02/05/2026
Warum in Berlin jedes Jahr am 31.12. der Golfkrieg nachgestellt wird, es bei unseren polnischen Nachbarn aber ruhig bleibt?
Fragen wir sie doch einmal direkt dachten wir uns und luden am vorvergangenen Wochenende 4 Kameradinnen und Kameraden einer FF aus Warschau zu uns ein.
Natürlich war das eingangs genannte nicht der Grund aber irgendwie müssen wir euch ja zum Weiterlesen bewegen ;-)
Wir sind mit dem klassichen Touriprogramm und einer Fahrt auf den Fernsehturm gestarten, besuchten danach unsere Kameradinnen und Kameraden des Technischen Hilfswerks, stellten unsere Nachbarn beim Technischen Dienst in Marzahn vor und ließen den erreignisreichen Tag bei einem altmodischen Grillerchen auf unserem Standort in Lichtenberg ausklingen.
Was für Erkenntnisse nehmen wir mit?
-Warschau-Białołęka, der Beritt der Kameradinnen und Kameraden ist das Lichtenberg Warschaus: Arbeiterbezirk und wirtschaftliches Highlight ist ein Kraftwerk.
-Was bei uns den Alltag bestimmt, also Nahrungsmittel im Kochtopf, die Türöffnung oder die technische Hilfeleistung ist in Warschau der vollgelaufene Keller, der umgestürzte Baum oder der Vegetationsbrand
-Die Strukturen und Einsatztaktiken unterscheiden sich stellenweise sehr, wie genau arbeiten wir noch besser aus und stellen das einmal separat vor.
Ein fantastisches Wochenende ist vergangen, wir sind nach Warschau eingeladen und werden das bald in die Tat umsetzen. Dann wird der Tank auch mal wieder voll.....
08/03/2026
Wenn Bezirksbürgermeister Martin Schäfer Wurst verschenkt, dann ist entweder Markus Söder im Anmarsch oder die FF Lichtenberg feiert 150. Geburtstag.
Spoiler-Alarm: Markus Söder war nicht da.
Er hätte ohnehin nur schwerlich einen Platz bekommen, der Saal im Rathaus Lichtenberg war anlässlich unseres Festaktes am 06.03. mit 80 Gästen gut gefüllt.
Darunter waren
-unsere Jugendfeuerwehr
-unsere Einsatz- und Ehrenabteilung mit Familienangehörigen
-der regierende Bürgermeister Kai Wegner
-die Staatssekretärin Franziska Becker
-der bereits erwähnte und an dieser Stelle für seine Gastfreundschaft mit besonderem Dank bedachte Martin Schäfer
-der ständige Vertreter des Landesbranddirektors, Kamerad Per Kleist
-der Landesbeauftragte der Freiwilligen Feuerwehren Berlins, Kamerad Mathias Grabner
-der Vorsitzende des Landesfeuerwehrverbands Berlin e. V., Kamerad Sascha Guzy
Neben den Grußworten unserer Gäste waren 11 Beförderungen und 3 Auszeichnungen die besonderen Highlights des Abends und als wäre das nicht genug, gabs dann auch noch belegte Brote.
Der Abend hatte also alles.
Ok, fast alles, Gebäck gabs keins aber wir sind ja Ku**er gewohnt.
Wir danken unseren Lichtenbergerinnen- und bergern, allen die uns unterstützen und freuen uns auf die nächsten 150 Jahre.
Da hat dann Lichtenberg allein 4 Mio Einwohner und die Elsenbrücke steht kurz vor der Wiedereröffnung ;-)
04/03/2026
FF Lichtenberg ohne FF Köpenick ist wie einen Dominos in Italien eröffnen: Kannste machen, bringt aber nix.
Wir gratulieren unseren lieben Kameradinnen und Kameraden zu ihrem 150-jährigen Bestehen, danken für gelebte Kameradschaft, freuen uns über jeden Besuch (ob Einsatzdienst oder Kaffee und Kuchen) und wünschen von Herzen alles Gute für die nächsten 150 Jahre!!
26/02/2026
Das Jahr 1914 verbindet man instinktiv vielleicht nicht unbedingt mit Berlin-Lichtenberg, im Februar desselben Jahres dachten allerdings wohl wenige an den kommenden Weltenbrand.
Ein normaler Tag im Februar in einem (bis zumindest in den Sommer hinein) normalen Jahr also. Normaler Tag? Nicht für die Kameraden der FF Berlin Lichtenberg, als an diesem Tag die Anilinfabrik in Rummelsburg in die Luft flog.
Anlässlich des 150-jährigen Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr Berlin-Lichtenberg am 06.03.2026 haben wir im Archiv gestöbert und erinnern an denkwürdige Einsätze aus unserer Geschichte.
Anbei seht ihr u.a. den dazugehörigen Zeitungsartikel, der uns auf derselben Seite auch daran erinnert, dass ein Pistolenduell zu dieser Zeit noch ein probates Mittel der Problemlösung war.
Nun ja, so ganz hat das nie aufgehört wie ein kurzer Blick in aktuelle Nachrichten verrät....
Zurück zu dem Unglück in der Anilinfabrik, hier ein Auszug:
Am 26. Februar, vorm. 9 Uhr, bei der Benzol-Explosion des Nitritwerkes in der Anilinfarbrik Hauptstraße 9—11.
Mit 7 Schlauchleitungen mußte über 4 Stunden ununterbrochen eingegriffen werden.
Die Aufräumungsarbeiten zogen sich bis
27. Februar abends 6 Uhr hin.
8 Leichen mußten geborgen werden.
Damals wie heute war unsere FF am Start, wenn es brenzlig wurde.
Haltet uns also die Treue und denkt besonders beim Kuchenessen am 06.03. an uns.
04/02/2026
Um im Januar Schabernack zu treiben, waren die Menschen früher von Weihnachten zu vollgefuttert, von Versicherungen und Steuern zu pleite, von "Last Christmas" in Dauerschleife zu abgestumpft.
2026 ist natürlich alles anders, das verrät schon diese Einleitung.
Unser oberster Brandschützer hat es jüngst verkündet:
Der Januar war der einsatzreichste Monat in der Geschichte der Berliner Feuerwehr.
Lassen wir als FF Lichtenberg nicht nur so stehen, sondern können es bestätigen.
Allein im letzten Einsatzdienst am Wochenende rückten wir wieder zu 12 Alarmen aus, da ist die Wachbesetzung vom letzten Freitag noch nicht mal eingerechnet.
Es war wieder ein bunter Strauß an Einsätzen. Hervorzuheben war unsere Ablösung bei einem Dachstuhlbrand in Britz und wieder einmal eine Brandstiftung, diesmal im im örtlichen Krankenhaus.
Der Brandherd konnte schnell gelöscht, die Entrauchung einer ganzen Etage genauso schnell durchgeführt werden.
Zurück bleiben wir aber mit einem schmerzhaften Kopfschütteln und dem tief empfunden Wunsch nach geistiger Heilung bei dem Täter / der Täterin.
Was bleibt von den Einsätzen?
Die unerschütterliche Gewissheit, dass die nächste Wachbesetzung nur ein Piepen entfernt ist.
20/01/2026
Da brauchten die Anwohner an unserer Kreuzung gute Nerven und/oder ebenso gute Ohrenstöpsel am vergangenen Wochenende.
Ging es an Silvester einigermaßen ruhig zu, war unser Tagdienst bienenfleißig.
Während der Nachtdienst (zu dem auch der Schreiber dieser Zeilen gehörte) nur ein paar Alarme vor Mitternacht zu bewältigen hatte und ansonsten die Liegekuhle der Matratze in Form bringen konnte wäre unsere Tagschicht bei 11 Alarmen schon froh gewesen mal sitzen zu können.
Oder das Mittagessen nicht erst 15:30 Uhr zu starten.
Hervorzuheben waren hier:
-Brennender Müllhaufen
-Brennende Mikrowelle in einer Küche im Fhain mit Personenrettung aus verrauchter Wohnung
-Nahrungsmittel in Kochtopf in Lichtenberg
-Brand in der St Joseph Klinik in Weißensee, ein Tatverdächtiger von der Polizei Berlin festgenommen
-Auf Gasgeruch alarmiert, brennende Steckdose gefunden, so geschehen in Friedrichsfelde.
Dank an dieser Stelle an unseren Polizeireporter Th. Schröderöder der für uns die Kamera draufhält, wenn wir grad keine Hand frei haben.
Kleinere Einsätze die hier nicht aufgelistet sind bringen uns dieses Jahr bereits auf 34 Alarme.
Beweisen wir unsere Fähigkeiten in Stochastik:
Wenn das weiter so geht, werden das dieses Jahr.... viele.... echt viele.... Einsätze.
Gut, wa?
03/01/2026
Wir lassen uns das Meckern ja häufig nicht nehmen (Gesellschaft, Weltlage, warum wird hier kein Gebäck gereicht, etc.) aber wenn wir mal loben können, dann machen wir das auch:
Unsere Lichtenberger haben uns einen relativ ruhigen Jahreswechsel geschenkt, dafür ein großes Dankeschön.
8 Einsätze am Tag und 10 in der Nacht klingen erstmal nach "Wat, dit nennste ruhig?" aber aufgeteilt zwischen unserem LF und LHF ergibt sich daraus ein "Na dit jeht ja".
Mit 367 Einsätzen haben wir das Jahr abgeschlossen, statistisch sind wir also gut einmal am Tag für euch draußen.
Wir heben unsere Teetassen auf ein gesundes und weltpolitisch hoffentlich etwas friedlicheres Jahr und auf dass ihr uns nicht braucht!
08/10/2025
Am vergangenen Sonntag, der fast alle Klimazonen abgebildet hat, haben uns für gleichmäßige 700°C entschieden und verlegten zur Realbrandausbildung im Flughafen BER.
Durch mehrere Räume hindurch und über Etagen hinweg spürten einige KameradInnen zum ersten Mal, wie es wirklich ist, bei diesen Temperaturen zu arbeiten und welchen Widrigkeiten man sich ausgesetzt sieht:
Enge, die Schwere der Ausrüstung, eingeschränkte Sicht durch Rauch und beschlagene Visiere und natürlich eine Hitze bei der man normalerweise dem Käse beim Zerlaufen von der anderen Seite der Scheibe zuschaut.
Nach der sehr intensiven Ausbildung wurden wir durch einen Teil der Flughafenfeuerwehr durchgeführt und wären wohl am liebsten mit den uns gezeigten Fahrzeugen nach Lichtenberg gedüst.
Mit dem hier gezeigten FLF der Flughafenfeuerwehr wäre auch die Elsenbrücke kein Problem gewesen.
Nun ja oder erst recht aber wir hätten es ausprobiert.
04/09/2025
Wer denkt, nach einem Crash Test ist das Leben eines Kraftfahrzeuges ausgehaucht, wird heute eines besseren belehrt.
Dank der großzügigen „Spende“ der HTW Berlin und des unkomplizierten Überlassens einer Übungsfläche durch die BVG konnten wir die Menschenrettung aus einem verunfallten Wagen üben.
Durch die geringeren Geschwindigkeiten in der Stadt sehen die Autos hier in der Regel nicht aus wie nach einer Einkaufsfahrt bei „Bad Boys“, hier ist eher Fingerspitzengefühl gefragt, wenn es darum geht, die Personen möglichst schonend aus dem Fahrzeug zu retten.
Gebt also immer gut auf euch Acht und fahrt sinnig, damit es für uns beim Üben bleibt!
05/08/2025
Laut einer aktuellen Studie sitzen wir Deutschen bis zu 10h am Tag. "Kann doch nicht sein", dachten wir uns, setzten uns ins Fahrzeug und fuhren zur Deutschen Feuerwehr-Meisterschaft nach Torgau, auch um uns zu beweisen, dass wir aus dieser Statistik rausfallen.
Unser Ziel war angesichts der harten Konkurrenz nicht allzu ambitioniert gesteckt:
Nicht Letzte zu werden. Ein bewährtes Erfolgsrezept seit Schulzeiten.
Doch anders als in der staubigen Feuerglut sonnenbeschienener Sportplätze ( ) ging es hier über sattes Grün hin zu einem ehrenvollen Platz 20 von 26.
Dabei konnten wir auch unsere persönliche Bestzeit aufstellen: 28,09 Sekunden.
Schneller gehen wir nur in den Dienstschluss... Kleiner Scherz.
Lob, Dank und Anerkennung den Kameradinnen und Kameraden, die unsere Wehr würdig und in schönem Rahmen vertreten haben.
Sind wir nächstes Mal wieder dabei? Ziemlich sicher.
Werden wir unter den ersten drei sein? Das weiß nur der da oben (nein, nicht der Dienstherr)
27/07/2025
Das Wort "kurios" fällt im Zusammenhang mit Feuerwehreinsätzen recht häufig, allerdings war es nie zutreffender als in unserem vergangenen Einsatzdienst.
Alles begann recht ruhig mit einer Ölspur, einer durch unsachgemäßen Umgang mit Nahrungsmitteln ausgelösten Brandmeldeanlage und einem Eisenträger, der seiner Funktion als Balkonhalterung müde wurde und abzustürzen drohte.
In letzterem Fall sorgten wir dafür, dass der Bereich abgesperrt und mit Hilfe der Drehleiter das Eisenstück in Rente geschickt wurde.
Laue Berliner Sommernächte auf dem Balkon entfallen für die MieterInnen der Wohnung leider vorerst.
Kurios wurde es, als wir auf dem Rückweg zur Wache an einer frischen Unfallstelle vorbeikamen und sofort Hilfe leisteten:
Ein Auto fuhr über eine Fußgängermittelinsel auf der zum Glück niemand stand und rasierte diese einmal glatt.
Vom Geschehen neugierig geworden wollte eine Person aus ihrer Hochpaterrewohnung schauen was geschehen war und fiel dabei aus dem Fenster (keine Sorge, nicht schwer verletzt).
Wir sicherten die Unfallstelle, flechsten die nun horizontalen Straßenschilder einmal ab und beräumten die Straße.
Zum Abschluss kamen noch brennende Mülltonnen hinzu, hier brachen wir unseren Wachrekord:
Von der Alarmierung, zum Ausrücken, zur Ankunft, der Brandbekämpfung, dem Zurückbauen, Auffüllen des Löschwassertanks und Rückkehr auf die Wache vergingen nur 36 Minuten.
Chapeau, Kameradinnen und Kameraden, klasse Leistung.