08/09/2026
Freiheit als Ankunft: - Einladung zum persönlichem Gesprächsabend in Gelnhausen
Was bedeutet Freiheit für jemanden, der in einer Diktatur aufgewachsen ist? Wie fühlt es sich an, als Jugendlicher seine Heimat verlassen zu müssen? Und was bedeutet Zugehörigkeit, wenn das eigene Leben von mehreren Ländern und Kulturen geprägt ist? Darüber möchte die FDP Main-Kinzig am Donnerstag, 10. September, ab 19 Uhr im Restaurant Durrani in Gelnhausen mit ihren Gästen ins Gespräch kommen.
Unter dem Titel „Freiheit als Ankunft – was bedeutet Selbstbestimmung für Menschen, die neu hier sind?“ beteiligt sich die FDP Main-Kinzig an den Interkulturellen Wochen des Main-Kinzig-Kreises. Dabei soll ausdrücklich kein klassischer politischer Podiumsabend entstehen. „Wir wollen keinen Abend, an dem einige wenige vorne sitzen und dem Publikum erklären, was Integration bedeutet. Wir wollen miteinander reden, persönliche Geschichten hören und erfahren, wie unterschiedlich Menschen Freiheit, Heimat und Zugehörigkeit erleben“, sagt der FDP-Kreisvorsitzende Daniel Protzmann, der den Abend moderiert.
Drei sehr unterschiedliche Lebensgeschichten bilden den Ausgangspunkt des Gesprächs. Sigita Gehrts stammt aus Kaunas in Litauen und wuchs in der Sowjetunion auf. Als das kommunistische Imperium zerfiel, erlebte sie, wie ihr Heimatland zu Beginn der 1990er-Jahre Freiheit und Demokratie zurückgewann. Später führte sie die Liebe zu ihrem Mann nach Deutschland und nach Ronneburg. „Freiheit erscheint uns oft selbstverständlich. Besonders spannend wird die Frage aber, wenn Menschen davon erzählen, die erlebt haben, dass sie eben nicht selbstverständlich ist“, so Protzmann.
Behrad Farhan floh als Jugendlicher über die Berge aus dem Iran und fand später in Hasselroth eine neue Heimat. Dort engagierte er sich auch politisch und trat 2012 für die Freien Demokraten als Bürgermeisterkandidat an. Isabel Schnitzler ist Deutsch-Spanierin, zwischen Deutschland und Spanien aufgewachsen und hat auch in Spanien studiert. Heute arbeitet sie als Rechtsanwältin für Arbeitsmigrationsrecht in einer US-Kanzlei in Frankfurt und erlebt beruflich täglich, welche Chancen, aber auch welche Hürden mit internationaler Mobilität und Migration verbunden sind.
„Ankommen bedeutet mehr, als irgendwo eine Wohnung zu haben oder eine Sprache zu lernen“, sagt Protzmann. „Es geht um die Frage: Kann ich mein Leben selbst gestalten? Kann ich dazugehören und trotzdem ich selbst bleiben? Und was müssen wir als Gesellschaft tun, damit aus einem neuen Wohnort tatsächlich eine neue Heimat werden kann? Genau darüber möchten wir reden.“
Auch für Protzmann selbst hat das Thema Flucht eine familiäre Dimension: Seine Mutter wurde während der Flucht seiner Familie aus dem Sudetenland geboren. „Die Geschichten sind völlig unterschiedlich und lassen sich nicht miteinander gleichsetzen. Aber sie zeigen, dass Flucht, Migration und Neuanfang keine abstrakten Begriffe sind. Hinter ihnen stehen immer Menschen und Familiengeschichten.“
Der Abend richtet sich an alle Interessierten aus dem Main-Kinzig-Kreis, nicht nur an Parteimitglieder. Nach drei kurzen Impulsen der Redner sind alle Teilnehmer zur Diskussion eingeladen.
Die Veranstaltung findet am Donnerstag, 10. September 2026, von 19 bis 21 Uhr im Restaurant Durrani, Brentanostraße 9, 63571 Gelnhausen, statt. Eine Anmeldung unter [email protected] oder telefonisch unter 06051 883587 erleichtert die Planung, eine spontane Teilnahme ist aber ebenfalls möglich.