13/10/2026
Wusstet ihr, dass der heutige Rosenaupark in Nürnberg einst ein exklusiver Vergnügungspark war?
1827 erwarb der Kaufmann Johann David Wiß das Grundstück und verwandelte es in eine Parkanlage mit einer Gastwirtschaft, einem Tanzpavillon und weiteren Bauwerken. Der Vergnügungspark war allerdings nur der wohlhabenderen Öffentlichkeit gegen Zahlung eines Eintrittsgeldes zugänglich.
Besonders außergewöhnlich war das prächtige Gartenhaus „Alhambra“, das zwischen 1839 und 1840 nach Plänen des bekannten Architekten Karl Alexander Heideloff im neomaurischen Stil errichtet wurde. Das Gebäude in der damals nur wenig bebauten Gegend diente der Familie Wiß als Landhaus für den Sommer.
Doch die „Alhambra“ hatte nur ein kurzes Leben: Bereits 1888, noch nicht einmal 50 Jahre nach ihrer Errichtung, wurde sie wieder abgerissen.
Dem Park drohte bald darauf die Umwidmung in Bauland. Nachdem die Anlage schließlich an die Stadt Nürnberg gefallen war, öffnete diese den Park für die gesamte Bevölkerung. Hier fanden Feste und Veranstaltungen statt.
Heute befindet sich an der Stelle des ehemaligen Landhauses der Familie Wiß das sogenannte „Hansahaus“ in der Fürther Straße 2, direkt am Rosenaupark.
Abb.: Fotografie des Wiß'schen Landhauses von Ferdinand Schmidt, zwischen 1855 und 1880 (Stadtarchiv Nürnberg A 47/I Nr. KS-55-1), Ansicht des Landhauses auf dem Gute Rosenau bei Nürnberg, um 1840 (Stadtarchiv Nürnberg A 7/II Nr. 77), Collage erstellt aus Foto des „Hansahauses“ in der Fürther Straße, Hochbauamt 1982 (Stadtarchiv Nürnberg A 55 Nr. II-21-13-4)