03/10/2026
5️⃣0️⃣Heute vor 50 Jahren
🗳️ Bei der Bundestagswahl am 3. Oktober 1976 behauptet die sozial-liberale Koalition unter Bundeskanzler Helmut Schmidt knapp die Mehrheit im Parlament. Die SPD erreicht damals mit 42,6 % ihr zweitbestes Ergebnis überhaupt bei Bundestagswahlen – erfolgreicher war vier Jahre zuvor nur W***y Brandt mit 45,8 %. Die Union mit Kanzlerkandidat Helmut Kohl verfehlt mit 48,6 % nur knapp die absolute Mehrheit.
Die SPD führt ihren Wahlkampf unter dem Motto „Modell Deutschland“. Es adressiert die Tatsache, dass die Bundesrepublik unter Kanzler Schmidt im Vergleich zu anderen „westlichen“ Staaten glimpflich durch die Wirtschafts- und Währungskrise um und nach 1974 gekommen war. Das Modell bündelt sozialdemokratische Programmatiken im Spannungsfeld von Markt und Staat.
Die Umsetzung gestaltet sich jedoch zunehmend schwierig: insbesondere angesichts einer weiteren schweren globalen Wirtschaftskrise um 1980. Für Schmidts Kabinett wird es immer schwieriger, wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und steigende Sozialkosten zusammen zu bringen.
Die CDU/CSU polarisiert 1976 dagegen mit der Kampagne unter der Überschrift „Freiheit oder Sozialismus“: Die Reformpolitik der SPD schränke durch ihren „demokratischen Sozialismus“ persönliche und wirtschaftliche Freiheit der Bürgerinnen ein, zum Beispiel durch zu hohe Steuerbelastungen für die Bürgerinnen und eine stark steigende Staatsverschuldung.
Hinweis: In der Grafik ist uns ein Fehler unterlaufen. Bei der Bundestagswahl am 3. Oktober 1976 wurde Helmut Schmidt nicht zum Bundeskanzler gewählt. SPD und FDP erhielten an diesem Tag erneut eine knappe Mehrheit; Schmidt wurde am 15. Dezember 1976 vom Bundestag als Bundeskanzler wiedergewählt.
Wir bitten um Entschuldigung für die ungenaue Darstellung.
📷 picture alliance / dpa