Idee:
Friedensbildung ist laut Artikel 12 der baden-württembergischen Landesverfassung ein Verfassungsauftrag. Die Jugend ist „im Geiste der christlichen Nächstenliebe, zur Brüderlichkeit aller Menschen und zur Friedensliebe… und zu freiheitlicher demokratischer Gesinnung zu erziehen“. Dieser Verfassungsauftrag ist die Grundlage für den Ulli Thiel-Friedenspreis
„Frieden“ umfasst mehr als die Abwesenheit von Krieg. „Frieden“ kann nicht mit Gewaltandrohung oder gar mit militärischen Mitteln erreicht werden. „Frieden“ wird nur durch einen zielgerichteten und engagierten Prozess kontinuierlicher Konfliktaustragung erlangt, der auf den allgemeinen Menschenrechten basiert und auf gewaltfreie und zivile Mittel setzt. Der Krieg als Mittel der Konfliktaustragung muss überwunden werden, damit die Menschheit auf Dauer überleben kann. Dazu gehört die Friedensbildung als lebenslanges Lernen sowohl in der Schule als auch im täglichen Umgang. Die Friedensbildung in den baden-württembergischen Schulen gewinnt immer mehr an Bedeutung. Sichtbarer Ausdruck dieser Entwicklung sind die seit August 2015 tätige Servicestelle Friedensbildung in Bad Urach und die in den Bildungsplänen verankerten Friedensinhalte. Mit dem Ulli-Thiel-Preis möchten wir diese Entwicklungen nachdrücklich fördern und Schulen in Baden-Württemberg auszeichnen. Ausschreibung:
Der Ulli Thiel-Friedenspreis richtet sich an alle Schulen des Landes Baden-Württemberg . Alle Schularten und Klassenstufen können sich daran beteiligen. Für den Ulli-Thiel Friedenspreis kann ein freies Friedensthema eingereicht werden, das in den Bildungsplänen der verschiedenen Fächer verankert ist und sich an dem von Ulli Thiel erfundenen Motto „Frieden schaffen ohne Waffen“ orientiert. Es können Arbeiten in Form von Bildern, Plakaten, Kunstwerken, Collagen, Videos, Audiodateien, Unterrichtseinheiten, Projekten, Gedichten und Texten usw. September 2021 (Weltfriedenstag)
Einsendeschluss: 5. Mai 2022
Preisverleihung: 14. Juli 2022
Namensgeber:
Ulli Thiel (1943-2014) war mehrere Jahrzehnte lang in der Friedensbewegung aktiv. Er schuf das Motto „Frieden schaffen - ohne Waffen“ und war Ideengeber der Menschenkette von Stuttgart nach Neu-Ulm am 22. Oktober 1983, der größten Aktion der Friedensbewegung in Deutschland mit 400.000 Menschen. Er lebte und engagierte sich sein gesamtes Leben gegen Militarismus und Gewalt. Für ihn galt, dass nur Gewaltfreiheit zu einer friedlichen Welt führen kann. Zusammen mit seiner Frau Sonnhild war er 10 Jahre lang ehrenamtlicher Landesgeschäftsführer der Deutschen Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) in Baden-Württemberg. Darüber hinaus engagierte er sich in der Werkstatt für gewaltfreie Aktion Baden und im Versöhnungsbund und war Beirat der Arbeitsstelle Frieden innerhalb der badischen Landeskirche. Ulli Thiel war Sonderschullehrer an der Erich-Kästner-Schule für hör- und sprachgeschädigte Kinder und Jugendliche in Karlsruhe und bis zu seinem Tod Mitglied der GEW Baden-Württemberg. Veranstalter:
pax an, Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte Kriegstdienstgegner*innen (DFG-VK) Baden-Württemberg, Evangelische Landeskirche in Baden, pax christi Baden-Württemberg