14/09/2026
Parteibuch ≠ persönliche Position. 🗳️
Am Sonntag wählt Berlin ein neues Abgeordnetenhaus. Unser kandidierendencheck zeigt: Gerade bei den Themen, um die im Wahlkampf am härtesten gerungen wird – Tempelhofer Feld, A100, Vergesellschaftung von Wohnungsunternehmen, KI-Überwachung – haben selbst die Spitzenkandidat:innen der aktuell im Abgeordnetenhaus vertretenen Fraktionen teils andere Positionen, als man aufgrund ihres Parteibuchs vermuten würde.
Drei Beispiele:
- Kristin Brinker (AfD) lehnt eine Randbebauung des Tempelhofer Felds ab – anders als die Mehrheit ihrer Direktkandidierenden und entgegen dem eigenen Wahlprogramm.
- Steffen Krach (SPD) lehnt die Vergesellschaftung großer Wohnungsunternehmen ab: wie rund 41 Prozent der SPD-Kandidierenden (bei 33 Prozent Zustimmung und 26 Prozent Enthaltungen). Damit positioniert sich Krach hier deutlicher als das Wahlprogramm der Berliner SPD.
- Christoph Meyer (FDP) ist für KI-gestützte Videoüberwachung, aber nur 19 % der FDP-Direktkandidierenden stimmen dem zu, 44 % lehnen es ab.
💡 Wer nur nach Partei wählt, wählt bei der Erststimme also womöglich an der eigenen Überzeugung vorbei.
Gut zu wissen: Für die Darstellung der Spitzenkandidierenden haben wir alle Parteien ausgewählt, die in der laufenden Legislaturperiode als Fraktion im Abgeordnetenhaus vertreten waren und deren Spitzenkandidierende mit der Erststimme für einen Wahlkreis gewählt werden können. BSW-Spitzenkandidat Alexander King saß zum Startpunkt der Legislaturperiode noch für die Linke im Abgeordnetenhaus und bildet allein keine Fraktion. Der zweite Teil des Grünen-Spitzenduos, Werner Graf, tritt nicht für einen Wahlkreis an.
Alle 670 Direktkandidierenden aller Parteien zur Berliner Abgeordnetenhauswahl findet ihr aber im Frageportal und im kandidierendencheck.
👉 Finde heraus, wer in deinem Wahlkreis wirklich zu dir passt: https://www.kandidierendencheck.de/berlin