07/10/2026
Wir hatten am Dienstag einen Einsatz. Zusammen mit dem Bayerisches Rotes Kreuz aus Erlangen-Höchstadt waren wir an der Einsatzstelle. Das BRK postet heute untenstehende Text. Und den können wir als Feuerwehrler aus Dechsendorf nur unterschreiben.
Stellen wir uns vor:
Ein Mensch bewegt sich an einem ganz normalen Abend eine Straße entlang. Plötzlich geht es ihm nicht gut. Er bleibt stehen – und bricht unvermittelt bewusstlos zusammen.
Ein Verkehrsteilnehmer hält sofort an und setzt den Notruf ab, andere sichern ab und stoppen den Verkehr.
Augenblicke später kommt zufällig ein Oberarzt und erfahrener Notfallmediziner mit dem Fahrrad vorbei. Er springt ab, eilt zum Patienten und erkennt sofort: Herz-Kreislauf-Stillstand.
Zeitgleich kommt eine weitere medizinisch versierte Ersthelferin hinzu.
Einen Moment später treffen zwei Notfallsanitäter an der Einsatzstelle ein. Sie sind auf der Rückfahrt von einer Rettungsdienstleitertagung. Notfallrucksack und Defibrillator sind an Bord ihres Kommandowagens.
Die Reanimation beginnt. Sofort. Ruhig, Strukturiert: Drücken. Beatmen. Defibrillieren.
Über Funk wird die Lage gemeldet und weitere Hilfe angefordert.
Einige Minuten später treffen die First Responder der Feuerwehr ein. Über die "Erlangen-Schockt-App" werden außerdem zwei weitere dienstfreie hauptamtliche Mitarbeitende des Rettungsdienstes alarmiert und unterstützen ebenfalls.
Immer mehr qualifizierte Hände sind da.
Dann kommen Rettungswagen und Notarzt.
Die Reanimation wird fortgeführt, Medikamente werden gegeben – und dann passiert das, worauf alle gehofft haben: Der Kreislauf kommt zurück. ROSC!
Der Patient wird umgehend in den Rettungswagen übernommen und zur weiteren intensivmedizinischen Behandlung in die Klinik gebracht. Der ersteintreffende Verkehrsteilnehmer betreut.
Die zwischenzeitlich eingetroffene Polizei kümmert sich um alles weitere.
Alle Helfer gehen nach Hause. Zu ihren Familien, ihrem Dienst, dem Abendessen.
Sie glauben, diese Geschichte ist frei erfunden, oder stammt aus einer Werbebroschüre für Erste-Hilfe-Kurse?
Nein. Diesmal ist sie wahr!
Ein Mensch hatte am Dienstagabend im westlichen Stadtteil von Erlangen etwas, das man niemandem wünschen möchte: einen plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand auf der Straße.
Aber er hatte gleichzeitig etwas, das man nicht planen kann:
Eine unglaubliche Kette von Menschen, die zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren.
Menschen, die geholfen haben.
Menschen, die wussten, was zu tun ist.
Menschen, die nicht gezögert haben.
Und Menschen, die gemeinsam alles dafür getan haben, diesem Patienten eine Chance zu geben.
Den Ausgang kennen wir noch nicht. Jetzt liegt es an der persönlichen gesundheitlichen Verfassung des Patienten und an der weiteren intensivmedizinischen Behandlung.
Aber eines wissen wir:
Dieser Mensch hat heute Abend die bestmögliche Chance bekommen, die man sich in einer solchen Situation wünschen kann.
Wir wünschen ihm von ganzem Herzen alles Gute!
Und vielleicht dürfen wir heute auch ein kleines bisschen dem Schicksal danken:
Dafür, dass sich eine außergewöhnliche Kette von Ersthelfern, medizinischen Fachkräften, Feuerwehr und Rettungsdienst genau im richtigen Moment an genau diesem Ort getroffen hat.
Manchmal ist es genau diese Kette, die Leben rettet.
Werden auch Sie Teil dieser lebensrettenden Kette. Besuchen Sie wiederkehrend einen Erste-Hilfe-Kurs und frischen Sie Ihr Wissen auf.
Werden Sie in einer der Hilfsorganisationen, der Feuerwehr, dem THW Mitglied.
Sie können nichts falsch machen - außer wegsehen oder weggehen!
Stefan Pechtl
BRK Erlangen-Höchstadt
Aus Respekt vor dem Patienten und seinen Angehörigen bitten wir um Verständnis, dass wir von unserer Seite keine weiteren Details zu diesem Einsatz und zum weiteren Verlauf bekanntgeben werden.
Dennoch halten wir diesen Einsatz für berichtenswert. Nicht, um einen einzelnen Fall in den Mittelpunkt zu stellen, sondern um einen positiven Akzent in unserer Gesellschaft zu setzen.
Bild mit KI modifiziert