20/06/2026
Heute ist der Internationale Tag des Flüchtlings.
Jedes Jahr am 20. Juni erinnern die Vereinten Nationen an das Schicksal von Geflüchteten, deren Zahl 2025 erstmals wieder gesunken ist, während sich weiterhin fast 118 Millionen Menschen auf der Flucht befinden. Unter ihnen sind auch Minderjährige, die besonders schutzbedürftig sind, vor allem wenn sie ihr Zuhause ohne ihre wichtigsten Bezugspersonen verlassen müssen.
Im Projekt „Geschichte(n) der deutsch-jüdischen Diaspora“ widmen wir uns aus historischer Perspektive der Emigration und Flucht deutschsprachiger Jüdinnen und Juden, die besonders nach 1933/38 ihre Herkunftsländer verlassen mussten. Zu ihnen zählten rund 10.000 jüdische Kinder und Jugendliche, die im Zuge der sogenannten Kindertransporte 1938/39 vor der nationalsozialistischen Verfolgung nach Großbritannien in Sicherheit gebracht werden konnten. Die Minderjährigen – meist zwischen 5 und 17 Jahre alt, in einzelnen Fällen auch Kleinkinder – reisten ohne ihre Eltern, die viele von ihnen nie wiedersehen sollten.
Das Schicksal dieser Gruppe und anderer jüdischer Geflüchteter steht im Zentrum des Diaspora-Projekts. Wir fragen uns, was passiert, wenn Menschen ihr Zuhause verlassen müssen – aber ihre Sprachen, Kulturen und Erinnerungen mitnehmen? Über die Flucht hinaus rücken wir die vielschichtigen Erfahrungen dieser Menschen und die ihrer Nachkommen in den Vordergrund: wie sie ihren Alltag an Orten wie Haifa, London, São Paulo, New York oder Shanghai gestalteten, lokale und transnationale Gemeinschaften aufbauten und mit ihrer deutsch-jüdischen Herkunft nach der Schoa umgingen.
Ein Geflüchteter zu sein, ist – heute wie damals – kein temporärer Zustand, der mit der Ankunft in einem Aufnahmeland endet. Es ist ein traumatischer Einschnitt, der in den Biografien der Betroffenen sichtbare Narben hinterlässt.
Mehr zum Diaspora-Projekt und seiner Website findet ihr hier:
https://diaspora.juedische-geschichte-online.net/
Bildquelle: Bundesarchiv, Bild 183-1987-0928-501 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 DE , via Wikimedia Commons
17/06/2026
Das Moses Mendelssohn Zentrum lädt am 1. Juli 2026 um 19.30 Uhr zu der Buchvorstellung des kürzlich erschienenen Werkes "Zentraleuropäischer Zionismus und jüdisch-arabische Verständigung vor der Staatsgründung Israels" und einem darauffolgenden Gespräch mit der Autorin, Dr. Anja Siegemund (Stiftung Neue Synagoge Berlin - Centrum Judaicum), im Buchladen Sputnik in der Charlottenstraße 28 in Potsdam ein.
Alle Infos auf einen Blick:
1. Juli 2026, 19.30 Uhr
Sputnik Charlottenstraße 28
14467 Potsdam
11/06/2026
Am Mittwoch den 17. Juni 2026, 19 Uhr setzt das Moses Mendelssohn Zentrum Potsdam die Veranstaltungsreihe "Gesellschaft und Judentum heute" fort. Dr. David Kowalski (ELES) wird hierbei am Neuen Markt 8 über die "Generation Hoffnung: Das Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk und die jüdische Welt von morgen" sprechen.
Anmeldungen sind erwünscht unter:
[email protected]
Der Eintritt ist frei
05/06/2026
*Neue Folge online*
Nachdem wir in der ersten Folge dieser Staffel unter der Überschrift „Remapping Survival“ mit Atina Grossmann über deutsch-jüdische Fluchterfahrungen zwischen Iran und Indien gesprochen haben, richten wir den Blick in unserem nächsten Gespräch auf Amerika – oder genauer gesagt auf die beiden Amerikas: Wir wollen in vergleichender Perspektive über die deutsch-jüdische Diaspora in den Vereinigten Staaten von Amerika einerseits und in den Staaten Lateinamerikas andererseits diskutieren. Mit unserem Kollegen David Jünger vom MMZ, der gerade eine umfassende Habilitationsschrift über das Leben des deutsch-jüdischen Rabbiners Joachim Prinz vorgelegt hat, wollen wir über dessen Bedeutung während der Weimarer Republik und den ersten Jahren des Nationalsozialismus sprechen, bevor er schließlich in die Vereinigten Staaten floh und in den 60er Jahren ikonisch für die jüdische Unterstützung der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung geworden ist. Erweitern werden wir diese amerikani-sche Erfahrung durch einen Blick nach Süden. Im Gespräch mit Liliana R. Feierstein, die als Professorin an der Humboldt-Universität lehrt und forscht, werden wir an die unterschiedli-chen Versuche deutschsprachiger Jüdinnen und Juden erinnern, zwischen Mexiko und Argen-tinien an die vergangene deutschsprachig-jüdische Kultur fernab der verlorenen Heimat anzu-knüpfen.
Sie können diese Folge ab sofort unter folgendem Link anhören: https://juedischegeschichtekompakt.podigee.io/99-93-judische-geschichte-kompakt-18-2-zweierlei-amerika-deutsch-judische-diaspora-in-den-usa-und-lateinamerika
18/05/2026
Neue Veröffentlichung:
Der Aufsatz „Zwischen Integration und Ausgrenzung. Bundesrepublik Deutschland: 1953 bis 1964“ von Gideon Botsch und Barbara Manthe ist erschienen in dem Sammelband "Deutschlands Radikale Rechte", der von Martin Langebach herausgegeben und von der Bundeszentrale für politische Bildung veröffentlicht wurde.
Gideon Botsch (Leiter der Emil Julius Gumbel Forschungsstelle) und Barbara Manthe (Historikerin und Autorin zu Rechtsextremismus) widmen sich in ihrem Kapitel "Bundesrepublik Deutschland: 1953 bis 1964. Zwischen Integration und Ausgrenzung" der radikalen Rechten und ihrer Geschichte in Deutschland.
Zu finden ist dieser Aufsatz auf den Seiten 78 - 115.
Das Werk: https://www.bpb.de/.../577582/deutschlands-radikale-rechte/
13/05/2026
Neue Veröffentlichung:
Der Aufsatz „Zwischen Integration und Ausgrenzung. Bundesrepublik Deutschland: 1953 bis 1964“ von Gideon Botsch und Barbara Manthe ist erschienen in dem Sammelband "Deutschlands Radikale Rechte", der von Martin Langebach herausgegeben und von der Bundeszentrale für politische Bildung veröffentlicht wurde.
Gideon Botsch (Leiter der Emil Julius Gumbel Forschungsstelle) und Barbara Manthe (Historikerin und Autorin zu Rechtsextremismus) widmen sich in ihrem Kapitel "Bundesrepublik Deutschland: 1953 bis 1964. Zwischen Integration und Ausgrenzung" der radikalen Rechten und ihrer Geschichte in Deutschland.
Zu finden ist dieser Aufsatz auf den Seiten 78 - 115.
Das Werk: https://www.bpb.de/shop/buecher/zeitbilder/577582/deutschlands-radikale-rechte/
12/05/2026
In der Reihe "Rechtsextremismus in Vergangenheit und Gegenwart" stellt Marie Müller-Zetzsche am 19.5. ihr Buch Erneuerung der alten Rechten in der Topographie des Terrors vor. Die Studie über rassistische und nationalistische Diskurse in der Bundesrepublik und Frankreich bis 1971 entstand am Moses Mendelssohn Zentrum. Moderiert wird der Abend von Gideon Botsch, Leiter der Emil Julius Gumbel Forschungsstelle.
12/05/2026
Wir freuen uns sehr über das große Interesse an der Veranstaltung „Vom Recht auf DaSein. Ein Gespräch über Albert Camus und seine Bedeutung für unsere Gegenwart“ im Rahmen des Jüdischen Salon Berlin. Der Jüdische Salon im Grünen Salon ist ein Projekt der KIgA e.V.
Der Abend am 13. Mai 2026 ist bereits ausverkauft.
Unsere Mitarbeiterin Yael Kupferberg, die die Moderation des Abends übernimmt, spricht mit Dan Diner und Doron Rabinovici.
Albert Camus, Stockholm, Dezember 1957
„In den Straßenbahnen von Algier werden Bomben gelegt. Meine Mutter könnte in einer dieser Bahnen sein. Wenn das Gerechtigkeit ist, dann ziehe ich einer solchen Gerechtigkeit das Leben meiner Mutter vor.“
In dieser Zuspitzung verdichtet sich ein Konflikt zwischen Gerechtigkeitsversprechen und existenzieller Erfahrung. Sie lässt sich auch als eine jüdische Konstellation erkennen. Konstellationen, in denen sich Allgemeines und Besonderes aneinander reiben, hat der Historiker Dan Diner seinen Werken erkenntnisleitend zugrunde gelegt. Doron Rabinovici richtet in seinen Romanen und Essays den Blick auf die Gegenwart jüdischer Existenz in Europa wie in Israel. Was heißt heute jüdisch zu denken, zu sprechen und zu schreiben - womöglich gar zu handeln?
Wir freuen uns auf ein anregendes Gespräch über Albert Camus und seine Bedeutung für die Herausforderungen unserer Gegenwart.
08/05/2026
Neue Staffel und Folge online!
In dieser Staffel wollen wir die globalen Wege deutschsprachiger Jüdinnen und Juden erkunden, die besonders nach 1933/38 aus ihren Herkunftsländern emigrieren oder fliehen mussten. Gemeinsam mit unseren Gästen diskutieren wir, wie diese heterogene Gruppe ihren Alltag an Orten wie Buenos Aires, Haifa, London, New York oder Shanghai gestaltete, lokale und transnationale Gemeinschaften aufbaute und mit ihrer deutsch-jüdischen Herkunft nach der Schoa umging.
Für unsere erste Folge konnten wir die Historikerin Atina Grossmann aus New York gewinnen. Mit ihrem feinen Gespür für vergessene Akteur:innen und Orte nimmt sie seit mehreren Jahren die Zufluchtsorte deutschsprachiger Jüdinnen und Juden im sogenannten Globalen Süden in den Blick, die von der Forschung lange übersehen wurden. Für Atina Grossmann verbindet sich mit diesen oft vergessenen Geschichten nicht nur ein Forschungsinteresse, sondern auch das Schicksal ihrer Eltern: Sie waren selbst deutsch-jüdische Geflüchtete gewesen, die Berlin 1935 verlassen mussten und sich nach mehreren Zwischenstopps in Asien schließlich in den USA niederließen. In unserem Gespräch erfahren Sie mehr über Atina Grossmanns Familiengeschichte und ihre Forschung sowie darüber, wie beide miteinander verbunden sind.
Atina Grossmann ist darüber hinaus Mitglied des Fachbeirats im Publikationsprojekt „Geschichte(n) der deutsch-jüdischen Diaspora“. Auf das internationale Projekt, das in Zusammenarbeit mit dem Leo Baeck Institut und seiner Wissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft am MMZ realisiert wird, kommen wir ebenfalls zu sprechen.
Atina Grossmann erweist sich somit gleich in mehrfacher Hinsicht als eine ideale Gesprächspartnerin, und wir freuen uns sehr, die neue Staffel mit ihr zu eröffnen.
Die Auftaktfolge zur Staffel finden Sie unter diesem Link:
https://juedischegeschichtekompakt.podigee.io/98-18-0-remapping-rurvival-atina-grossmann-ueber-deutsch-juedische-fluchterfahrungen