30/09/2026
Ein Spaziergang mit einer Bewohnerin steht in keinem Dienstplan.
Nicht, weil er verboten wäre. Er kommt einfach nicht vor.
Die Pflegekraft hat in dieser Schicht den Verbandswechsel gemacht, die Medikamente kontrolliert, die Übergabe geschrieben und zwischendurch noch einen Bewohner beruhigt, der Angst vor der anstehenden Untersuchung hatte.
Für einen Spaziergang war in diesem Ablauf ohnehin kein Platz vorgesehen.
Genau das ist das Muster, das wir in vielen Pflegeteams sehen: Die fachliche Pflege gelingt, oft unter Druck, aber sie gelingt.
Was gar nicht erst eingeplant wird, ist das nötige Wohltun im Alltag: Vorlesen, ein Gespräch beim Kaffee, die Begleitung zum Friseur, der Anruf bei jemandem, der seit Wochen keinen Besuch hatte.
Und weil diese Momente in keinem Dienstplan stehen, tragen viele Pflegekräfte trotzdem ein schlechtes Gewissen mit sich herum, das ihnen eigentlich nicht gehört.
Niemand hat sie eingestellt, um Gesellschaftsspiele zu organisieren.
Trotzdem fühlt es sich falsch an, wenn eine Bewohnerin einsam bleibt, obwohl medizinisch alles stimmt.
Selten fehlt es am Engagement. Häufiger fehlt die Stellenbeschreibung, die Beziehungsarbeit mitdenkt, obwohl beides im Alltag zusammenfällt.
Im Seniorenzentrum St. Martin in Essen ist die Zahl der aktiven Ehrenamtlichen innerhalb von vier Monaten von 5 auf 35 gestiegen.
Im CBT-Wohnhaus Opladen in Leverkusen läuft das gesamte Ehrenamt der Einrichtung inzwischen über Nyby, mit 30 bis 40 aktiven Ehrenamtlichen.
Vorlese-Termine, Spaziergänge und Gespräche haben dort jetzt jemanden, der fest dafür eingeplant ist.
Damit übernehmen Ehrenamtliche genau die Tätigkeiten, die vorher niemandem gehörten, ohne dass die Pflegekräfte selbst mehr leisten müssten.
Lesen Sie mehr darüber in unserem ausführlichen Artikel: https://nyby.de/news/welche-software-kann-pflegepersonal-entlasten
Haben Spaziergänge, Vorlesen oder ein Gespräch bei Ihnen einen festen Platz im Dienstplan, oder bleibt das dem Zufall überlassen?