12/10/2026
Leipzig wächst. Gerade im Nordosten der Stadt sind neue Wohngebiete geplant, unter anderem in Portitz-Süd. Doch während neue Bauvorhaben vorangetrieben werden, bleibt eine wichtige Frage unbeantwortet: Wo sollen die Menschen künftig ihren Sperrmüll, Schrott und andere Wertstoffe wohnortnah entsorgen?
Derzeit gibt es im gesamten Stadtbezirk Nordost keinen einzigen Wertstoffhof. Bürger aus Plaußig, Portitz, Thekla, Schönefeld und Mockau müssen deshalb auf weiter entfernte Standorte im Leipziger Norden oder Osten ausweichen. Gleichzeitig sind andere Wertstoffhöfe, etwa in der Max-Liebermann-Straße und der Geithainer Straße, häufig stark ausgelastet. Besonders schwer nachvollziehbar ist, dass sich die Wertstoffhöfe Döllingstraße und Geithainer Straße nur rund 1,5 Kilometer voneinander entfernt befinden, während ein ganzer Stadtbezirk ohne eigenen Standort auskommen muss.
Unser Vorschlag: Infrastruktur mit dem Wachstum planen
Nach unserer Vorstellung sollte die Stadt Leipzig im Zusammenhang mit der Realisierung neuer Wohngebiete (u.a. in Portitz und Heiterblick) die Einrichtung eines Wertstoffhofes im Nordosten konkret vorantreibt. Die Verwaltung sollte der Ratsversammlung bis Anfang 2027 einen Umsetzungsvorschlag zur Beschlussfassung vorlegen. Es ging also nicht um eine sofortige Standortentscheidung, sondern um einen nachvollziehbaren nächsten Schritt hin zu einer bedarfsgerechten Lösung.
Denn wer neue Wohnungen plant, muss auch die alltägliche Infrastruktur im Blick behalten. Mehr Einwohner bedeuten auch mehr Abfälle und Wertstoffe, die fachgerecht entsorgt werden müssen. Ein wohnortnaher Wertstoffhof könnte Wege verkürzen und zugleich die stark beanspruchten Standorte an anderer Stelle entlasten.
Trotzdem lehnte eine Mehrheit der Stadträte unseren Vorschlag Anfang Juli 2026 ab. Damit wurde die Chance vertan, die Versorgungslücke im Leipziger Nordosten frühzeitig und mit Blick auf das künftige Bevölkerungswachstum zu schließen.
Diese Entscheidung ist umso bedauerlicher, als der Ortschaftsrat Plaußig dem Anliegen zuvor zugestimmt hatte. Der Bedarf vor Ort ist bekannt. Die Entwicklung neuer Wohngebiete ist absehbar. Trotzdem kam für unseren Vorschlag keine Mehrheit zustande.
Wir werden das Thema trotzdem im Blick behalten!