30/08/2026
Frauengesundheit ist keine Nebensache – sie muss vollständig finanziert werden
Frauengesundheit darf nicht zum Sparposten werden. Die gesundheitliche Versorgung von Frauen muss bedarfsgerecht, umfassend und dauerhaft finanziert werden. Es ist nicht hinnehmbar, dass ausgerechnet bei Leistungen, die Frauen in allen Lebensphasen benötigen, wieder der Rotstift angesetzt wird.
Natürlich müssen Vorsorgeuntersuchungen, Krebsfrüherkennung und Schwangerschaftsvorsorge weiterhin zuverlässig und vollständig vergütet werden. Sie sind unverzichtbare Bestandteile einer guten medizinischen Versorgung.
Aber Frauengesundheit ist weit mehr.
Auch Beratung und Behandlung rund um die Wechseljahre müssen einen angemessenen Stellenwert in unserem Gesundheitssystem erhalten. Wechseljahresbeschwerden sind keine Bagatelle. Sie können Schlaf, psychische Gesundheit, körperliches Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit erheblich beeinträchtigen.
Das betrifft einen großen Teil unserer Gesellschaft – und ganz besonders auch die arbeitende Bevölkerung. Frauen sollen nicht das Gefühl bekommen, sich durch diese Lebensphase einfach „durchbeißen“ zu müssen. Sie brauchen Zugang zu kompetenter Beratung, Diagnostik und Behandlung.
Es muss darum gehen, die Gesundheit, Lebensqualität und Leistungsfähigkeit von Frauen zu erhalten und möglichst zu verbessern – nicht darum, notwendige medizinische Leistungen aus Kostengründen zurückzufahren.
Gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und des zunehmenden Fachkräftemangels ist es auch volkswirtschaftlich nicht nachvollziehbar, wenn gesundheitliche Einschränkungen von Frauen nicht ernst genommen werden. Wenn Frauen aufgrund unbehandelter oder unzureichend behandelter Wechseljahresbeschwerden ihre Arbeitszeit reduzieren müssen, häufiger krank sind oder ihre berufliche Tätigkeit sogar aufgeben, hat das Auswirkungen auf die gesamte Gesellschaft.
Deshalb fordern wir als ASF Kamen:
● Frauengesundheit muss zu einem festen Schwerpunkt der Gesundheitspolitik werden.
● Medizinisch notwendige Leistungen für Frauen müssen vollständig und bedarfsgerecht vergütet werden.
● Die Finanzierung von Vorsorge, Krebsfrüherkennung und Schwangerschaftsvorsorge darf nicht verschlechtert werden.
● Die Diagnostik und Behandlung von Wechseljahresbeschwerden müssen angemessen in der Regelversorgung abgebildet werden.
● Frauen brauchen einen niedrigschwelligen Zugang zu qualifizierter Beratung über Wechseljahre, Hormone, Therapieoptionen und gesundheitliche Risiken.
● Die Forschung zu Frauengesundheit – unter anderem zu Wechseljahren, Endometriose und geschlechtsspezifischen Erkrankungen – muss weiter ausgebaut werden.
● Wechseljahresbeschwerden dürfen nicht länger bagatellisiert oder als rein individuelles Problem behandelt werden.
Wir erwarten von der Bundesregierung, dass sie ihren angekündigten Schwerpunkt auf Frauengesundheit auch finanziell und strukturell umsetzt.
Denn wer Frauengesundheit stärkt, stärkt nicht nur einzelne Frauen. Wer die Gesundheit von Frauen erhält, stärkt Familien, Arbeitswelt, Wirtschaft und unsere gesamte Gesellschaft.
Frauengesundheit ist keine freiwillige Zusatzleistung.
Frauengesundheit ist Gesundheitsversorgung. Und Gesundheitsversorgung muss sich am Bedarf der Menschen orientieren – nicht am Rotstift.
ASF Kamen – Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen