung und arbeiten dort weiter, wo ein einzelnes Gespräch nicht ausreicht.

Die Situation wurde zum Schutz der Familie anonymisiert.





Der schwerste Satz lautet für manche Eltern nicht: „Mein Kind hat ein Problem.“ Er lautet: „Wir schaffen das als Familie...
02/09/2026

Der schwerste Satz lautet für manche Eltern nicht: „Mein Kind hat ein Problem.“ Er lautet: „Wir schaffen das als Familie nicht mehr allein.“ Davor liegen oft Monate voller Streit, Sorgen und gescheiterter Versuche. Eltern reden, erklären, setzen Grenzen, nehmen Regeln zurück und versuchen es am nächsten Tag erneut. Gleichzeitig wächst die Angst, als unfähig zu gelten oder für die gesamte Situation verantwortlich gemacht zu werden.

Also halten sie durch.
Manchmal länger, als es der Familie guttut.

Währenddessen geht das Kind weiterhin nicht zur Schule. Es zieht sich zurück, konsumiert, reagiert aggressiv oder verschwindet oft stundenlang. Die Eltern organisieren ihren Alltag nur noch um die nächste Krise.

In dieser Situation entstehen Muster, die sich gegenseitig verstärken. Je größer die Sorge der Eltern wird, desto mehr kontrollieren sie. Je stärker das Kind den Druck erlebt, desto heftiger wehrt es sich. Jede Reaktion löst die nächste aus. Irgendwann wissen alle Beteiligten kaum noch, wie sie anders miteinander umgehen sollen.

Das erklärt, warum Situationen eskalieren. Es entschuldigt keine Gewalt, Demütigung oder Vernachlässigung. Kinder brauchen Schutz und klare Grenzen. Eltern tragen Verantwortung. Doch Verantwortung zu übernehmen bedeutet nicht, immer noch mehr alleine auszuhalten.

Professionelle Unterstützung schaut deshalb nicht nur auf das Verhalten des Kindes oder die Reaktionen der Eltern. Sie nimmt die gesamte Familie in den Blick. Welche Belastungen wirken zusammen? Was löst Konflikte aus? Was verschärft sie? Welche Absprachen funktionieren noch? Und was braucht es, damit der Alltag wieder verlässlicher wird?

Im Rahmen der ambulanten Jugendhilfe begleiten wir bei Kasus Knaxus Eltern und Kinder genau bei diesen Fragen. Wir arbeiten an festgefahrenen Mustern, klaren Grenzen und konkreten Veränderungen, die sich im Familienalltag umsetzen lassen.

Zu sagen „Wir brauchen Hilfe“ ist kein Wegschieben von Verantwortung. Es ist der Moment, in dem eine Familie beginnt, wieder Verantwortung für Veränderung zu übernehmen.





Wenn ein Kind sein Zuhause nicht mehr als sicheren Ort erlebt, ist das selten das Ergebnis eines einzigen Streits. Meist...
26/08/2026

Wenn ein Kind sein Zuhause nicht mehr als sicheren Ort erlebt, ist das selten das Ergebnis eines einzigen Streits. Meist hat sich vorher etwas entwickelt. Konflikte wiederholen sich. Gespräche kippen schneller. Eltern reagieren aus Überforderung. Kinder ziehen sich zurück, werden laut oder gehen auf Abstand. Irgendwann besteht der Familienalltag fast nur noch aus Reaktion auf die nächste Eskalation.

Genau hier braucht es einen Blick auf das Ganze.

Was passiert zwischen den Beteiligten? Welche Situationen bringen das System immer wieder an denselben Punkt? Wer übernimmt welche Rolle? Wo fehlen Grenzen, Entlastung oder Verlässlichkeit? Und was braucht das Kind, damit es sich wieder sicher fühlen kann?

Dabei darf eines nicht verloren gehen: Verständnis für familiäre Dynamiken bedeutet nicht, problematisches Verhalten zu relativieren. Gewalt, Bedrohung und Angst müssen klar benannt werden. Das Kindeswohl steht an erster Stelle.

Jugendhilfe kann Familien dabei unterstützen, aus festgefahrenen Mustern herauszukommen. Nicht mit schnellen Lösungen, sondern mit konkreter Arbeit im Alltag. Beziehungen werden neu sortiert, Verantwortung geklärt, Grenzen aufgebaut und Eltern dabei unterstützt, wieder handlungsfähig zu werden.

Bei Kasus Knaxus begleiten wir Familien genau in solchen Situationen. Gemeinsam schauen wir darauf, was hinter den Konflikten steckt und was sich verändern muss, damit wieder mehr Sicherheit, Orientierung und Verlässlichkeit entstehen.

Was braucht es aus eurer Sicht, damit Kinder sich zuhause wieder sicher fühlen können?





In unserem Arbeitsalltag begegnen wir Kindern, die als schwierig gelten. Die auffallen, stören, lügen, sich verweigern u...
19/08/2026

In unserem Arbeitsalltag begegnen wir Kindern, die als schwierig gelten. Die auffallen, stören, lügen, sich verweigern und nicht zur Schule gehen. Die oft beschrieben werden mit Begriffen wie verhaltensauffällig, unkooperativ, nicht beschulbar oder aggressiv.

Hinter jedem dieser Kinder steckt eine Geschichte. Und meistens ist es nicht die Geschichte eines schwierigen Kindes. Es ist die Geschichte eines Kindes, das gerade sehr viel trägt. Das vielleicht in einer Familie aufgewachsen ist, in der Streit zum Alltag gehörte. Das nie wusste, ob abends jemand da sein würde. Das früh gelernt hat, unsichtbar zu sein, um nicht aufzufallen. Das Verantwortung übernommen hat, die kein Kind übernehmen sollte. Das Dinge gesehen, gehört oder erlebt hat, die es nicht einordnen konnte. Und das irgendwann aufgehört hat zu fragen, ob das normal ist. Weil es keine andere Normalität kannte.

Diese Kinder tragen das alles mit sich. In die Schule, in die Wohngruppe, in jeden neuen Kontakt. Was von außen wie Trotz aussieht, ist oft Erschöpfung. Was wie Aggression wirkt, ist oft Angst. Was wie Gleichgültigkeit aussieht, ist oft der einzige Schutz, den dieses Kind noch hat.

Systemisch zu arbeiten bedeutet für uns, genau dort hinzuschauen. Nicht auf das Verhalten allein, sondern auf den Kontext, in dem es entsteht. Auf die Familie, die Schule, die Beziehungen, die Erfahrungen. Ein Kind reagiert auf das, was im Umfeld passiert. Und oft ist das, was als Problem erscheint, eine Antwort auf eine sehr schwierige Situation.

Das verändert, wie wir reagieren. Wer ein Kind als überfordert sieht, begegnet ihm anders als jemand, der es als schwierig einordnet. Dasselbe Kind. Zwei verschiedene Blickewinkel. Zwei völlig verschiedene Möglichkeiten.

Ressourcenorientierung ist für uns kein Schlagwort. Es ist die Frage, die wir uns bei jedem Kind stellen: Was kann es? Was hat es trotz allem geschafft? Wo zeigt es Stärke, auch wenn sie gerade niemand sieht?

Kontakt: [email protected]





Adresse

Kirchstrasse 13
Erkelenz
41812

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