06/10/2026
BOS-Drohneneinheiten in Deutschland – aktuelle Bestandsauswertung
Der Einsatz unbemannter Luftfahrtsysteme hat sich in den vergangenen Jahren zunehmend in den Strukturen des Bevölkerungsschutzes etabliert. Die aktuelle Übersicht des BOS-Drohneneinheit e.V. vermittelt einen Einblick in Umfang, Verteilung und technische Ausstattung der erfassten BOS-Drohneneinheiten.
Danach sind derzeit 761 Einheiten mit insgesamt 1.031 Drohnen erfasst. Rechnerisch entspricht dies 1,36 Drohnen je Einheit.
Die Verteilung auf die verschiedenen Organisationen zeigt eine deutliche Schwerpunktbildung. 63 % der erfassten Einheiten sind den Feuerwehren zuzuordnen. THW und DRK/BRK folgen mit jeweils 10 %, die DLRG mit 7 %. Auf den ASB entfallen 4 %, auf die Johanniter 3 % und auf die Malteser 2 %. Bergwacht und weitere Organisationen des Katastrophenschutzes stellen weitere 1 %.
Auch hinsichtlich der eingesetzten Technik zeigt sich eine klare Struktur. 89 % der erfassten Systeme entfallen auf DJI. Besonders häufig vertreten sind professionelle Systeme der Matrice-Serie, darunter die Modelle Matrice 30T, 300, 350 und 400. Ergänzt wird das Spektrum durch Systeme von Herstellern wie Yuneec, Autel, Parrot und Fotokite.
Die technische Ausstattung orientiert sich dabei zunehmend an konkreten Einsatzanforderungen. Optische Kameras und Wärmebildsysteme ermöglichen unter anderem die Luftaufklärung, Lagedarstellung und Personensuche sowie die Identifikation von Wärmequellen und Glutnestern. Weitere Einsatzfelder liegen in der Brandbekämpfung und Vegetationsbrandbekämpfung, Wasserrettung, Einsatzdokumentation, Ausleuchtung und Kommunikation.
Gleichzeitig erweitert sich das Spektrum über die klassische Drohnentechnik hinaus. Die Übersicht umfasst auch boden- und wassergebundene Robotik, darunter Lösch- und Transportroboter sowie Unterwasser- und Überwassersysteme.
Der BOS-Drohneneinheit e.V. arbeitet nach eigenen Angaben eng mit dem Deutsches Rettungsrobotik-Zentrum - DRZ e.V. zusammen. Im Rahmen verschiedener Forschungs- und Entwicklungsprojekte stehen dabei robotische Systeme für Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz im Mittelpunkt.
Die aktuelle Bestandsaufnahme macht damit eine Entwicklung sichtbar, die über den alleinigen Einsatz von Drohnen hinausgeht: Robotische Systeme etablieren sich zunehmend als ergänzende technische Einsatzmittel innerhalb der Gefahrenabwehr. Ihr wesentlicher Mehrwert liegt in der schnellen Bereitstellung zusätzlicher Lageinformationen, der Erkundung schwer zugänglicher Bereiche und der Unterstützung von Einsatzkräften bei der Bewertung komplexer Einsatzlagen.
Institut der Feuerwehr NRW Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) e.V. Malteser in Deutschland Technisches Hilfswerk (THW) Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. Malteser in Deutschland Arbeiter-Samariter-Bund Deutsches Rotes Kreuz Deutscher Feuerwehrverband Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt
Quelle: https://drohneneinheit.de/einheiten/