28/10/2026
Ein Gedenkstein am Altonaer Bahnhof erinnert an ein Verbrechen, das ganz Hamburg betrifft.
Am 28. und 29. Oktober 1938 wurden rund 1.000 jüdische Menschen mit polnischer Staatsangehörigkeit aus Hamburg gewaltsam nach Polen deportiert. Die Polizei verhaftete sie, brachte sie zum Altonaer Bahnhof und transportierte sie von dort zur polnischen Grenze.
Die nationalsozialistischen Behörden bezeichneten diese reichsweite Massenabschiebung als „Polenaktion“. Es waren insgesamt etwa 17.000 Menschen betroffen.
Viele der Vertriebenen mussten im Grenzort Zbąszyń unter katastrophalen Bedingungen ausharren. Für zahlreiche Menschen war die Vertreibung der Beginn eines weiteren Verfolgungswegs, der später mit ihrer Ermordung endete.
Auf Veranlassung der Bezirksversammlung Altona wurde 1987 der Gedenkstein errichtet. Er macht den Bahnhof als Ausgangspunkt der Deportationen sichtbar und erinnert an die Menschen, die von hier verschleppt wurden.
Die Geschichte der Verfolgung verbindet die Stadtteile. Der Blick nach Altona gehört deshalb zur Auseinandersetzung mit Hamburgs gemeinsamer Geschichte und zur Erinnerung an seine verfolgten jüdischen Einwohner*innen.
📍 Gedenkstein am Bahnhof Altona
Ausgang Museumstraße / Paul-Nevermann-Platz