14/10/2026
150-Jährige feierte Jubiläum: Muldenschule als Kreativzentrum
Jeder neue Tag bringt Licht - das ist die vorletzte Zeile eines Gedichtes, welches ein Schüler seiner Bildungseinrichtung als Jubiläumsgeschenk gewidmet hatte.
Es gab in Mosaik von Schülern erstellt, das das Schulemblem zeigt, ein Jubiläumsstein neu gesetzt, den zwei Lehrer aus Liebe zur Schule genauso initiiert hatten – das Jubiläum der Rochlitzer „Muldenschule“ hatte reichlich Inhalte, die es zu entdecken und zu bestaunen gab.
Der 9. und 10. Oktober standen im Zeichen der 150-Jahr-Feier der Einrichtung, Schüler und Lehrer hatten sich über ein Jahr lang in verschiedenen Projekten zahlreichen Themen gewidmet, die informativ und unterhaltsam aufgearbeitet wurden, um für Besucher in einer lebendigen Präsentation zu gipfeln.
Es wurden Momente der Superlative daraus. Auf den Fluren des Hauses, in den Klassenzimmern wurden Historie, Gegenwart und Zukunft gleichermaßen vermittelt: Schulkleidung im Wandel der Zeiten, der Unterricht zu Kaiserzeiten, die Erinnerung an Ernst Thälmann, einen früheren Namensgeber der Einrichtung, Versteigerung der Schüler-Malereien zum Thema „Schüler malen eine 150-Jährige“, Sozialarbeit, aus Alt mach Neu, Idole unserer Schüler, Schauwerkstatt, Schülerfirma präsentiert sich, Modelleisenbahn, Holzbearbeitung, Schul- und Pausenspiele.
Übrigens: Der heutige Hausmeister Steffen Dolina lernte auch in der damaligen Ernst-Thälmann-Schule und erinnert sich an ein Detail der 100-Jahr-Feier ganz genau: „Es war angekündigt worden, dass Irma Thälmann zur Feier kommen würde. Die Tochter von Ernst Thälmann ist damals aber nicht erschienen.“
Bevor die Schule die Tür für die Gäste geöffnet hatte, waren die Schüler unterwegs – mit einem Laufzettel ausgestattet – um zu erkunden, was die jeweiligen Projekte als Entdeckungen offerierten. Fünf Schüler probierten die Funktionsweise des Flaschenzuges aus, Physiklehrer Marcus Bröhm war ob der speziellen Arbeit eines Schülers dazu begeistert.
Mittendrin und immer aktiv aufmerksam dabei war Konstantin Wünsch, der mit einer Kamera ausgerüstet, die Momente bannte, die die Tage besonders machten. Der 14-Jährige: „Ich bin für die Schülerzeitung und die Web-Seite der Schule mitverantwortlich.“
Ein Motiv für den Schul-Fotografen und -Redakteur bot sich beim Hissen der Flaggen. Die wurden am Freitag ab 9.30 Uhr in die Höhe gezogen. An den Masten vor der Schule sieht man eine Flagge in den Farben Grün und Weiß, die für das Land Sachsen weht. Den Platz in der Mitte erhielt die grüne Fahne mit dem Schulemblem und der Aufschrift „Schule an der Mulde“ seit 1876, die dritte Flagge in Schwarz-Gelb zeigt das Rochlitzer Stadtwappen.
Es gab ein Motiv, das Lehrer und Schüler, ebenso die Gäste bevorzugt als fotografierte Erinnerungen mitnehmen wollten. Der bereits erwähnte Jubiläumsstein. Die Lehrer Ilka Bedewitz und Sebastian Pett hatten die Idee dazu, ob darin die Liebe zur Schule zum Ausdruck kommt, wurde Ilka Bedewitz gefragt, die das exakt so bestätigte: „Ja, das steht für die Liebe zur Schule.“
Simone Schmitz bewegte ihr Handy ebenfalls mit höchster Konzentration, um den Porphyrstein in guter Qualität im digitalen Fotoarchiv unterbringen zu können. Die Schulleiterin gestand: „Ich wusste bis zuletzt nichts davon. Ich bin gerührt. Das ist eine ganz tolle Idee.“
So kam der Stein vor die Schule, Schritt für Schritt zeitlich geordnet: Oktober 2025 – Ilka Bedewitz und Sebastian Pett staunten, dass sie die gleiche Idee haben und das Projekt war begonnen, November 2025 – Justine Mörl und Ilka Bedewitz kreieren in Abstimmung mit der Schulleitung das Jubiläumslogo, welches seit Januar 2026 auch den Briefkopf der Schulpost schmückt, Mai 2026 – Schülerin Mia Kurth (damals Klasse 9b) setzte die erste Idee digital in Porphyr, Juli 2026 – eine Wiegestein wird gemeinsam mit der Steinmetzin Annett Thalheim (Seelitz) im Porphyrwerk ausgesucht, September/Oktober 2026 – Frau Thalheim bearbeitet den Stein, September 2026 – das Fundament entsteht, 14 Schubkarren gefüllt mit Erdreich werden in fünf Stunden bewegt, am 25. September folgten 0,5 Kubikmeter Beton (C25, F3, 16er Körnung) – 2. Oktober 2026 – Hausmeister Steffen Dolina packt an, gemäß Vorgaben des Denkmalschutzes werden Bruchsteine zur Hangabsicherung gesetzt, 6. Oktober 2026: Frau Thalheim liefert den gefertigten Jubiläumsstein an und übernimmt das fachgerechte Aufstellen.
Die Schule war für zwei Feiertage in aller Munde und aller Handyfotospeicher, ehemalige Lehrer und Schüler kamen, Eltern und Großeltern heutiger Absolventen der Einrichtung, die jetzigen Fünftklässler begrüßten die Schüler der Klassenstufe 4 der Regenbogen-Grundschule. Titel des „Arbeitstreffens“: „Wir zeigen Euch schon mal, wie schön es dann auch an unserer Schule ist!“
In der benachbarten Turnhalle der Schule wurden aus Reden Festreden, wurden aus Rednern Festredner, in jedem Satz schwangen Anerkennung, Dank und Stolz mit, so eine geschichtsträchtige und intakte Einrichtung in der Stadt zu haben. Lehrer und Schüler hatten für ein fantastisches Jubiläum sämtliche Begeisterung, Freiheit für Individualität, Kreativität in einen Lehrplan der Leidenschaft gebündelt, um daraus neue Elemente für ein Periodensystem der Erinnerung zu bauen. Es sind Erinnerungen, die als Versprechen für eine mindestens ebenso intensive Zukunft taugen.
Am Montag, es war der erste Tag der Herbstferien des Schuljahres 2026/27, saß die stellvertretende Schulleiterin Anne-Marie Schmidt in ihrem Zimmer. Der Anzeiger hatte um die Information zur Bestätigung oder Ablehnung gebeten, ob Schüler, die auf Motiven zu sehen sind, eine entsprechende Foto-Erlaubnis haben. Zum Glück: Es folgte die erhoffte Bestätigung zur Freigabe der Fotos, die Nachfrage zum Erlebnis der vergangenen Festtage sowie der Zeit der Vorbereitung beantwortete Anne-Marie Schmidt so: „Es war alles überwältigend. Das muss man jetzt erst einmal sacken lassen.“
Eine Ferienzeit kam wohl nie zu einem gelegeneren Zeitpunkt…
Text und Fotos: Lars Preußer und privat
Bildunterschriften: Willkommen in der Muldenschule – am Freitag wurden drei Fahnen gehisst, Schulfotograf Konstantin Wünsch hielt den Moment mit der Kamera fest. Im Gebäude erkundeten die Schüler, was sie miteinander füreinander und für Besucher auf Fluren und in Klassenzimmern aufgebaut hatten: Die Schulbänke der Kaiserzeit, der Polylux aus DDR-Zeiten, die 3D-Brille. Fünf Schüler probierten sich unter interessierter Teilnahme von Fachlehrer Marcus Bröhm im Physikkabinett am Flaschenzug. Ein gestaltetes Mosaik mit Schulemblem ziert jetzt eine Wand im Flur gegenüber der Zimmer der Schulleitung. Am 6. Oktober lieferte Annett Thalheim den Jubiläumsstein an, an dem gab es später die ersten Motive mit den Ideengebern Ilka Bedewitz und Sebastian Pett sowie der Schulleitung mit Simone Schmitz und Anne-Marie Schmidt.
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