20/10/2026
Am 20. Oktober ist der Tag der nicht sichtbaren Behinderungen. Für mich als Bundestagsabgeordneter und Sozialpädagoge, der in einer Wohneinrichtung für Menschen mit Behinderungen gearbeitet hat, ist dieser Tag ein wichtiger Anlass, darüber zu sprechen, was Barrierefreiheit wirklich bedeutet.
Barrierefreiheit darf nicht bei Rampen und Aufzügen enden. Viele Barrieren sind nicht sichtbar und werden deshalb im Alltag noch immer zu wenig berücksichtigt.
Menschen mit Autismus, ADHS, psychischen Erkrankungen, chronischen Schmerzen, ME/CFS oder Epilepsie erleben Barrieren, die für andere oft nicht erkennbar sind. Sie können sensorisch, kommunikativ, sozial oder organisatorisch sein.
Politik muss diese Barrieren stärker in den Blick nehmen. Inklusion bedeutet für mich, dass Menschen nicht erst erklären müssen, warum sie Unterstützung brauchen. Sie müssen darauf vertrauen können, dass öffentliche Einrichtungen, Behörden, Arbeitsplätze und gesellschaftliche Angebote möglichst zugänglich für alle gestaltet sind.
Das Cor.System zeigt, wie einfach ein solches Zeichen sein kann. Mit einem Handzeichen, einer Karte, dem gesprochenen Wort „Cor“ oder schriftlich kann signalisiert werden: Gerade sind die Belastungen zu groß. Es braucht weniger Reize, weniger Kommunikation, Zeit und Raum.
Ich möchte mich dafür einsetzen, dass solche Bedürfnisse auch in politischen Entscheidungen stärker berücksichtigt werden. Barrierefreiheit gehört für mich zu einer modernen Sozialpolitik und zu einer Gesellschaft, in der niemand aufgrund unsichtbarer Barrieren ausgeschlossen wird.
Der 20. Oktober erinnert uns daran: Nicht jede Behinderung ist sichtbar. Die Verantwortung für mehr Barrierefreiheit aber schon.
Ich möchte deshalb heute ein Zeichen setzen und dazu aufrufen, genauer hinzusehen, zuzuhören und Barrieren abzubauen.
Sag Cor. Zeig Herz. ❤️