14/10/2026
Der Markt Schierling belegt beim „Zukunftspreis Deutsche Energie“ für bürgerlichen Klimaschutz den 3. Platz und wird dafür in Berlin geehrt
Das Projekt „Erwärme statt Erdgas – Kalte Nahwärme am Regensburger Weg 2“ von Markt und Kommunalunternehmen Schierling hat die Jury des Vereins „Heimatwurzeln“ besonders überzeugt. Im Rahmen der 2. Berliner Konferenz für bürgerlichen Klimaschutz gab es für den 3. Platz eine Auszeichnung, die mit einer Urkunde und einem Preisgeld von 2000 Euro honoriert wurde. Die Konferenz und der Festakt dazu fanden im Allianz-Forum, unmittelbar am Brandenburger Tor, in Berlin statt. Zu den ersten Gratulanten gehörte der Bundestagsabgeordnete Peter Aumer.
Wer hat die besten Energiekonzepte im ganzen Land? Der Verein Heimatwurzeln e.V. hat erstmals Unternehmen, Kommunen und Initiativen aus ganz Deutschland aufgerufen, ihre Lösungen für eine bezahlbare, nachhaltige und sichere Energieversorgung vor Ort zu zeigen. Gesucht waren Kommunen, die zeigen, dass vor Ort eine sichere, bezahlbare, klimafreundliche und zukunftsorientierte Energieversorgung möglich ist. Mit dem Schierlinger „Kalten Nahwärmenetz“ auf der Basis von oberflächennahester Geothermie wurde ein solches Projekt gefunden und ausgezeichnet. „Es wird damit beispielhaft dargestellt wie die Wärmewende gelingen kann“, hieß es bei der Vorstellung des Projektes. Nicht nur die Beheizung und Warmwasserbereitung erfolgt klimaschonend, sondern es können im Sommer die Wohnräume sogar passiv gekühlt werden.
Der Verein „Heimatwurzeln e.V.“ verfolgt das Ziel, Akzeptanz für Klimaschutz in der Mitte der Gesellschaft zu schaffen. „Nicht durch Appelle, sondern durch bürgerlichen Klimaschutz“, heißt es bei dem in Bonn angesiedelten Verein. Dafür wird vor allem mit Dörfern, Vereinen, Kirchengemeinden, Handwerkern, Landwirten, dem Mittelstand und den Menschen im ländlichen Raum zusammengearbeitet.
Aus einer wichtigen Kooperation war auch die „Kalte Nahwärme“ Schierling entstanden. Der damalige Marktgemeinderat war sich einig, dass im neuen Wohngebiet „Am Regensburger Weg 2“ weder Erdöl noch Erdgas für die Heizung und Warmwasserversorgung zum Einsatz kommen kann. Es wurde mit Prof. Dr.-Ing. Volker Stockinger von der Technischen Hochschule Nürnberg Kontakt aufgenommen. Denn er gilt als einer der profiliertesten Kenner und Forscher seines Faches. Seit etwa einem Jahrzehnt befasst er sich mit den Forschungsgebieten Siedlungs- und Quartierskonzepte, oberflächennaheste Geothermie und er hat ein Neubauvorhaben mit 420 Wohneinheiten in Bad Nauheim wissenschaftlich begleitet. Ein weiterer wichtiger Partner für das Kommunalunternehmen Schierling war die katholische Kirche. Denn von der Pfarrpfründestiftung Schierling konnte ein 14.636 Quadratmeter großes Grundstück in unmittelbarer Nähe zum Wohngebiet eingetauscht werden. Dieses liefert in Zukunft aus einer Tiefe von bis zu eineinhalb Metern den größten Teil des „Schatzes aus dem Boden“, wie die Erdwärme bezeichnet wird. Bei der Preisverleihung in Berlin war deshalb neben Bürgermeister Christian Kiendl, den Vorständen des Kommunalunternehmens Fritz Wallner und Manuel Kammermeier, sowie Klimaschutzmanager Franz Hien auch Schierlings Pfarrer Bernhard Pastötter dabei. Auch er erhielt von verschiedenen Seiten Anerkennung für die Kooperationsbereitschaft der Kirche und die damit verbundene Unterstützung des zukunftsweisenden Projektes.
„Wir sind sehr dankbar und auch ein wenig stolz über diese Auszeichnung“, sagte Schierlings Bürgermeister Christian Kiendl. Immer wieder wurde von Teilnehmern an der Berliner Konferenz für bürgerlichen Klimaschutz der Mut hervorgehoben, den Schierling mit diesem Projekt bewiesen hat. Und es gab Anerkennung dafür, dass mit mehr als 70 Grundstückseigentümern bereits ein Anschluss- und Benutzungsvertrag für diese Wärmeversorgung geschlossen wurde. Die Anlage ist seit 1. Juli 2026 in Betrieb und es wurden bereits in zehn Gebäuden die Sole-Wasser-Wärmepumpen installiert, die im Eigentum des Schierlinger Kommunalunternehmens bleiben.