15/09/2026
FWG Mühlenkreis zu den MKK-Neuplänen
Die MKK-Neubauten sind das größte und teuerste Projekt, das der Kreis Minden-Lübbecke je geplant hat. Es hat finanzielle Auswirkungen auf alle Kreiskommunen in den nächsten 40 Jahren bis 2066! Eine Entscheidung dieser Größenordnung braucht die Zustimmung möglichst aller Kreistagsmitglieder.
Sie, Herr Landrat Dogan, handeln mit einer ausreichenden Mehrheit im Kreistag aus 20 CDU- und 16 SPD-Stimmen und können so jedes Projekt „durchsetzen“. Aber gerade bei diesem finanziell weitreichenden Projekt ist es Ihnen nicht gelungen, die Zustimmung aller Parteien im Kreistag für den Baubeschluss zu
erhalten. Sie konnten die Zweifel, Kritik und offenen Fragen trotz zahlreicher Veranstaltungen nicht ausräumen.
Wir Vertreter der FWG Mühlenkreis lehnen den Baubeschluss ab. Es sind nicht alle Optionen für eine gute, zukunftsfähige medizinische Versorgung im Kreisgebiet geprüft worden. Das wirtschaftliche Risiko für die kreisangehörigen Kommunen ist enorm, das Finanzierungskonzept für die Neubauvorhaben unrealistisch. Keine Klinik in Deutschland erwirtschaftet über 40 Jahre jährlich
Gewinne im zweistelligen Millionenbereich. Im Gegenteil, Kliniken schließen, Arbeitsplätze gehen verloren.
Die beiden geplanten Kliniken-Neubauten werden die Kreiskommunen finanziell überfordern. Und sie sind es, die die Defizite ausgleichen müssen.
Wir haben uns im Laufe zahlreicher Sitzungen und Berichte immer wieder gefragt, wie wohl die 5800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Mühlenkreiskliniken diese Debatte erleben. Sie alle leisten jeden Tag hervorragende Arbeit für uns alle. Und dafür sind wir jedem Einzelnen sehr dankbar.
Wir entscheiden heute nicht nur über zwei Neubau-Projekte, sondern auch über Arbeitsplätze und die Zukunft von vielen Fachkräften und deren Familien im Kreisgebiet.
Wenn wir FWG-Vertreter uns mit einem Mehrheitsbeschluss im Kreistag nicht zufriedengeben, sondern die Bürgerschaft des Kreises, die Mitarbeitenden der Mühlenkreiskliniken durch ein Bürgerbegehren an der Entscheidung beteiligen wollen, dann ist das gelebte Demokratie.
Die FWG Mühlenkreis begrüßt das geplante Bürgerbegehren und wird es aktiv unterstützen.