08/09/2026
Das Ergebnis der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist nicht überraschend. Die Umfragen der vergangenen Wochen haben bereits deutlich gemacht, wie groß die Unzufriedenheit vieler Menschen mit der aktuellen politischen Situation ist.
Für mich ist dieses Ergebnis vor allem auch ein Ausdruck der riesigen Enttäuschung vieler Wählerinnen und Wähler über die Bundesregierung. Die Menschen unterscheiden sehr genau zwischen großen politischen Ankündigungen in Berlin und dem, was bei ihnen im Alltag tatsächlich ankommt. Und genau hier liegt das Problem.
Themen, die in Berlin als besonders wichtig angesehen werden, sind nicht zwangsläufig die Themen, die die Menschen vor Ort umtreiben – gerade im ländlichen Raum. Dort geht es ganz konkret um soziale Sicherheit, um Arbeitsplätze, um eine funktionierende Gesundheitsversorgung und nicht zuletzt um den eigenen Geldbeutel.
Die Bundesregierung liefert hier bislang viel zu wenig. Zumindest gefühlt kommt bei vielen Menschen von den angekündigten Verbesserungen für das tägliche Leben nichts oder noch zu wenig an. Wir sind bei vielen großen Versprechen und Ankündigungen meilenweit hinter dem zurückgeblieben, was sich die Menschen davon erhofft haben.
Das ist auch für uns in den Ländern und Kommunen ein Problem. Man kann sich vor Ort noch so sehr abstrampeln: Gespräche führen, im Wahlkreis unterwegs sein, sich Kritik stellen, Gegenrede aushalten, Antworten geben und Lösungen suchen. Aber wenn die Hoffnungen, die mit einem Regierungswechsel im Bund verbunden waren, enttäuscht werden, färbt das zwangsläufig auch auf die Arbeit vor Ort ab.
Deshalb darf man dieses Wahlergebnis nicht einfach als rein sachsen-anhaltinisches Phänomen abtun. Es ist ein Warnsignal für den Kanzler, für die Bundesregierung und für die gesamte Union. Wir müssen stärker darüber sprechen, was die Menschen tatsächlich beschäftigt – und vor allem müssen wir liefern.
Die AfD ist nun stärkste Kraft in Sachsen-Anhalt und aus meiner Sicht hat sie damit die Verantwortung zu sehen, ob sie eine tragfähige Regierung bilden kann. Das ist eine Konsequenz des Wahlergebnisses, der man sich stellen muss.
Aus meiner Sicht sollte die CDU in Sachsen-Anhalt den Schritt in die Opposition gehen. Dort muss sie sich personell und inhaltlich neu aufstellen, Vertrauen zurückgewinnen und wieder deutlich machen, wofür christdemokratische Politik steht: für Sicherheit, wirtschaftliche Stärke, soziale Verantwortung und Lösungen, die im Alltag der Menschen ankommen.
Dieses Wahlergebnis sollte uns deshalb nicht zu taktischen Spielchen verleiten, sondern zu ehrlicher Selbstkritik. Die Menschen haben ihre Unzufriedenheit deutlich zum Ausdruck gebracht. Jetzt liegt es an der CDU, sowohl in Sachsen-Anhalt als auch im Bund, daraus die richtigen Konsequenzen zu ziehen!