09/10/2026
**Ein schöner Auftrag. Doch dieses Mal ging es um sehr viel mehr als nur unsere Arbeit.**
Im vorherigen Beitrag haben wir über unseren erneuten Einsatz für die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit berichtet.
Doch die Veranstaltung zum Thema **„Der globale Antisemitismus“** hat mich nicht nur als Geschäftsführer von BPS Protect beschäftigt, sondern vor allem als Mensch.
Sie hat mich nachdenklich gemacht. Über unsere Gesellschaft, über die Entwicklungen auf dieser Welt und darüber, welche Zukunft wir unseren Kindern hinterlassen.
Deshalb möchte ich heute nicht über unsere Dienstleistungen sprechen, sondern über etwas, das uns alle betrifft.
# **„WIR MÜSSEN REDEN!“ – Solange es noch nicht zu spät ist.**
Wir werden auch weiterhin mit BPS Protect für Sicherheit sorgen, mit BPS Facilities bauen, sanieren und instand halten. Wir werden Unternehmen führen, Arbeitsplätze schaffen und unseren täglichen Verpflichtungen nachkommen.
Doch manchmal gibt es Dinge, die wichtiger sind als Aufträge, Umsätze und wirtschaftlicher Erfolg.
**Es geht um unsere gemeinsame Zukunft.**
Wir alle sehen, was auf dieser Welt geschieht. Kriege, Hass, Antisemitismus, Diskriminierung und gesellschaftliche Spaltung bestimmen zunehmend unseren Alltag.
Was früher weit entfernt schien, steht heute vor unserer eigenen Haustür.
Und ich befürchte, dass uns noch deutlich schwerere Zeiten bevorstehen könnten, wenn wir nicht endlich beginnen, umzudenken.
**Dabei vergessen wir offenbar etwas ganz Entscheidendes: Wir sind alle Menschen.**
Ob es jemandem gefällt oder nicht.
Ganz gleich, welche Religion wir ausüben, welche Hautfarbe wir haben, welche Sprache wir sprechen oder welcher Nation wir angehören.
**Wir sind Menschen. Wir sind Brüder und Schwestern. Und wir teilen uns diese eine Welt.**
Als ehemaliger Soldat habe ich gelernt, dass Konflikte selten von heute auf morgen entstehen. Sie entwickeln sich, wenn Gespräche scheitern, gegenseitiges Verständnis verloren geht und aus Meinungsverschiedenheiten Feindbilder werden.
Ein Gedanke aus dem militärischen Umfeld ist mir dabei besonders in Erinnerung geblieben:
**Konflikte durchlaufen häufig drei Phasen:**
**1.** Gespräche, Verhandlungen und diplomatische Bemühungen scheitern.
**2.** Der Konflikt eskaliert. Gewalt und Krieg treten an die Stelle des Dialogs.
**3.** Irgendwann müssen sich die Konfliktparteien wieder an einen Tisch setzen, miteinander sprechen und nach Lösungen suchen.
Und genau hier stelle ich mir eine Frage:
**Sind wir als Menschheit nicht endlich zivilisiert genug, um die zweite Phase zu überspringen und direkt zur dritten überzugehen?**
Müssen wirklich erst Menschen sterben, Städte zerstört, Familien auseinandergerissen und ganze Generationen traumatisiert werden, bevor wir wieder miteinander reden?
Was hindert uns daran, schon heute nach Lösungen zu suchen?
Ich bin Geschäftsführer mehrerer Unternehmen. In unseren Teams arbeiten Menschen unterschiedlichster Nationalitäten, Kulturen und Religionen.
Menschen, die verschiedene Sprachen sprechen, unterschiedliche Traditionen pflegen und vielleicht auch völlig verschiedene Ansichten vertreten.
Und dennoch arbeiten wir zusammen. Wir helfen einander, übernehmen Verantwortung füreinander und verfolgen gemeinsame Ziele.
Viele meiner Mitarbeiter sind für mich längst mehr als nur Kollegen geworden.
**Sie sind ein Teil meiner Familie.**
Und genau deshalb sage ich etwas, das ich sonst nur selten so offen ausspreche:
**Ja, die Entwicklungen unserer Zeit machen mir tatsächlich Angst.**
Nicht wegen möglicher wirtschaftlicher Verluste oder geschäftlicher Herausforderungen.
Sondern wegen der Menschen, für die ich Verantwortung trage. Wegen unserer Familien, unserer Kinder und der Welt, die wir ihnen eines Tages hinterlassen werden.
Ich möchte nicht, dass unsere Kinder in einer Gesellschaft aufwachsen, in der Herkunft, Religion oder Sprache darüber entscheiden, ob jemand respektiert, ausgegrenzt oder sogar gehasst wird.
Ich möchte nicht, dass Hass irgendwann selbstverständlich wird und Menschlichkeit zur Ausnahme.
**Wir müssen nicht alle dieselbe Meinung haben.**
Wir müssen nicht denselben Glauben teilen.
Wir müssen nicht dieselbe Sprache sprechen.
Und wir müssen auch nicht in allem einer Meinung sein, um friedlich miteinander leben zu können.
Aber wir müssen wieder lernen, einander zuzuhören, Unterschiede zu akzeptieren und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.
**Denn Respekt bedeutet nicht, immer einer Meinung zu sein. Respekt bedeutet, den anderen trotz unterschiedlicher Meinungen als Menschen zu achten.**
Die Veranstaltung der Friedrich-Naumann-Stiftung hat mir erneut gezeigt, wie wichtig es ist, schwierige Themen offen anzusprechen und nicht wegzusehen.
Antisemitismus, Rassismus, Hass und Diskriminierung dürfen in unserer Gesellschaft keinen Platz haben.
Und dabei dürfen wir nicht vergessen:
**Jeder einzelne Mensch kann etwas bewirken.**
Wir müssen keine Politiker, Generäle oder Staatsoberhäupter sein, um etwas zu verändern.
Manchmal beginnt Veränderung mit einem einzigen Gespräch.
Mit der Bereitschaft, zuzuhören.
Mit dem Mut, Vorurteile zu hinterfragen.
Mit der Entscheidung, einem anderen Menschen die Hand zu reichen, statt ihn zum Feind zu erklären.
Vielleicht können wir nicht allein die Kriege dieser Welt beenden.
Aber wir können verhindern, dass Hass und Feindseligkeit unser eigenes Umfeld bestimmen.
**Frieden beginnt nicht erst an den Verhandlungstischen der Mächtigen. Frieden beginnt zwischen uns Menschen.**
Und deshalb ist meine Botschaft heute ganz einfach:
**WIR MÜSSEN REDEN!**
Nicht gegeneinander. Sondern miteinander.
Nicht erst morgen. Sondern heute.
**Solange es noch nicht zu spät ist.**
Michael Bejl