Merret reicht's -Aus Liebe zu Sylt

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Merret reicht's -Aus Liebe zu Sylt Aus Liebe zu Sylt. Wir möchten, dass der "Lebensraum Sylt" im Einklang mit dem "Wirtschaftsraum Sylt" zum Mittelpunkt unseres gemeinsamen Handelns wird!

Nur so können wir Sylt und seine natürliche Schönheit auf lange Sicht erhalten!

Der Beteiligungsprozess zur neuen Sylter Tourismusstrategie ist abgeschlossen. 35 Formate, Ortsgruppen, Fokusgruppen, Le...
01/09/2026

Der Beteiligungsprozess zur neuen Sylter Tourismusstrategie ist abgeschlossen. 35 Formate, Ortsgruppen, Fokusgruppen, Lenkungskreis und eine Zufallsbürgergruppe. Viel Aufwand. Viel Gespräch. Viel Hoffnung.
Und nun?
Jetzt wird sich zeigen, ob Sylt aus diesem Prozess mehr macht als eine hübsche Dokumentation.
Die Ergebnisse sind in Teilen bemerkenswert klar. Der Tourismus soll sich künftig an der Tragfähigkeit der Insel orientieren. Doch wie definiert sich „Tragfähigkeit“?

Die Zahl der Gästebetten soll nicht einfach weiter erhöht werden. Es braucht bessere Daten zu Gästezahlen, Zweitwohnsitzen und Dauerwohnungen, forderten die Beteiligten in vielen Gruppen.

Bezahlbarer Wohnraum, funktionierende Mobilität, Schutz von Natur und Landschaft, Arbeitsbedingungen und soziale Infrastruktur gehören nicht an den Rand der Strategie. Sie gehören ins Zentrum.
Genau darum geht es seit Jahren.

Sylt kann Tourismus nicht länger so behandeln, als sei er nur eine Frage von Marketing, Übernachtungen und Auslastung. Auf dieser Insel hängt alles zusammen: Wohnen, Arbeiten, Verkehr, Natur, Dörfer, Nachbarschaft, Schule, Pflege, Handwerk, Gastronomie, Einzelhandel. Wer Tourismusstrategie sagt, muss Inselstrategie meinen.

Besonders erfreulich war, dass mit der Zufallsbürgergruppe erstmals ein Format ernsthaft angewandt wurde, das Merret reicht's -Aus Liebe zu Sylt seit Jahren fordert. 33 ausgeloste Bürgerinnen und Bürger aus den fünf Inselgemeinden haben nicht als Funktionäre oder Interessenvertreter, sondern als repräsentativ für die Insel zusammengestellte Gruppe gesprochen, als Menschen mit Alltagserfahrung auf Sylt. Sie fühlten sich ernst genommen. Sie hatten viel beizutragen. Und sie kamen zu Empfehlungen, die zeigen: Bürgerbeteiligung ist kein Risiko. Sie ist eine Chance.

Birte Wieda, Gründerin von „Merret reicht’s" begleitete das Verfahren im Lenkungskreis. Nach der Präsentation der Ergebnisse im Alten Kursaal sagte sie:
„Wir begrüßen nach sechs Jahren Bürgerinitiativarbeit diesen breiten Beteiligungsprozess und vor allem das Zufallsbürgerformat außerordentlich. Für uns hat nie ein Zweifel bestanden, dass die Sylter Einwohnerinnen und Einwohner die wichtigsten Fachleute für den Tourismus auf der Insel und für ihren Lebensraum sind.
Die präsentierten Ergebnisse machen uns Hoffnung. Doch machen wir uns nichts vor: Die wichtigste Arbeit beginnt jetzt erst.“

Der Alte Kursaal war voll. Das öffentliche Interesse ist da. Die Insel schaut hin.
Wer die Ergebnisse lesen möchte, findet sie hier: https://www.sylt.de/kurssylt
Jetzt kommt es darauf an, dass der Lenkungskreis aus den Empfehlungen die konkreten Ziele für eine Tourismusstrategie formuliert. Damit aus Zielen Beschlüsse werden, und aus Beschlüssen endlich Handeln.
Denn Sylt braucht nicht mehr vom Gleichen.
Sylt braucht einen Tourismus, der die Insel trägt und nicht überlastet. Wir leben zwar seit Jahrzehnten im Schaufenster. Aber nicht alles, was man da sieht, ist zu verkaufen.

Große ErwartungenNach vier Monaten Beteiligungsprozess zur neuen Sylter Tourismusstrategie ist die erste große Etappe ge...
24/08/2026

Große Erwartungen
Nach vier Monaten Beteiligungsprozess zur neuen Sylter Tourismusstrategie ist die erste große Etappe geschafft.

35 Beteiligungsformate, 33 Veranstaltungen, elf Ortsgruppen, acht Fokusgruppen und eine Zufallsbürgergruppe: Viele Sylterinnen und Sylter, darunter auch "Merret reicht's", haben Zeit, Erfahrung, Ärger, Hoffnung und Ideen eingebracht. Das ist gut. Ein Ergebnis vorweg: Die Zukunft des Tourismus ist den Menschen auf dieser Insel nicht egal.

Am Mittwoch, 26. August ab 18:00 Uhr, werden die Ergebnisse im Alten Kursaal in Westerland öffentlich vorgestellt. Dann wird man sehen, was aus all den Gesprächen, Karten, Runden und Empfehlungen geworden ist. Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht die Übergabe der Ergebnisse der Orts- und Fokusgruppen sowie der Empfehlungen der Zufallsbürgergruppe. Ein sogenannter Gallery Walk bietet Gelegenheit, Einblicke in die im Verlauf des Prozesses herausgearbeiteten Ansätze zu erhalten und miteinander ins Gespräch zu kommen.

Unsere Erwartung ist klar: Diese Strategie darf kein schönes Papier werden, das am Ende vor allem bestätigt, was ohnehin schon immer gesagt wurde. Sylt braucht keinen weiteren Sammelband guter Absichten.

Also wie schaffen wir es, dass die Menschen, die hier leben, nicht nur Kulisse eines Geschäftsmodells sind? Wir sind gespannt.

Mit Abschluss des Beteiligungsprozesses beginnt die nächste Projektphase: Auf Basis der vielfältigen Impulse nimmt die SMG die fachliche Ausarbeitung der Tourismusstrategie auf. Dabei wird sie weiterhin vom Lenkungskreis sowie von externen Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Fachbereichen begleitet. Die Tourismusstrategie soll bis Ende 2026 fertiggestellt und anschließend den politischen Gremien zur Beratung und Beschlussfassung vorgelegt werden.

Datum: Mittwoch, 26. August 2026

Uhrzeit: 18 bis 20 Uhr

Ort: Alter Kursaal in Westerland

Bitte meldet euch an, wenn Ihr dabei sein wollt: https://www.sylt.de/kurssylt
Foto: Sylt Marketing GmbH

Fünf Jahre Dünenpark: Warum das BIG BAUprojekt zum Stresstest für die CDU vor der Landtagswahl wirdEs war einer dieser T...
14/08/2026

Fünf Jahre Dünenpark: Warum das BIG BAUprojekt zum Stresstest für die CDU vor der Landtagswahl wird

Es war einer dieser Tage wie heute, an denen Sylt aussieht, als könne überhaupt nichts schiefgehen. Blauer Himmel, Sonne, warm. Mitte August 2021, genau vor fünf Jahren, lud Marc Weinstock nach List auf das Gelände der ehemaligen Marineversorgungsschule, um den Spatenstich des Dünenparks groß zu feiern. Politik, Wirtschaft, geladene Gäste, Fotografen, Fernsehen – alle kamen. Spaten in der Hand, Erde in die Luft – Aufbruch. Der Dünenpark konnte starten.

Lists Bürgermeister Ronald Benck (CDU) zeigte sich ebenso beglückt wie Hans-Jörn Arp, damals Parlamentarischer Geschäftsführer der Landtagsfraktion der CDU Schleswig-Holstein. Alles, was auf Sylt Rang und Namen hat, kam zum Feiern. Das größte Bauprojekt, das die Insel je gesehen hatte, sollte Wirklichkeit werden: Wohnraum für Insulaner, Ferienhäuser, Kita, Schwimmhalle, Sport- und Grünflächen, Tiefgarage sowie ein neues Mobilitätskonzept mit Car-Sharing und allem, was modernes Wohnen heute ausmacht. Die DSK BIG, heute BIG BAU, sprach vom „Wohnquartier der Zukunft“.

Doch auf Sylt blieben viele skeptisch. Flächen auf einer Insel sind naturgemäß begrenzt – was einmal gebaut ist, bleibt. Großprojekte der Vergangenheit wie das gescheiterte Monsterprojekt „Atlantis“ in den Siebzigern, das Tui-Dorfhotel in Rantum, das Fiasko der Thermenplanung in Keitum, der A-ROSA-Klotz in List oder der überdimensionierte Lanserhof sind ins Inselgedächtnis eingeschrieben. Die Kernfragen waren stets dieselben: Darf man Investoren vertrauen? Wieviel Großprojekt verträgt eine kleine Insel? Und was haben diejenigen davon, die hier leben?

Auch beim Dünenpark fragten sich viele Menschen vor Ort, ob dieses Vorhaben nicht den Rahmen sprengt. Das Bürgernetzwerk „Merret reicht’s“ gab dieser Skepsis von Anfang an eine Stimme und bekam dafür aus Politik, Wirtschaft und vor allem vom Investor reichlich Saures, inklusive Post vom Anwalt. Merret liege falsch, hieß es damals. Und zwar total. Im Bürgernetzwerk empfindet man heute jedoch keinerlei Genugtuung darüber, dass diese Sorge offensichtlich berechtigt war.

+++ Ein Versprechen an die Insel +++

Der Dünenpark besaß ein entscheidendes Element, das ihn von reinen Spekulationsprojekten unterschied: ein politisches Versprechen an die Insel. Der Investor durfte auf 18 Hektar ein gewaltiges Areal entwickeln und einen Ferienpark bauen. Im Gegenzug sollte List maßgeblich profitieren: Dauerwohnraum für Einheimische, bezahlbare Mieten, eine sanierte Schwimmhalle, Kita und Infrastruktur.

Ohne diese Verknüpfung hätte die Landesregierung ihre Zustimmung nie gegeben. Denn eigentlich verbietet die Raumordnung strikt den Ausbau von Ferienhausgebieten auf den ohnehin schon belasteten Inseln. Das CDU-geführte Innenministerium hebelte für dieses Projekt seine eigenen Schutzvorschriften aus.

Beim Meilensteinfest 2022 fühlte sich Marc Weinstock an die Vorgaben der Landesregierung noch gebunden: „Das, was wir versprochen haben, wird auch umgesetzt.“ Der Dünenpark sei ein „Symbol für Zuverlässigkeit“. 105 Mietwohnungen für Insulaner wurden damals zu Kaltmieten zwischen 6,10 und 10,50 Euro pro Quadratmeter angekündigt.

Fünf Jahre nach dem ersten Spatenstich lohnt es sich, diese Zusage als Maßstab heranzuziehen. Die freifinanzierten, ursprünglich preisgedämpfte Wohnungen in den „Fünf Schwestern“ kosten inzwischen 16 Euro – pro Quadratmeter. Die Gemeinde List hat diesem Preissprung mehrheitlich zugestimmt.

Keine Frage, Unternehmen müssen wirtschaftlich arbeiten. Doch Unternehmertum beinhaltet naturgemäß auch Risiko. Es stellt sich die fundamentale Frage: Warum wird dieses finanzielle Risiko nun ausgerechnet auf den Teil des Projektes abgewälzt, mit dem das Bauvorhaben der Bevölkerung einst schmackhaft gemacht wurde – den bezahlbaren Wohnraum für Insulaner?

Marc Weinstock spricht öffentlich immer noch von der 6,50-Euro-Miete. DIE ZEIT zitiert den Investor in der aktuellen Ausgabe in dieser Woche: „So kann heute sozialer Wohnungsbau aussehen. Miete: 6,50 Euro pro Quadratmeter.“ DIE ZEIT hat Weinstocks Aussage offensichtlich nicht nachgeprüft.

Vieles ist im Dünenpark inzwischen zusätzlich gebaut worden. Das Gesicht von List hat sich dauerhaft verändert. Aber ausgerechnet an den Vorgaben, die das Land als Voraussetzung für seine Genehmigung schriftlich festgesetzt hat, wird nun gedreht.

+++ Risikoverlagerung zu Lasten der Insulaner +++

Denn allein die Symbolik der Schwimmhalle wiegt schwer: Beim Spatenstich 2021 zur Sanierung angekündigt, ist ihre Zukunft heute - fünf Jahre - später völlig ungewiss. Bürgermeister Benck hat die Sanierung mittlerweile aus Kostengründen ausgeschlossen. Auch Weinstock ist in Sachen Schwimmbad längst zurückgerudert.

Dieses denkmalgeschützte Gebäude steht sinnbildlich für ein Großprojekt, bei dem der kommerzielle Teil zügig realisiert wird, während der soziale Gegenwert ins Stocken gerät. Auch die zugesagte Kita ist mittlerweile zu einem einzigen Raum geschrumpft. Als Anbau an die alte, vorhandene Kita. Nach fünf Jahren immer noch in Planung. Und vom Mobilitätskonzept spricht schon lange niemand mehr.

+++ Deal zwischen Innenministerium und Weinstock +++

Damit gerät das gesamte Vorhaben in juristische Schräglage. Denn der Dünenpark ist an die Vorgaben des Innenministeriums gebunden. Diese wurden am 16. Dezember 2020 im Zielabweichungsverfahren (ZAV) bewilligt.

Dieser Bescheid war kein Blankoscheck, sondern ein rechtlich bindender Kompromiss. Nun hat Marc Weinstock der Gemeinde eine ganze Liste weiterer Änderungswünsche vorgelegt.

+++ BIG BAU will Vereinbarung brechen +++

Gleich Punkt eins lautet lapidar:
„Die einheitliche Verwaltung des Ferienparkes wird aufgegeben.“
Das klingt zunächst wie eine interne Organisationsfrage. Ist es aber nicht.
Im Zielabweichungsbescheid von 2020 hatte die Landesplanung gerade diese gemeinsame Bewirtschaftung abgesichert. Der Ferienpark sollte gewerblich-touristisch genutzt werden, Dauer- und Zweitwohnen sollten dort dauerhaft ausgeschlossen sein. Gemeinsamer Betrieb, gemeinsame Vermarktung und Unterhaltung sollten auf Dauer gewährleistet werden. Dafür verlangte das Land sogar dingliche Sicherungen im Grundbuch und entsprechende vertragliche Regelungen.

Und genau an diesem Punkt verhandelt die Gemeinde List nun über Änderungen des städtebaulichen Vertrages. Weinstock selbst schreibt, dass diese Gespräche seit mehr als einem Jahr laufen. Im Juli wurde zunächst nur die höhere Mietgrenze beschlossen. Die übrigen Wünsche sind damit aber nicht erledigt, sondern lediglich vertagt.

Für die Gemeinde entsteht daraus eine heikle Verantwortung. Sie kann ihren städtebaulichen Vertrag mit dem Investor zwar ändern, sie kann aber nicht einfach eine landesplanerische Ausnahmegenehmigung nach ihren eigenen Vorstellungen umschreiben.

Kurz: Ein Beschluss der Gemeindevertretung, der den Auflagen des Landesbescheids zuwiderläuft, ist rechtlich angreifbar und nimmt dem B-Plan schlicht das Fundament.

+++ Innenministerium in der Pflicht +++

Hier kommt die Landesregierung Schleswig-Holstein.de ins Spiel. Die Landesplanungsbehörde darf bei solchen Verwerfungen nicht tatenlos zusehen. Das Innenministerium ist als Aufsichtsbehörde rechtlich verpflichtet zu prüfen, ob die Ausnahmesituation von 2020 unter den geänderten Vorzeichen überhaupt noch durch die zugesagten Gegenleistungen für das Wohl der Allgemeinheit gerechtfertigt ist.

Das Bürgernetzwerk „Merret reicht’s“ hat deshalb unbequeme Fragen nach Kiel geschickt: Sind die drastischen Abweichungen im Ministerium bekannt? Welches rechtliche Schicksal erleidet das ZAV, wenn wesentliche Auflagen gebrochen werden? Und gilt die Ausnahmegenehmigung von 2020 unter diesen veränderten Vorzeichen überhaupt noch? Das Land kann sich hier nicht auf eine Moderatorenrolle zurückziehen. Es steht in der direkten Pflicht, die Einhaltung der verankerten Schutzzwecke durchzusetzen.

Eine Antwort aus dem Ministerium steht bislang aus. Aber das Ausweichen wird schwerer, denn politisch tickt die Uhr. Vor der nächsten Landtagswahl in Schleswig-Holstein steht insbesondere für CDU Schleswig-Holstein die Glaubwürdigkeit auf dem Spiel. Wer bezahlbaren Wohnraum für unverzichtbar hält, wer den bindenden Regionalplan quasi wie ein Trump’sches Dekret außer Kraft setzt, muss dann auch durchgreifen, wenn die Bedingungen nicht eingehalten werden.

Es geht hier nicht um bürokratische Feinschmeckerei. Es geht um das Wort der Politik, um Glaubwürdigkeit und um Vertragstreue gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern auf Sylt. Bevor in List durch die Gemeindevertretung weitere Zugeständnisse an Marc Weinstock gemacht werden, muss die Landesregierung unmissverständlich klarstellen, ob das Bauvorhaben nach den vielen Änderungen und dem Bruch eindeutiger Bestimmungen in seiner jetzigen Form rechtlich überhaupt noch tragfähig ist.

Marc Weinstock wird sein Projekt irgendwann abschließen und sich von der Insel verabschieden. Die Menschen auf Sylt hingegen werden mit den hohen Mieten und den städtebaulichen und sozialen Folgen noch Jahrzehnte leben müssen.

Foto: Screenshot Sylt1 - das Sylter Fernsehen
cc Dr. Sabine Sütterlin-Waack

B-Plan 28: Ein kleines Wunder im BauausschussDer Beschluss zum B-Plan 28 grenzt an ein kleines Wunder. Nach Jahren der H...
14/07/2026

B-Plan 28: Ein kleines Wunder im Bauausschuss

Der Beschluss zum B-Plan 28 grenzt an ein kleines Wunder. Nach Jahren der Hängepartie und scheinbar unverrückbarer Fronten stand am Ende ein fast einstimmiges Ergebnis: zehn Ja-Stimmen, eine Enthaltung.

+++ Das neue Modell deckelt die Anzahl der Wohnungen pro Gebäude grundsätzlich auf drei – völlig egal, wie groß das Haus ist. Maximal eine davon darf als Ferienwohnung vermietet werden. Als Ausgleich hat der Ausschuss dafür grünes Licht gegeben, künftig auch die Kellerräume zu nutzen, und zwar sowohl für Urlauber als auch für festes Dauerwohnen. +++

Wer die Debatten der letzten Monate verfolgt hat, reibt sich die Augen. Woher kam dieser plötzliche, fraktionsübergreifende Pragmatismus? Und dann diese einfache Lösung?

Erstens kam der neue SPD-Antrag offenbar genau zum richtigen Zeitpunkt. Er war nach den Verrenkungen der vergangenen Monate schlicht, einfach und klar. Zum anderen hat die CDU ihren Pragmatismus offenbar wiederentdeckt. Jedenfalls begründete der Fraktionschef Kopp den Schwenk seiner Partei damit, dass man sich nun „mit Zahlen beschäftigt" und erkannt habe, dass „Politik auch mal real sein muss".

Doch die Erklärung für diese überraschende Einmütigkeit liegt wahrscheinlich etwas tiefer. Politik bewegt sich meist erst dann, wenn hinter den Kulissen die Bereitschaft wächst, von den Maximalforderungen abzurücken.

Genau daran wurde in den letzten Wochen gearbeitet – auch von uns. In der vergangenen Woche saßen Vertreterinnen von Merret reicht's und dem Verein Sylter Unternehmer an einem Tisch. Ohne Bühne, ohne Publikum, mit einer einzigen Frage: Gibt es einen gemeinsamen Nenner?

Genau. Eine dauerhafte Blockade hilft niemandem. Maximalforderungen auch nicht. Beide Seiten waren sich einig, dass zukunftsfeste Entscheidungen fällig sind – und dass dafür niemand sein Gesicht verlieren muss.

Es bewegt sich was. Hoffentlich in die richtige Richtung. Das muss weiterhin ausgehandelt werden. Schritt für Schritt. Es braucht eine konstruktive Grundstimmung. Die Hoffnung ist da.

Der Bauausschuss hat nun auch gezeigt, wie handlungsfähig Inselpolitik sein kann, wenn man aufeinander zugeht.

12/07/2026

Dienstag treffen wir uns wieder. Kommt doch einfach dazu!
Mal gucken, was wir gemeinsam so vorhaben. "Merret reicht's" trifft sich am Dienstag, 14.07.2026 im Foyer des Friesensaals in Keitum. Bringt mit, was ihr trinken oder knabbern wollt. Open House!

Auf Sylt geht es gerade hoch her. Von List bis Hörnum.
Wäre super, wenn auch einige kommen, die in den Arbeitsgruppen zur mitarbeiten und davon berichten. Wir freuen uns auf euch.

Dienstag, 18 Uhr, Keitum am Watt im Friesensaalfoyer.

List macht die Miete teurer - Gemeindevertretung List beschließt höhere Mieten im DünenparkMit 11 Stimmen von CDU und SP...
11/07/2026

List macht die Miete teurer - Gemeindevertretung List beschließt höhere Mieten im Dünenpark

Mit 11 Stimmen von CDU und SPD hat die Gemeindevertretung List am 9. Juli der Erhöhung der Kaltmiete für die frei finanzierten Wohnungen in den zwei letzten „Fünf Schwestern“ auf 16 Euro pro Quadratmeter zugestimmt. Die beiden Grünen Gemeindevertreterinnen stimmten dagegen.

In der Gemeindevertretung List ist am 9. Juli die Erhöhung der Kaltmiete für die frei finanzierten Wohnungen in den „Fünf Schwestern“ im Dünenpark beschlossen worden. Mit 11 Stimmen von CDU und SPD gegen 2 Stimmen der Grünen wurde der Quadratmeterpreis für die Schwestern 1 und 2 auf 16 Euro angehoben. Schwester 2 soll im September bezogen werden. Schwester 1 im Dezember fertig gestellt werden.
Für die Grünen ist das ein weiterer Schritt weg von dem, was auf Sylt so dringend gebraucht wird: bezahlbarer Wohnraum für Menschen, die hier leben und arbeiten. Margot Böhm machte in ihrer Ablehnung deutlich, worum es aus ihrer Sicht im Kern geht: „Wir stimmen hier heute nicht nur über einen Quadratmeterpreis ab. Wir stimmen darüber ab, ob wir für das Wohl der Einwohner oder für das des Projektentwicklers eintreten.“

Die Befürworter verwiesen dagegen auf die gestiegenen Baukosten und darauf, dass das Projekt nur so wirtschaftlich weitergeführt werden könne.

Aus Sicht der Die Grünen in List auf Sylt trifft diese Argumentation jedoch nicht den Kern: Die Mieterhöhung belastet Menschen, die auf der Insel ohnehin schon unter enormem Druck stehen. Was als bezahlbares Wohnen gedacht war, entfernt sich mit jedem neuen Beschluss ein Stück weiter von seinem ursprünglichen Versprechen.

SPD Ortsverein List auf Sylt

09/07/2026

Projektentwickler Weinstock und Bürgermeister Ronald Benck versprechen hier vor großem Publikum in List die vertraglich festgeschriebene Miete von 10,50 Euro im Dünenpark. Ein Dokument der Zeitgeschichte vom 12. August 2021.

Heute soll die Gemeindevertretung in List die Anhebung auf 16 Euro beschließen. Seid dabei, wenn BIG-BAU und Bürgermeister auf "marktüblich" umschalten. 19:00 Uhr, 09.07.2026, Mehrzwecksaal der ehemaligen Grundschule.

P.S. Weder Schwimmbad wird saniert, noch wird die Kita neu gebaut.

-BAU

Der Dünenpark in List - Was vom "bezahlbaren Wohnen" übrig geblieben istDas Megaprojekt „Dünenpark in List“ wurde einst ...
07/07/2026

Der Dünenpark in List -
Was vom "bezahlbaren Wohnen" übrig geblieben ist

Das Megaprojekt „Dünenpark in List“ wurde einst mit einem großen Versprechen verkauft: bezahlbares Wohnen für Menschen, die auf Sylt leben und arbeiten. Dieses Ziel war das Herzstück des Projekts. Alles andere sollte diesem Zweck dienen.

In der Gemeindevertretung am Donnerstag, 9.7.2026 um 19:00 Uhr in List, steht nun eine deutliche Mieterhöhung in den sogenannten „Schwester 1 und 2“ zur Entscheidung. Die Kaltmiete soll auf 16 Euro angehoben werden. Versprochen war ursprünglich eine Nettomiete von 10,50 Euro. Eine Steigerung von mehr als 50 Prozent. Rechnet man die Nebenkosten hinzu, klettert der Quadratmeterpreis auf mehr als 20 Euro für eine „bezahlbare Miete“ in der ehemaligen Kaserne.

Klar ist: niedrige Mieten fallen nicht vom Himmel. In der Gemeinde Sylt werden Wohnungen aktuell aus öffentlichen Mitteln mitfinanziert, damit die Mieten für die Bevölkerung teilweise bezahlbar bleiben. In List wurde seinerzeit ein anderer Weg gewählt: Dort hieß es, nur mit einem Paket aus Ferienhäusern und Eigentumswohnungen (Kliffhäuser) lasse sich das bezahlbare Wohnen überhaupt finanzieren. Die Ferienhäuser waren die berühmte "Bencksche Kröte”, die man zu schlucken hatte, um in List bezahlbaren Wohnraum für die Bevölkerung möglich zu machen. Mit diesem Argument setzte Bürgermeister Ronald Benck (CDU) seinerzeit das umstrittene Großprojekt durch. Die „Kröte“ wurde geschluckt. Man verließ sich auf die Zusicherung des Bürgermeisters und des Projektentwicklers Weinstock von der BIG BAU aus Kiel.

Heute ist man auf dem Boden der Tatsachen angekommen: Vier Jahre nach dem Spatenstich sind von den geplanten 60 Ferienhäusern mit den rund 90 Ferienwohnungen nur ein Bruchteil realisiert. Die Verkäufe der Neubauten stagnieren spürbar, der Markt hinkt hinterher. Gleichzeitig möchte man nun im "bezahlbaren Segment" für Insulaner nun drastisch die Mieten anheben ("marktüblich"). Dieses soll zunächst für die inzwischen fertiggestellten ehemaligen Kasernen "Schwester 1 und 2" gelten.

Das war anders versprochen - mit Brief und Siegel. Nun soll die Gemeindevertretung am Donnerstag über die neuen Mieten entscheiden.

Das wirft fundamentale Fragen auf. Worauf darf man sich überhaupt noch verlassen?

Wer damals den zusätzlichen Tourismus, die größere und dichtere Bebauung in List und die zusätzlichen Belastungen akzeptiert hatte, durfte erwarten, dass auf der anderen Seite dauerhaft etwas zurückgegeben wird: Wohnraum, der für Menschen vor Ort tatsächlich erschwinglich bleibt. Eine Schwimmhalle, ein ertüchtigter Sportplatz, eine brandneue Kita, ein innovatives Mobilitätskonzept. Das waren die Versprechen, weshalb seinerzeit die CDU-geführte Landesregierung gegen große Widerstände dem Dünenpark quasi eine Sondergenehmigung erteilt hatte für ein Projekt, das in seiner gigantischen Dimension selbst für Sylt beispiellos ist.

Jetzt geht es dabei nicht allein um juristische Vertragsklauseln. Es geht um Vertragstreue im weiteren Sinne. Um die Frage, ob das gemeinsame Verständnis, auf dessen Grundlage politische Entscheidungen getroffen wurden, heute noch gilt. Es geht um das Vertrauen in politisches Handeln zum Wohle der Allgemeinheit. Es geht um die Frage, ob das unternehmerische Risiko nun ein weiteres Mal auf die ansässige Bevölkerung abgewälzt wird.
Was die Lister wahrnehmen, ist, dass ständig geändert wird. Der städtebauliche Vertrag befindet sich in seiner vermutlich achten Anpassung. Es läuft nicht. Die BIG BAU schickt immer neue Kröten. Sie werden größer und unverdaulicher. Bislang wurden alle geschluckt. Nun bittet die BIG BAU erneut zum Krötenessen in die Gemeindevertretung.

Wohl bekomms. Wer bei diesem Festessen dabei sein möchte, kommt bitte Donnerstag vorbei und schaut den Gemeindevertretern beim Schlucken zu!

📅 09.07.2026 um 19:00 Uhr 📍 List, im Mehrzwecksaal der ehemaligen Grundschule

CDU Schleswig-Holstein

Fotohinweis: Foto by "Merret reicht's". Die Kröten hat die KI beigesteuert.

𝑫𝒊𝒆 𝑯𝒆𝒓𝒌𝒖𝒏𝒇𝒕 𝒗𝒆𝒓𝒑𝒇𝒍𝒊𝒄𝒉𝒕𝒆𝒕: 𝑾𝒂𝒓𝒖𝒎 𝒘𝒊𝒓 𝒇ü𝒓 𝑺𝒚𝒍𝒕 𝒔𝒑𝒓𝒆𝒄𝒉𝒆𝒏 Der Vorstand der Sylter Unternehmer stellt die Frage nach unserer...
28/06/2026

𝑫𝒊𝒆 𝑯𝒆𝒓𝒌𝒖𝒏𝒇𝒕 𝒗𝒆𝒓𝒑𝒇𝒍𝒊𝒄𝒉𝒕𝒆𝒕: 𝑾𝒂𝒓𝒖𝒎 𝒘𝒊𝒓 𝒇ü𝒓 𝑺𝒚𝒍𝒕 𝒔𝒑𝒓𝒆𝒄𝒉𝒆𝒏
Der Vorstand der Sylter Unternehmer stellt die Frage nach unserer Berechtigung. Die Antwort liegt in unserer Geschichte!
Wir, die Initiatorinnen von Merret reicht’s, sind die Töchter der Gründerväter eben dieses Vereins. Unsere Väter haben diesen Verein in den 1960er Jahren aus der Taufe gehoben. Wir sind mit den Prinzipien aufgewachsen, die diesen Verband einst stark gemacht haben: Verantwortung für die Gemeinschaft, Verlässlichkeit und der Erhalt der insularen Lebensgrundlagen. Wenn die heutige Verbandsführung die Balance zwischen Wirtschaftsinteressen und dem Gemeinwohl verliert, ist es unsere Pflicht, das Wort zu ergreifen.

Entscheiden wird am Ende die Politik.

🕵 Von Expertise, Falschbehauptungen und Doppelmoral


Die Veröffentlichung von Merret Reicht´s (MR) vom 26. Juni auf ihrer Facebook-Seite ist eine Aneinanderreihung von Falschbehauptungen und Verleumdungen.
Wir bedauern ausgesprochen, dass MR persönliche Diskreditierung anstelle sachlicher Auseinandersetzung vorzieht.

🤝„Der Vorstand steht geschlossen hinter der Forderung zur Legalisierung der touristischen Betten als Lebensgrundlage der Sylter Wirtschaft und des Gemeinwesens, solange diese ihre Abgaben geleistet haben und bauliche Anforderungen wie Brandschutz erfüllen können.“

Wer sind die Sylter Unternehmer❓
Wir sind ein Verein mit 630 Mitgliedern, die mehrere tausend Mitarbeiter auf der Insel beschäftigen.
Der Vorstand besteht aus 18 Sylter Unternehmerinnen und Unternehmern aus den Branchen Einzelhandel, Großhandel, Handwerk, Gastronomie, Finanzdienstleistung, Ferienvermietung, Immobilien, Schifffahrt / Verkehr, Gesundheitswesen, Rechtsberatung und Landwirtschaft.
Der gesamte Vorstand steht zu seiner Verantwortung für tausende Arbeitsplätze und den positiven Fortgang der Insel Sylt.

Wir stehen mit unseren Namen in der Öffentlichkeit. Wir stehen unseren Mitgliedern jährlich Rede und Antwort auf der Jahreshauptversammlung. Wir werden alle zwei Jahre demokratisch legitimiert durch Wahlen.
Allein die Vorstandsmitglieder überweisen monatlich Lohn und Gehalt an rund 600 Mitarbeiter. Wir alle investieren in die Wirtschaft und Wohnraum für die Insulaner.
Wir stehen mitten im Leben. Wir verstehen etwas von dem, über das wir reden.

Wer ist „Merret Reicht´s“❓
MR gibt vor, für „die Sylter“ zu sprechen. Dabei verzichtet die Gruppe auf eine demokratische Legitimierung wie die politischen Parteien und Wirtschaftsverbände wie SU, STV und Dehoga.

Was sind die Ziele von MR❓ Welche Lösungswege werden gesucht und plausibilisiert❓
Welche Fachkompetenz befähigt MR sich derart vehement zu äußern❓
Aus der Anonymität heraus bei Facebook scharf zu schießen ohne Ross und Reiter zu nennen, spricht für sich ❗

Gut gemeint ist nicht gut gemacht ❗
Die SU agiert transparent und klar mit offenem Visier. Wir suchen Gespräche zu Politik und auch mit MR haben wir stundenlang diskutiert.
Wir laden zu öffentlichen Fachvorträgen ein, die unsere Thesen erörtern und belegen.

Der eindimensionale Ruf von MR nach „weniger Ferienwohnungen und mehr Dauerwohnraum“ hält keiner betriebs- und volkswirtschaftlichen Betrachtung stand.
Ideologische Dogmatik spaltet die Gesellschaft und schadet der Insel und ihren Bewohnern.

Doppelmoral-Standards ❓
Es ist leicht Unternehmenslenkern vorzuwerfen, dass diese Eigeninteresse hätten.
Selbstverständlich haben sie diese! Der Bäcker, der Einzelhändler, der Makler und Ferienvermieter möchten weiterhin die Gehälter der Mitarbeiter bezahlen und die getätigten Investitionen in den Standort Sylt sichern. Soll das verwerflich sein❓

Bekannte Köpfe von MR sind nach unserer Kenntnis Susanne Matthiessen, Birte Wieda, Katharina Kress und laut eigener Pressemitteilung auch Silke von Bremen. Zur Ehrlichkeit gehört dazu, dass die Protagonistinnen und ihr direktes Umfeld von Millionenvermögen profitieren, die mit dem Tourismus und dem Verkauf von Immobilien an Investoren gemacht wurden.

Klarstellung 100 % + X:

✔ Wir wollen nicht mehr Betten. Das äußern wir immer wieder öffentlich klar und deutlich.

✔ Die kommunalen Haushalte machen Minus. Um den gemeindlichen Verpflichtungen nachkommen und die Investitionen in die Infrastruktur für die Sylter darstellen zu können, muss die Wirtschaftskraft gesteigert werden. Der Verlust von touristischen Betten konterkariert diese Notwendigkeit.

✔ Eine Steigerung der Wirtschaftsleistung kann durch Investitionen in Qualität, Saisonverlängerung, Ansiedlung weiterer Gewerbebetriebe etc. erfolgen.

Klarstellung Dauerwohnraum:

✔ Wir setzen uns für die Schaffung von nachhaltig gesichertem und attraktivem Dauerwohnraum ein.

✔ Wir befürworten, dass in jedem Haus eine Dauerwohnung festgeschrieben wird.

✔ Wir befürworten, dass die Steuern und Abgaben aus dem Tourismus sowie den Zweitwohnungen für die Förderung von Dauerwohnraum verwendet werden.

Klarstellung Wirtschaftsleistung = Arbeitsplätze:

✔ Die Inselwirtschaft ist nahezu ausschließlich vom Tourismus als Leitökonomie abhängig.

✔ Selbstverständlich gibt es einen direkten Zusammenhang zwischen Wirtschaftsleistung und der Anzahl an Arbeitsplätzen.

✔ Dafür bedarf es keines Beleges, das ist elementares wirtschaftliches Grundverständnis.

➡ „Sylt braucht nicht mehr touristische Betten,
kann sich jedoch nicht weniger leisten.“

📣 Appell an die Politik

Wir vertrauen darauf, dass die Inselpolitik bei dieser wichtigen Entscheidung auf die geballte Expertise und den Warnruf der Wirtschaft vertraut.

Denn klar ist, wenn die Insel nicht schnell und entschieden dem Wegfall der Betten entgegentritt, wird der Schaden für uns alle immer größer werden, ohne dass das gewünschte Ziel der Dauerwohnraumschaffung erreicht werden wird.

Eine starke Wirtschaft ist die Grundlage guter Arbeitsplätze, gesunder Gemeindefinanzen und der Möglichkeit, in sicheren und attraktiven Wohnraum zu investieren.

✍ Gezeichnet der Gesamtvorstand

Bleicke Andersen, Sylter Landschlachterei
Susanne Behrens, Apothekerin
Ines Dreisow, Schornsteinfegermeisterin
Lena Heiliger, Rechtsanwältin
Karl-Max Hellner, Hellner Moden etc.
Simone Hogrebe, Finanzdienstleistung
Raphael Ipsen, Medienmanufaktur Sylt / Ipsen Getränke
Melanie Jacobsen, Sylter Bonscherei
Jürgen Kamp, Finanzierungsvermittlung
Ole König, König Appartement Sylt
Tobias Lagmöller, Adler Schiffe
Björn Lieken, Restaurants Manne Pahl / Pius on the beach
Peter Peters, Peter Peters Immobilien
Thomas Raffelhüschen, Bäckerei Raffelhüsschen
Jan-Hendrik Rose, Hotel Sylter Hahn, Restaurant Coast etc.
Helen Thomsen, Tischlerei Michael Thomsen GmbH
Carsten Wegst, WEGST SYLT
Alexander Wirth, AW Fashion Group

🚨 SOS Sylt: Der Hilferuf der Sylter Unternehmer„Jedes Bett mit Mann und Maus verteidigen!“ Der jüngste Podcast-Auftritt ...
26/06/2026

🚨 SOS Sylt: Der Hilferuf der Sylter Unternehmer
„Jedes Bett mit Mann und Maus verteidigen!“

Der jüngste Podcast-Auftritt des Sylter Unternehmerchefs Ole König, sein „Hilferuf“ im 𝑆𝑦𝑙𝑡𝑒𝑟 𝐽𝑜𝑢𝑟𝑛𝑎𝑙 wirft Fragen über die strategische Ausrichtung der Inselwirtschaft auf. Obwohl der Vorsitzende des mitgliederstärksten norddeutschen Wirtschaftsverbandes im Sylter Journal bereits zum dritten Mal die Gelegenheit hatte, seine politische Agenda und konkrete Zukunftskonzepte im Podcast zu erläutern, blieb der Auftritt ohne inhaltliche Tiefe. Anstelle von Lösungen für die aktuellen Herausforderungen prägten martialische Abwehrparolen den Talk – eine verpasste Gelegenheit zur ernsthaften politischen Debatte.

Dabei gäbe es für den Vorstand des Unternehmervereins viel zu tun, viel zu erklären und eine Menge Probleme zu lösen. Denn Sylt muss wieder auf die Beine kommen. Die Wirtschaft kämpft mit einbrechenden Umsatzzahlen, Kreditzurückhaltung bei den Banken, Leerstand in Geschäften – selbst in zentralen Lagen, Margendruck durch gestiegene Betriebskosten, Fachkräftemangel, der überlasteten Infrastruktur und einem schwachen Konsumklima plus steigender Inflation. Also wie kommt "Deutschlands Ferieninsel Nr. 1", wie kommen die „Deutschen Hamptons“, wie kommt die „Königin der Nordsee“ aus der Krise?

Den Lösungsweg beschreibt Ole König im Podcast so: indem man „jedes Bett mit Mann und Maus verteidigt.“ Es dürfe kein einziges Bett auf der Insel verloren gehen. „Wir wollen nicht mehr Betten, aber wir können nicht weniger.“ Denn darin schlafen die Menschen, die „nachher hier Bratwürste und Socken kaufen“, die dann wiederum für die notwendigen Steuereinnahmen sorgen.

+++ Das Bett, die Bratwurst und die Socke. +++

Das Wort „Bett“ benutzt Ole König in 60 Minuten 23 mal. Der Grund liegt auf der Hand. Der Fokus der Debatte um eine Begrenzung des Ferienwohnungsbaus hat sich von der Fewo-Einheit auf das einzelne Gästebett verschoben. Und das nicht erst seit der Bauausschuss in seiner zurückliegenden Sitzung das Aus für touristische Kellerschlafzimmer beschlossen hat. Das Bett ist die neue Währung im Richtungsstreit. Die Entscheidung, die Betten im Keller zu verbieten (gilt nicht für Dauerwohnungen!) betrifft bislang ausschließlich das kleine Siedlungsgebiet im Norden von Westerland, das Gebiet des „B-Plan28“. Doch Ole König hat Sorge, dass dieser Beschluss Signalwirkung haben könnte. Und deshalb kämpft er energisch darum, dass diese Entscheidung zurückgenommen wird und begründet es mit dem erheblichen Rückgang des Gewerbesteueraufkommens innerhalb der Kommune.

Seine Kausalkette lautet:
Weniger Betten ➡️ Weniger Gäste ➡️ Weniger Einnahmen ➡️ Haushaltskrise

Mit Zahlen belegen kann er es nicht. Weil es nicht stimmt. Alle Betten sind noch da, ständig kommen weitere hinzu, trotzdem gehen die Steuereinnahmen zurück. (Die wenigen Stilllegungen, die die Kreisbauverwaltung bislang verfügt hat, liegen im mikroskopisch kleinen Bereich von 0,4% des Gesamtvolumens an vorhandenen Ferienbetten.)

Die eigentliche Ursache für den Rückgang der Steuereinnahmen verschweigt der Unternehmerchef: das lahmende Immobiliengeschäft. Hier liegt der wahre Grund für den Einbruch. 📉

Das lässt sich eindeutig mit Zahlen belegen. Laut Statistischem Bundesamt (Destatis) brachen die Einnahmen aus der Grunderwerbsteuer nach der Zinswende mitten in der Berichtsperiode (am Beispiel des 1. Halbjahres 2023) bundesweit um 33,5 % ein. Dies war der tiefste Stand seit sechs Jahren. Auf Sylt wirkte sich dies besonders stark aus, da das dortige Transaktionsvolumen im Luxussegment extrem zinssensibel reagierte und zeitweise fast vollständig zum Erliegen kam. Inzwischen ist Erholung spürbar, aber auf deutlich niedrigerem Niveau.

Mit dem Bauen, Handeln, Vermieten von Immobilien verdient Ole König sein Geld. Der spürbare Rückgang in diesem Marktsegment betrifft sein eigenes Geschäftsmodell und trifft ihn persönlich an der empfindlichsten Stelle. Auf dem Konto.

Wider besseres Wissen wiederholt Ole König die falsche Kausalkette gebetsmühlenartig und verbindet sie sogar noch mit einer Drohung. Ohne eine Rücknahme des Kellerbeschlusses müsse die Gemeinde die Hilfe für die Traditions- und Sozialträger streichen, so kettet er jeden Kindergartenplatz, die Unterstützung für die AWO, das KLM oder den Sölring Foriining an jedes einzelne Gästebett. Es ist der durchschaubare Versuch, die ureigenen Interessen der Immobilien- und Vermietungsbranche zu einer Überlebensfrage für das gesamte insulare Kultur- und Sozialleben aufzuwerten.

Königs Rhetorik folgt dem Muster der kollektiven Vereinnahmung: Er beansprucht das Mandat, für alle Insulaner zu sprechen, duldet dabei keinen Widerspruch. Wer nicht auf seiner Linie liegt, wird am Mikrofon des Sylter Journals pauschal diskreditiert – wahlweise als „dogmatisch-ideologisch“ verloren oder mit dem Verweis auf das biologische Alter („Ü70“) ins Abseits gestellt.

Er behauptet sogar im 𝑆𝑦𝑙𝑡𝑒𝑟 𝐽𝑜𝑢𝑟𝑛𝑎𝑙, der Wirtschaftsminister Claus-Ruhe Madsen vertrete zu „100 Prozent“ Königs Linie. Was ebenfalls nicht stimmt. „Merret reicht’s“ hat bei Claus-Ruhe Madsen nachgefragt. Seine Antwort: „Ich habe 𝒂𝒍𝒍𝒆 Sylter im Blick. Die Wirtschaft ist wichtig – wenn nicht sogar entscheidend. Aber das ist kein Freifahrtschein.“

Wenn König suggeriert, im Namen aller Sylter zu sprechen, verwechselt er die Bilanz seiner Klientel mit dem Wohl der Allgemeinheit. Dieser vermeintliche Konsens existiert nicht – und die herablassende Art, mit der er Andersdenkende im Studio abkanzelt, entlarvt den vorgeblichen Kampf für die Insel als das, was er ist: die Durchsetzung von Einzelinteressen auf Kosten der lokalen Gemeinschaft.

Der Unternehmerchef will 100%. Und wie er im Podcast-Studio sogar freimütig zugibt, fordert er sogar „Plus X“, 𝙃𝙪𝙣𝙙𝙚𝙧𝙩 𝙋𝙧𝙤𝙯𝙚𝙣𝙩 𝘽𝙚𝙩𝙩𝙚𝙣 𝙥𝙡𝙪𝙨 𝙓, anders ließe sich kein Wirtschaftswachstum erzeugen.

Das wird nichts werden. Wer sagt es ihm? Und wer erklärt dem Vorsitzenden des einflussreichen Wirtschaftsverbands, dass machtbewusste Attitüden kein stichhaltiges Argument ersetzen? Der Verlust von Wohnraum wiegt ungleich schwerer als der Verlust von Gästebetten. Der Verlust von Wohnraum bedeutet Verlust von Fachkräften, Familien, von Sylter Identität.

Königs Strategie gleicht dem Versuch, die Zukunft auszusperren, um die Privilegien der Vergangenheit zu sichern. Doch dieser Verteilungskampf ist längst verloren. Denn eines sollte auch dem umtriebigsten Unternehmerchef klar sein: Man kann den Herausforderungen einer neuen Zeit nicht mit einem Geschäftsmodell aus dem vergangenen Jahrhundert begegnen.

Es gilt das grundlegende Gesetz jeder gesunden Ökonomie: Evolution bedeutet nicht, dass der vermeintlich Stärkere gewinnt, sondern derjenige, der sich am besten anpassen kann.

Wer die Sendung nachhören will, hier ist der Link: https://open.spotify.com/episode/3kOx9Q0LSFctlbVYoPatPx?si=446367b8959c4ef9 Das KI-Foto ist dem öffentlichen Link entnommen.

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